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Fußball | Bundesliga Neues Stadion - ein Mammut-Projekt beim SC Freiburg

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Mit Wehmut haben viele Fans des SC Freiburg das Stadionfest gefeiert. Es wird die letzte Saison im Schwarzwaldstadion sein. In einem Jahr wird der Klub seine Heimspiele in der neuen Arena bestreiten.

Es war eigentlich alles wie immer beim Stadion-Fest am Samstag. Die Atmosphäre war locker, die Stimmung gut. Das Team von Trainer Christian Streich bestritt zwei Spiele gegen den italienischen Erstligisten aus Cagliari (0:1 und 4:1). Doch bei etlichen Freiburg-Fans lag trotz der Vorfreude auf die neue Saison etwas Schweres in der Stimme. "Ein bisschen Wehmut ist dabei", gesteht SC-Anhängerin Sabrina Hug stellvertretend für viele Fans. "Aber nach was Schönem kann ja auch noch was Schöneres kommen." Denn es wird die letzte Saison sein, in der der SC Freiburg seine Heimspiele im Schwarzwaldstadion austragen wird. Bereits ab Sommer 2020 soll im neuen Stadion am Flugplatz gespielt werden, das derzeit für über 130 Millionen Euro gebaut wird.

Dauer

Freiburger Jahrhundert-Projekt

Das heißt, die Fans werden dann nicht mehr ins alte Stadion im Freiburger Osten pilgern, sondern in den Westen auf das Flugplatzgelände. Hier entsteht die neue Arena, die für die Stadt Freiburg mit der neu zu schaffenden Infrastruktur ein Jahrhundertprojekt ist. Lange musste der Sportclub um dieses neues Stadion kämpfen. Bei der Grundsteinlegung Ende März sah man deshalb in erster Linie Erleichterung in den Gesichtern der Vereinsverantwortlichen. Nach endlosen Diskussionen, Klagen und einem Bürgerentscheid konnte der goldene Grundstein endlich gelegt werden.

"Was sehr lange währt, wird endlich wahr", sagte damals SC-Präsident Fritz Keller. "Es ist ein Tag, an dem man dankbar sein muss für alle, die mitgekämpft haben und die Notwendigkeit dieses Projekts gesehen haben." In Rekordzeit von nur eineinhalb Jahren soll das neue Stadion fertig gestellt werden. Dies bedeutet einen enormen Zeitdruck. Das weiß auch SC-Geschäftsführer und Finanzchef Oliver Leki. Der gesetzte Zeitrahmen ist sehr sportlich gerechnet - trotz der Fortschritte, die täglich erkennbar sind.

Der Zeitplan ist sportlich

Die Bauarbeiten hinkten im Juli dem Zeitplan leicht hinterher. Aber nicht besorgniserregend. Noch nicht. Das Stadion nimmt immer mehr Form an. 35.000 Zuschauer sollen in der neuen Arena in einem Jahr ihren Verein anfeuern. Per 3D-Animation können sich schon heute die Fans ihren Sitzplatz aussuchen und die Sicht auf das Spielfeld überprüfen. Bereits im Herbst soll der Kartenvorverkauf beginnen. Beim Sportclub sind alle voller Vorfreude auf die neue Arena. Sie soll den Verein finanziell konkurrenzfähiger machen.

Saier: "Wir wollen einen großen Schritt machen"

Sportvorstand Jochen Saier blickt optimistisch auf das Projekt. "Für uns kann das eine ganz tolle Weichenstellung werden", sagte er SWR Sport. "Wenn wir es in den nächsten vier, fünf Jahren gut machen, können wir als Verein noch mal einen großen Schritt machen." Auf diesem Weg sollte es möglichst keinen sportlichen Betriebsunfall geben. Ein Bundesliga-Abstieg ausgerechnet in diesem Jahr wäre doppelt bitter. "Darüber rede ich gar nicht", sagt Nationalstürmer Nils Petersen. "Es kommt für mich gar nicht in Frage, das Wort Abstieg in den Mund zu nehmen."

In dieser Saison ist alles irgendwie anders im Schwarzwaldstadion. Bei jedem Heimspiel des SC Freiburg wird bei Fans, Spielern, Verantwortlichen etwas Wehmut mitschwingen. Mit jedem Heimspiel rückt der Umzug in die neue Arena näher.

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