Untröstlich: Lucas Höler nach seinem nicht verwandelten Elfmeter (Foto: Imago, eibner)

Fußball | Bundesliga Der SC Freiburg und die "Elfmeter-Frage"

AUTOR/IN

Als Lucas Höler in Düsseldorf in der 64. Minute zum Elfmeter antrat, da war er sich ziemlich sicher, dass der drin sein würde.

Einen verzögerten Anlauf und einen total missglückten Schuss später war ihm klar, das würde er so schnell nicht wiederholen. Fortunas Keeper Zack Steffen hielt, er hätte den Schuss auch mit einer Hand halten können. "Ich wollte den schon so schießen, weil ich ihn ausgucken wollte", sagt Höler. "Ich sehe auch, dass er in die Ecke geht, aber ich war dann so auf die Ecke fixiert, dass ich einfach nicht mehr umentscheiden konnte. Sehr, sehr schlecht geschossen."

Im Training klappt's

Christian Streich konnte nach dem Spiel darüber lächeln, schließlich nahmen sie aus Düsseldorf trotz des vergebenen Elfmeters drei Punkte mit. Hölers Aussetzer war also nicht spielentscheidend.

Ein Fall von zu viel nachgedacht? Es stand schließlich 1:1 auswärts, begibt Christian Streich zu bedenken und fügt an: "Er (Höler, Anm. d. Red.) schießt super im Training. Er hat sich früh entschieden und ich habe gedacht: hoffentlich dreht er den Fuß noch um, weil ich gesehen habe, der geht ganz aufs Eck. Aber der Zack hat es auch gesehen, schon lange und er hat dann den Fuß nicht gedreht."

Sportclub holte bisher die meisten Strafstöße heraus

Wer also schießt einen möglichen Strafstoß im nächsten Spiel? Es ginge gegen keinen Geringeren als den ehemaligen Freiburger Torhüter Roman Bürki. Eine durchaus berechtigte Frage, denn kein Team holte nach sechs Spieltagen mehr Strafstöße heraus als der Sportclub. Drei waren es bisher, zwei wurden verwandelt.

Petersen fühlt sich in der "Situation Strafstoß" nicht mehr wohl

Höler will jedenfalls in den nächsten Spielen erst mal nicht mehr antreten. Die Frage stellt sich deshalb, wer tut es dann? "Nils (Petersen) hat mich gefragt, ob ich den Elfer schießen würde, wenn es einen gäbe. Und da habe ich ja gesagt", meinte Lucas Höler nach dem Fehlversuch von Düsseldorf. Petersen selbst fühlt sich nach dem wichtigsten Strafstoß seiner Karriere im Olympia-Finale 2016 nicht mehr wohl in der "Situation Strafstoß". Er hatte seinen Elfer vergeben, Deutschland holte Silber statt Gold. Davor war er als Schütze eine Bank gewesen, seither vergab er wiederholt.

Die sichersten Schützen standen zuletzt nicht in der Startelf

Und auch Christian Günter, Jonathan Schmid und Janik Haberer vergaben in der Vergangenheit vom Punkt. Bislang zuverlässig waren Jerome Gondorf, Vincenzo Grifo und Luca Waldschmidt. Letzterer verwandelte die letzten fünf für Freiburg mit unglaublicher Ruhe und Sicherheit. Doch keiner der drei potenziellen Schützen stand im letzten Spiel in der Startelf, Waldschmidt und Grifo wurden erst in der Schlussphase eingewechselt.

Ob Christian Streich sich die "Elfmeter-Frage" stellt, wenn er die Startaufstellung gegen Dortmund festlegt?

AUTOR/IN
STAND