Lucas Höler (Foto: Imago, imago)

Fußball | Bundesliga Bremen gegen Freiburg: Hölers besondere Rückkehr ins Weserstadion

Lucas Höler wurde von Werder Bremen mehrmals abgelehnt. In Freiburg hat der Stürmer den Sprung in die Bundesliga geschafft. Am Samstag steht für den 25-Jährigen nun eine sehr spezielle Rückkehr an.

Als Jugendlicher fieberte Freiburgs Stürmer Lucas Höler in der Ostkurve des Weserstadions mit. Er träumte von einer Profi-Karriere und davon, selbst ins Weserstadion aufzulaufen. Nun will der 25-Jährige den Bremern am Samstag (15.30 Uhr) ihr Heimspiel vermiesen. Die Werderaner selbst wollten ihn nicht. Im Probetraining in Bremen wurde Höler mehrmals als nicht gut genug empfunden - und ablehnt. Ein Fan des Clubs aus dem Norden blieb er trotzdem noch lange. "Jetzt ist Werder ein Konkurrent und ich bin Fan des SC Freiburg", sagte Höler, der in der Nähe von Bremen aufwuchs und früher mit seinen Freunden fast jedes zweite Wochenende ins Weserstadion fuhr.

Lucas Höler - die Karriere des untypischen Profis

Lucas Höler beim Vfb Oldenburg (Foto: Imago, Imago)
Seine Anfänge in der ersten Mannschaft machte Lucas Höler beim VfB Oldenburg in der Regionalliga Nord. Dort absolvierte er insgesamt 38 Spiele und erzielte zwölf Tore. sechs weitere legte er vor. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2014/2015 wechselte Höler in die 2. Mannschaft von Mainz 05 und stellte sich in der 3. Liga unter Beweis. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Über beide Spielzeiten lief der Stürmer insgesamt 63 Mal für die Mainzer auf und erzielte 21 Tore. Aufgrund guter Leistungen ging es im Anschluss erneut eine Spielklasse höher. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Beim SV Sandhausen machte der Mann aus Achim (Bremen) ebenfalls auf sich aufmerksam und weckte schließlich auch das Interesse der Vereine aus der höchsten deutschen Liga. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
In Freiburg war von Beginn an Höchstleistung gefragt. Als ehrgeiziger Teamplayer war Höler dieser Aufgabe gewachsen und Trainer Christian Streich belohnte ihn folgerichtig mit 31 Einsätzen in der ersten Bundesliga-Saison . Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Auch in der 2. Spielzeit (18/19) setzte Freiburg regelmäßig auf den "untypischen Profi" - dieses Mal nur als Ergänzungsspieler. Ein persönliches Highlight war sein Ausgleichstreffer beim 1-1 gegen den FC Bayern München. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Ein Jahr später zeigt Lucas Höler vor allem die bis dato fehlende Sicherheit. Vier Scorerpunkte in sieben Bundesligaspielen sorgen für regelmäßige Startelfeinsätze. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

In der vergangenen Saison war Höler erstmals als Spieler im Weserstadion, bei der 1:2-Niederlage der Freiburger wurde er zehn Minuten vor Schluss eingewechselt. "Schon bei der Busfahrt zum Stadion kamen Emotionen hoch, weil ich ja früher als Fan an der Weser entlang zum Stadion gegangen bin, das ist was sehr Besonderes", erinnerte sich Höler zurück. Diesmal hat er gute Chancen, zur Startelf zu gehören. Nicht nur weil Nationalstürmer Luca Waldschmidt wahrscheinlich verletzt ausfällt.

Trainer Christian Streich ist von Höler begeistert, seit er im Januar 2018 zum Sport-Club wechselte, weil er sich über den Amateurfußball Liga für Liga ins Profigeschäft hochgearbeitet hat und sich auch jetzt immer weiter verbessert. "Seine Haltung führt ihn zum Erfolg", sagte Streich, "er ist fokussiert auf Dinge, die er verbessern und verändern kann, er hat eine enorme Lernfähigkeit."

Dauer

Beim jüngsten 2:1-Bundesligasieg gegen Leipzig legte Höler den ersten Treffer von Nicolas Höfler auf und eroberte vor dem zweiten und entscheidenden Tor von Nils Petersen den Ball. Zudem lief Höler mit 12,27 Kilometern am meisten. Kurz vor Schluss plagten ihn dann Krämpfe. "Wenn wir dann gewinnen, kann das auch wieder so sein", sagte Höler grinsend. Seine Leistungssteigerung erklärt Höler zum einen damit, dass "man automatisch besser wird, wenn man täglich mit guten Spielern zusammen trainiert". Und zum anderen mit dem intensiven Austausch mit seinem Trainer. Die Belohnung sind bereits sechs Startelfeinsätze in dieser Saison, dreimal wurde er eingewechselt.

Mit zwei Toren und drei Vorlagen führt er zusammen mit Waldschmidt (vier Tore, eine Vorlage) die vereinsinterne Scorerliste an. In Bremen zu treffen, wäre für Höler sicherlich ein ganz spezielles Erlebnis. Aber es "würde keinen Grund geben nicht zu jubeln, weil ich ja nicht für den Verein gespielt habe".

REDAKTION
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