Der Joker hat gestochen: Luca Waldschmidt (SC Freiburg) erzielt den 2:1 Siegtreffer bei Fortuna Düsseldorf. (Foto: Imago, Eibner)

Fußball | Bundesliga Luca Waldschmidt: Der unzufriedene "kleine Robben"

Auch beim 2:1-Erfolg in Düsseldorf saß Luca Waldschmidt vom SC Freiburg zunächst nur auf der Bank. Dann entschied der Nationalspieler mit einem herrlichen Treffer das Spiel. Glücklich wirkte er danach aber nicht, sein Reservistendasein stimmt ihn unzufrieden.

Vielleicht ist es für Luca Waldschmidt im Topspiel gegen Borussia Dortmund (Samstag, 15:30 Uhr)schon wieder so weit. Der 23-Jährige dürfte jedenfalls besonders gespannt sein, ob es im Spitzenspiel des siebten Bundesliga-Spieltags mal wieder für die Startelf des SC Freiburg reicht.

Beim 2:1-Sieg bei Fortuna Düsseldorf hat er jedenfalls nach seiner Einwechslung ein ganz starkes Argument dafür abgeliefert. Zuletzt gab SC-Coach Christian Streich dem formstarken Lucas Höler den Vorzug, und angesichts des dritten Platzes und 13 Punkten nach sechs Spielen kann der damit nicht viel falsch gemacht haben.

Christian Günter: "Die Mannschaft zählt"

"Es ist für einige echt nicht so einfach, wenn man Luca heute zum Beispiel sieht. Aber es kommt nicht auf Einzelne an, nur auf die Mannschaft", sagte Kapitän Christian Günter. Sein schöner Treffer zum Sieg gefiel allerdings auch Trainer Streich, der im Anschluss der Partie den Umgang seines Offensivtalents mit seiner Jokerrolle würdigte.

Waldschmidt selbst wollte eigentlich gar nicht mehr reden. Stattdessen verließ er zunächst wortlos die Kabine. Der Offensivakteur ist seit einigen Wochen Nationalspieler, und gilt nicht erst seit seinem schönen Tor in Düsseldorf als hochveranlagt - von Beginn an ließ ihn Streich in den vergangenen drei Spielen trotzdem nicht ran. Also lief Waldschmidt in Düsseldorf mit ernster Miene in Richtung des Mannschaftsbusses. Kaum ein Gedanke daran, dass er kurz zuvor seinen SC auf den dritten Tabellenplatz geschossen hat. "Der Tabellenplatz ist nicht entscheidend, so Waldschmidt kurz und knapp. Die Champions League bleibt für den Stürmer noch ein Traum - aber träumen ist ja erlaubt.

Seit Waldschmidt Ende August erstmals von Bundestrainer Joachim Löw ins A-Team berufen worden war, stand er nur noch gegen den 1. FC Köln (1:2) in der Startelf. Gegen Hoffenheim und Augsburg war er dann wie gegen die Fortuna nur Ersatz - ein Solo wie in Düsseldorf aber gelang ihm zuvor nicht. Waldschmidt schnappte sich den Ball im Mittelfeld, zog nach innen, und schoss den Ball mit links aus rund 18 Metern ins lange Eck des Fortuna-Tors. Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier würdigte ihn im Anschluss als "kleinen Robben, wie er da nach innen zieht".

Waldschmidts Laune nicht die beste

Waldschmidt selbst reagierte alles andere als euphorisch. Mit leiser, monotoner Stimme flüchtete er sich in Allgemeinplätze, redete darüber, dass er immer probiere, der Mannschaft zu helfen, und dass trotz seiner Reservistenrolle ja eigentlich alles gar nicht so ungewöhnlich ist. "Keiner sitzt gerne auf der Bank," kommt ihm dann noch über die Lippen.

Der Nationalspieler nimmt seine Situation hin, auch wenn sie ihm nicht gefällt. Vielleicht sind das einfach nur Lernprozesse in der Karriere eines zukünftigen Nationalstürmers? Schließlich müssen mit so einer "Jokerrolle" auch arrivierte Star-Stürmer mal klar kommen. Frag' nach bei Mario Gomez vom VfB Stuttgart. Und vielleicht ist Waldschmidt gegen den BVB schon wieder vom Anpfiff weg mit von der Partie!?

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