Robin Koch gegen Argentinien (Foto: Imago, imago images / Laci Perenyi)

Fußball | Bundesliga Robin Koch - Traum erfüllt, aber kein Träumer

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Die letzte Zeit war aufregend für Robin Koch: Höhenflug mit dem SC Freiburg, dann die Nominierung für die A-Nationalmannschaft gegen Argentinien. Doch statt von der EM zu träumen, bleibt der 23-Jährige bescheiden.

Robin Koch hat derzeit allen Grund freundlich und gut gelaunt zu sein: Der 23-Jährige hat in den letzten Tagen und Wochen so viel Neues erlebt, dass seine Augen noch immer strahlen. Vor allem die Länderspielreise wirkt noch nach. Sein erstes Länderspiel für die A-Nationalmannschaft, ausgerechnet gegen Argentinien und dann noch in der Startelf zu stehen - kaum zu toppen.

Ein Traum geht in Erfüllung

„Es ist natürlich ein Traum in Erfüllung gegangen, relativ kurzfristig und spontan. Ich habe es einfach versucht zu genießen und gegen Argentinien ist natürlich ein Super-Debüt“, sagt Freiburgs Innenverteidiger. Und Robin Koch hat seine Sache gut gemacht, das Gespräch mit dem Bundestrainer nach dem Spiel verlief jedenfalls sehr positiv. „Er (Joachim Löw ) war sehr zufrieden, hat gesagt, dass ich es gut gemacht habe. Ganz unaufgeregt gespielt habe und dass er sehr positiv überrascht war.“

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Nachrichten und Anrufe von SCF-Kollegen

Innerhalb der Mannschaft kam die Nominierung von Bundestrainer Joachim Löw gut an. Zum ersten Mal wurden mit Robin Koch und Luca Waldschmidt gleich zwei Freiburger für einem Länderspiel der deutschen A-Nationalmannschaft nominiert. Viele Mannschaftskameraden haben Robin Kochs Debüt mit großem Interesse verfolgt. „Als ich bei der Nationalmannschaft war, haben die Jungs alle geschrieben oder angerufen, haben sich auch für mich gefreut. Und als ich jetzt zurück gekommen bin war es genauso." Es ist eben eine Gemeinschaft, diese Mannschaft des SC Freiburg. Der Erfolg fördert den Zusammenhalt, doch er hat ihn auch erst möglich gemacht.

Zum Abheben ist Robin Koch nicht nur viel zu bescheiden, sondern auch zu clever. Der Innenverteidiger, der in Kaiserslautern geboren und aufgewachsen ist, macht einfach weiter wie bisher auch. Und das ist sicherlich auch das Beste, was er tun kann. Es gibt ja auch keinen Grund zum Abheben. „Man ist stolz, dass man das erreicht hat, dass der Traum in Erfüllung gegangen ist. Aber es gibt keinen Grund sich jetzt großartig zu verändern, man hat Selbstvertrauen, aber das hatte ich vorher auch. Es hat sich für mich nichts geändert.“

Der Sohne hat dem Vater etwas voraus

Eines hat sich natürlich doch geändert, denn nun hat Robin Koch etwas erreicht, was sein Vater Harry Koch, mit 220 Spielen für den 1. FC Kaiserslautern eine Legende auf dem Betzenberg, nie geschafft hat. Ein Länderspiel für die A-Nationalmannschaft. Und dennoch, ein paar Dinge gibt es durchaus noch, die der Vater, dem Sohn voraus hat. „Jetzt habe ich ein Länderspiel mehr als mein Dad, aber bei allem anderen hänge ich schon ein bisschen hinterher. Ich habe noch ein wenig Zeit, vielleicht klappt es ja mal mit der Deutschen Meisterschaft oder dem Pokal - er hat ja beides gewonnen."

Jetzt gilt es für Robin Koch, sich wieder voll und ganz auf die Bundesliga einzustellen und dort weiter zu machen, wo er vor seiner Nominierung aufgehört hat. Leistung zeigen, sich immer wieder anbieten. Eigenschaften, mit denen er groß geworden ist und die er so schnell auch nicht ablegen wird.

Keine Träume von der EM 2020

Und er denkt im Hier und Jetzt und fängt nicht gleich an zu träumen. Auch nicht von der Europameisterschaft 2020. „Da habe ich mir bislang wenig Gedanken gemacht, das lasse ich jetzt mal alles auf mich zukommen. Bin jetzt erst einmal wieder hier und mit dem SC Freiburg haben wir jetzt wichtige Wochen vor uns.“ Das ist sicherlich die richtige Einstellung, um am Ende vielleicht doch mit Jogis Truppe im kommenden Jahr mitzureisen.

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