Vincenzo Grifo ist aus Hoffenheim zu seinem "Herzensverein" Freiburg zurückgekehrt (Foto: Imago, imago images / Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga Vincenzo Grifo und seine "zweite Familie" SC Freiburg

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Mittlerweile spielt Vincenzo Grifo zum dritten mal für den SC Freiburg. Dabei wollte er unbedingt in Hoffenheim glücklich werden. Doch die erneute Rückkehr macht den Mittelfeldspieler "mega-happy".

Glücklich sein ist für Vincenzo Grifo wichtig. Dann spielt er nämlich auch guten bis hervorragenden Fußball, der die sitzenden Zuschauer bisweilen von den Plastik-Schalen im Stadion auf die Füße katapultiert und vor Freude schreien lässt. Zuletzt ist das am 18. Mai passiert. Da schickte der SC Freiburg Absteiger 1. FC Nürnberg mit einem 5:1 wieder nach Hause. Zehn Minuten vor Spielende wurde der damalige Winter-Rückkehrer ausgewechselt. Die Freiburger Fans feierten ihn mit Standing Ovations, La Ola und Sprechchören wie "Grifo, du bist ein Freiburger".

Auch den Deutsch-Italiener ließen die überschäumenden Emotionen nicht kalt. Doch der Vertrag mit der TSG Hoffenheim war eindeutig: Die Liebesbeziehung SC Freiburg und Grifo wurde auseinander gerissen. Der Mittelfeldspieler gehörte den Hoffenheimern.

Das Missverständnis Hoffenheim

Bei seinem zweiten Abschied aus Freiburg hatte Grifo dem SC in der Partie gegen Nürnberg sein sechstes Saisontor erzielt, hinzu kamen fünf Assists in 16 Einsätzen seit Januar 2019. Zurück in Hoffenheim wollte sich der Edel-Techniker dann endlich durchsetzen, schon in Mönchengladbach war er zuvor gescheitert.

Doch Grifo spielte unter dem neuen Trainer Alfred Schreuder in den ersten Saisonspielen kaum eine Rolle. "Ich hatte eine gute Vorbereitung, aber am Ende wurde ich dann enttäuscht und das hat dann dazu geführt, dass ich einfach weg wollte," erklärte der italienische Nationalspieler seinen erneuten Abgang. Was ihn außer den mageren Einsatzzeiten in Hoffenheim noch alles enttäuschte will Grifo allerdings nicht weiter ausführen: "Ich möchte keine Schlammschlacht anfangen."

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Schöner Sofa-Sieg

Dass Grifo wieder zum SC Freiburg wechseln durfte, spricht für die Hoffenheimer Großzügigkeit. Dass ein Vertragspassus sein Mitwirken im direkt folgenden südbadischen Duell untersagte, zeigt auch Hoffenheims Geschick. Viele fanden es gemein, so etwas im Vertrag überhaupt festzuhalten. Freiburg selbst wars völlig egal. Der deutliche 3:0 Sieg ohne Grifo beendete alle Vertragsdiskussionen. Und Vinzenco Grifo durfte sich über einen schönen Sofa-Sieg freuen.

Dass es für die Breisgauer mit neun Punkten aus vier Spielen bisher so gut läuft, erfreut auch den Edeltechniker. "Es ist natürlich super, den SC so weit oben zu sehen. Wir genießen die Situation sehr, weil das für uns alles andere als gewöhnlich ist", sagte Grifo, der aber auch zur Demut mahnt: "Trotzdem bleiben wir komplett auf dem Teppich. Wir wissen, dass wir weiterhin in jedem Spiel alles raushauen müssen, weil im Fußball auch schnell ganz andere Zeiten kommen können."

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Freiburger Leidtragende

Freiburgs Trainer Christian Streich kann also bisher mehr als zufrieden sein - und jetzt greift auch noch Grifo ein. Der SC-Coach verspricht sich viel vom Standard-Spezialisten: "Er ist ein absoluter Teamplayer." Seine Persönlichkeit, Kritikfähigkeit und seine fußballerischen Fähigkeiten machen ihn laut Streich zu einem besonderen Spieler. Trotzdem hat der 26-Jährige bei Streich keine Einsatz-Garantie.

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Dennoch ist gut möglich, dass sich Spieler wie Brandon Borrello, Roland Sallai oder Changhoon Kwon nicht so sehr auf den Heimkehrer freuen. Denn der Platz im Mittelfeld, links hinter den Spitzen dürfte damit an Grifo vergeben sein. "Es ist schön, einen großen Konkurrenzkampf zu haben, der steigert die Qualität. Natürlich erhoffe ich mir, dass ich viel auf dem Platz stehe, aber dazu muss auch ich Gas geben, mich anbieten und performen - und natürlich wird es ein paar enttäuschte Gesichter geben."

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Es liegt nun an Christian Streich dafür zu sorgen, dass in Freiburg alle glücklich bleiben.

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