Ein Sonderzug mit Freiburger-Fans ist in Berlin in Brand geraten (Foto: Imago, imago images/IPON)

Fußball | Bundesliga Update: Sorgte defekte Heizung für Brand in Fanzug des SC Freiburg?

Nach dem Brand in einem Sonderzug von Freiburger Fans ist die Ursache noch nicht geklärt. Die Polizei hält einen technischen Defekt aber für wahrscheinlich. Die meisten Zeugen sprechen von einer zu warmen Heizungsanlage.

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Ermittler konzentrieren sich auf Heizungsanlage

Fünf Tage nach dem Brand in einem Fanzug des SC Freiburg wird nach wie vor "in alle Richtungen" ermittelt. Dies bestätigte Matthias Lehmann, Pressesprecher bei der Bundespolizei Berlin, gegenüber SWR Sport. Etwa 50 Reisende des Charterzugs wurden mittlerweile zu den Vorfällen befragt. Eine Vielzahl der Zeugen habe von einer "warmen Heizungsanlage" im Zug berichtet.

Deshalb dürften sich die Ermittlungen insbesondere auf diese mögliche Brandursache konzentrieren. Der Verdacht, dass Freiburger Fans im Zug Böller oder Bengalos gezündet hätten, scheint sich hingegen nicht zu erhärten. Hierzu habe es keine Hinweise gegeben, so die Bundespolizei.

Betreiber postet auf Facebook - und löscht den Post wieder

Der Großteil der 760 Freiburger Fans war am Samstag Abend mit dem Schrecken davon gekommen, drei Personen waren mit Rauchverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Nach der 0:2 Niederlage bei Union Berlin war ein privat gecharteter Sonderzug in Brand geraten. Der Betreiber "Centralbahn AG" des Privatzuges, der die Fans transportierte, hatte auf seiner Facebookseite einen technischen Defekt ausgeschlossen, "da der Brand offensichtlich im Innern eines Abteils in der Wagenmitte ausgebrochen ist, wo es keine Technik gibt." Ein Heizungsschaden, über den spekuliert werde, scheide aus, da sich die Technik dazu unter dem Wagen befinde - im Inneren des Wagens verliefen lediglich Heizwasserleitungen. Mittlerweile hat der Betreiber diese Meldung wieder von seiner Facebook-Seite entfernt.

Augenzeugenberichte lassen Zweifel

Fans, die laut eigener Aussage Insassen des Zuges waren, berichten, dass die Heizung des Zuges bereits vor Fahrtbeginn geraucht und ein Heizungskasten beim Verlassen des Zuges in Brand gestanden habe. Der "Badischen Zeitung" erzählte ein weiblicher Fan von Rauchentwicklung schon eine halbe Stunde vor Abfahrt. Die zuständigen Personen hätten die Fans mit den Worten beruhigt, es wäre lediglich die Heizung, die sich aufheize. Ein anderer Augenzeuge (Feuerwehrmann aus Pfaffenweiler) berichtete der "Badischen Zeitung", dass er zuerst Rauch sah. Weil er einen hellroten Schein durch schmale Ritzen der Zwischendecke sah, habe er im Beisein eines Zugbegleiters die Zwischendecke eingeschlagen, dann erst seien die Flammen herausgeschlagen. Seine Handyfotos liegen der Zeitung vor.

Waggon lichterloh in Flammen

Der Zug war am Samstagabend in Berlin kurz nach dem Start gegen 20 Uhr wegen Rauchentwicklung am Bahnhof Bellevue stehen geblieben. Laut Berichten der örtlichen Feuerwehr brannte ein Waggon "in voller Ausdehnung", Bilder im Internet zeigten schnell einen Waggon, der lichterloh in Flammen stand. Sämtliche Waggons wurden geräumt, ebenso wie zwei S-Bahnen, die zeitgleich mit dem brennenden Zug in den Bahnhof eingefahren waren. Nah- und Fernverkehr auf der Strecke wurden gestoppt, der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt. Gegen 22 Uhr war der Brand weitgehend gelöscht.

REDAKTION
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