Mark Flekken vom SC Freiburg (Foto: Imago, Lacy Perenyi)

Fußball | Bundesliga Flekken oder Schwolow? Der Kampf um Freiburgs Tor

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Der SC Freiburg kassierte in dieser Bundesliga-Saison in sechs Heimspielen nur nur sechs Gegentore. Und die Frage ist: Welcher Tormann soll diese Bilanz gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15:30 Uhr) festhalten?

Wer Mark Flekken am Mikrofon hat, muss schon ganz genau hinhören, um einen Hauch von Akzent zu erhaschen. Der Niederländer spricht feinstes Deutsch - und auch in der Aussage ist der 26-Jährige klar. Er redet nichts schön, er spricht an, was nicht gut war.

Flekken zeigt sich selbstkritisch

Nach sechs starken Paraden im aufreibenden Spiel beim Tabellenführer Mönchengladbach thematisiert der Keeper nach der Partie zuerst den einen Fehler, den er machte und der zum frühen Gegentor führte: "Es fängt natürlich Kacke an in der dritten Minute mit dem Fehler. So ein Fehler wird halt bestraft auf diesem Niveau."

Kraft aus der Niederlage kann der blonde Keeper dennoch schöpfen. Er hatte jede Menge zu tun gegen die Gladbacher Offensive: "Es ist immer gut, wenn man viel halten kann, aber ich würde es einwechseln gegen den Fehler am Anfang, denn dann kommt man anders ins Spiel rein."

Selbstkritik und eine gesunde Selbsteinschätzung besitzt die Freiburger Nummer zwei. Er hatte unbedingt glänzen wollen, schließlich stammt er aus Kerkrade, unweit von Mönchengladbach, die Eltern waren im Stadion. Fünf Spiele hat Flekken als Ersatzmann des verletzten Stammkeepers Alexander Schwolow absolviert, war maßgeblich an dem Punkt in Bremen und dem Sieg gegen Frankfurt beteiligt. Jetzt steht ein sechstes Match an, weil Schwolow wohl noch nicht ganz fit ist.

Gibt es ein Rennen um die Nummer eins?

Schwolow, die Freiburger Nummer eins, ist seit dieser Woche wieder zurück im Mannschaftstraining und Trainer Christian Streich steht vor der schweren Entscheidung, entweder den zweiten Keeper trotz guter Leistungen wieder auf die Bank zu setzen oder den Kampf um die Stammtorhüter Position offiziell zu eröffnen. Ein eher unwahrscheinliches Szenario für das traditionelle Freiburger Bedürfnis nach Medienruhe.

Signale hat Flekken vom Verein nach dem Spiel in Mönchengladbach noch nicht bekommen. Die Anfrage nach einem Interview zwei Tage vor dem Spiel gegen Wolfsburg wurde vom Verein abgelehnt, was zeigt, wie sensibel das Thema im Breisgau ist und wie wenig dem SC daran liegt, dass es öffentlich diskutiert wird.

"Ich kann nur Woche für Woche auf dem Platz zeigen, was ich draufhabe. Die Entscheidung liegt beim Trainer", sagte Flekken noch nach dem Gladbach-Spiel, wo er eine Quote von 82 Prozent gehaltener Bälle als Arbeitsnachweis hatte.

Schwere Entscheidung für Streich und Kronenberg

SC-Coach Streich und sein Torwarttrainer Andreas Kronenberg haben keine leichte Entscheidung zu treffen. Sie haben zwei gute Keeper, wen lassen sie spielen? Die Antwort gibt es erst am Samstag.

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