Der Präsident des SC Freiburg Fritz Keller (Foto: Imago, contrast)

Fußball | Bundesliga Fritz Keller: "Diese Aufgabe stand nicht in meiner Lebensplanung"

Am Mittwoch gaben die Landesverbände mit 37 von 38 Stimmen grünes Licht für den 62-jährigen Klubchef des SC Freiburg Fritz Keller. Der designierte DFB-Präsident im Interview.

Redaktion: Wie haben Sie die Gespräche im Rahmen des Auswahlprozesses erlebt?

Fritz Keller (designierter DFB-Präsident): Diese Aufgabe stand nicht in meiner Lebensplanung. Ich war sehr glücklich mit dem, was ich in Freiburg erreicht habe. Die Anfrage war zunächst ein kleiner Schock. Aber, wenn alle glauben, dass ich etwas verbessern kann, mache ich das gerne.

Der DFB ist in einer Krise. Warum tun Sie sich diesen Job an?

Keller: Weil Fußball eine Herzenssache ist. Wenn man auf den Plätzen steht, eine Schorle oder ein Bier trinkt, ist das ein gutes Gefühl. Ich habe über den Fußball viele Leute kennengelernt, die ich sonst nie kennengelernt hätte. Es gibt keinen Sport, der so viele Menschen vereint.

Dauer

Wir würden Sie Ihren Führungsstil bezeichnen?

Es wird in Zukunft keine One-Man-Show geben. Die Aufgaben werden auf viele Schultern verteilt. Sie können Menschen nur mitnehmen, wenn Sie ihnen Freiräume für Kreativität geben.

Wo genau werden Sie mit Ihrer Arbeit bei der Strukturreform des DFB ansetzen?

Die Strukturänderung ist noch nicht beendet. Wir werden relativ schnell eine Kommission bilden, die Vorschläge macht, wie wir diese Struktur entwickeln. Wir haben entschieden, dass ich so lange auch im operativen Geschäft bleibe.

Wie lange wollen Sie im operativen Geschäft mitwirken?

Dafür habe ich mir noch keinen zeitlichen Rahmen gesetzt.

Wie wichtig ist die Strukturreform für den DFB?

Die Strukturänderung muss wasserdicht sein, sowohl steuerrechtlich als auch handelsrechtlich. Dort muss auch ein Kontrollmechanismus enthalten sein. Als erstes werden wir einen Vergütungsausschuss ins Leben rufen, der über die Vergütung der Präsidialmitglieder bestimmt.

Werden Sie den DFB auch in der UEFA und in der FIFA vertreten?

Selbstverständlich werde ich den deutschen Fußball bei der UEFA und bei der FIFA vertreten, ich werde bei UEFA und FIFA aber nicht in den Gremien arbeiten. Da habe ich Rainer Koch gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich möchte auch weiterhin die Zeit haben, mal ein Fußballspiel zu sehen.

Wie wichtig ist Ihnen der Frauenfußball?

Wir haben beim SC Freiburg seit 1975 Frauenfußball. Bei der letzten WM waren neun Spielerinnen mit Freiburger Backround dabei. Wir müssen den Frauenfußball dahin bringen, wo er es verdient hat zu stehen. Auch die Profiklubs müssen sich wieder mehr für den Frauenfußball engagieren.

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