christian Streich (Foto: Imago, imago)

1899 Hoffenheim | SC Freiburg Hoffenheim gegen Freiburg - wenig Tradition, aber immer viel Tamtam

Vor gerade einmal zehn Jahren trafen beide Mannschaften erstmals in der Bundesliga aufeinander. Von einer großen und langen Tradition dieses Duells kann also keine Rede sein.

Und dennoch sind die Spiele zwischen 1899 Hoffenheim und dem SC Freiburg hitziger als so manches klassisches Derby. Allein in den letzten zwölf Duellen zwischen den beiden badischen Clubs fielen 49 Tore. Im Schnitt sind das vier pro Spiel. Keine der Partien blieb torlos, dem Zuschauer wurde also immer etwas geboten. Auch Freiburg-Coach Christian Streich freut sich auf die Tour in den Kraichgau.

Aber selbst, wenn man die Tore mal außer Acht lässt - Langeweile kommt bei dieser Spiel-Ansetzung nie auf. Allein in den letzten zehn Aufeinandertreffen gab es fünf Platzverweise und sechs Elfmeter. Bei den Platzverweisen liegen die Breisgauer mit fünf auf ihrer Habenseite ganz klar vorne, bei den Elfmeter-Entscheidungen ist die Bilanz hingegen ausgeglichen.

Neun Duelle endeten unentschieden

Auch die Gesamtbilanz lässt keinen als klaren Sieger hervorgehen. Von 18 Spielen gewann Hoffenheim fünf. Freiburg vier. Die meisten Duelle endeten Unentschieden.

Der SC Freiburg hatte einen guten Start in die Saison, wurde allerdings durch die Niederlage gegen den 1. FC Köln ein wenig unsanft ausgebremst. Jetzt gilt es wieder zurück in die Spur zu finden - vielleicht mit einem Sieg in Hoffenheim. Doch bemüht man auch hier wieder die Statistik, muss man schon weit zurückgehen, um einen Auswärtsdreier der Breisgauer zu finden. 2010 siegte der SC erstmals und auch bislang letztmals in Hoffenheim. Damals sorgte Torjäger Papiss Demba Cissé für einen 1:0 Erfolg in der Nachspielzeit. Sprich: Auch wenn Freiburg momentan vor Hoffenheim in der Tabelle steht, Favorit ist - auch bei den Buchmachern - wieder einmal 1899 Hoffenheim.

Spiel gegen den "alten" Verein

Für einige Spieler ist das Aufeinandertreffen auch ein Spiel gegen den alten Verein. Hoffenheims Torwart Oliver Baumann hütete jahrelang das Tor der Freiburger, bevor er 2014 in den Kraichgau wechselte. Auch Jonathan Schmid wechselte 2015 nach Hoffenheim, spielte dort aber nur eine Saison und kam nun vor Saisonbeginn wieder zurück nach Freiburg. Hin und her und wieder zurück hieß es auch bei Vincenzo Grifo. Der italienische Nationalspieler wurde bei 1899 Hoffenheim ausgebildet. Bei Freiburg gelang ihm dann der Durchbruch. Über Umwege führte sein Weg zurück nach Hoffenheim, wo er nach einem halben Jahr wieder an Freiburg ausgeliehen wurde. Vor der Saison ging es erneut zurück nach Hoffenheim, um nun, ganz knapp vor Ende der Transferperiode, doch wieder in Freiburg anzuheuern. Grifo ist vertraglich für die Partie am Sonntag gesperrt. Auch für TSG-Trainer Alfred Schreuder eine besondere Situation.

Auch Marco Terrazzino, Manuel Gulde und Janik Haberer spielten mal bei 1899 Hoffenheim. Es gibt also viele Verbindungen zwischen den beiden badischen Bundesligaclubs.

SC hofft auf Revanche

Beim letzten Duell Hoffenheim gegen Freiburg siegte übrigens der Gastgeber mit 3:1. Und dies, obwohl Freiburg mit 1:0 in Führung gegangen war. Der SC hofft nun auf eine Revanche, doch glaubt man den Statistiken, wird es wohl sehr, sehr schwer für den Sport-Club werden, am Sonntag drei Punkte zu entführen.

Denn eine Statistik kommt beim SC erschwerend dazu. Die Freiburger haben bei Sonntagsspielen seit neun Bundesligapartien nicht mehr gewinnen können.

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