Enttäuschte Spieler des SC Freiburg nach Abstieg 2015 (Foto: Imago, imago/Sven Simon)

Fußball | Bundesliga Hannover ist kein gutes Pflaster für den SC Freiburg

Statistisch gesehen hat Hannover 96 gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten eine bessere Bilanz als gegen den SC Freiburg. Besonders schwer wiegt bei den Breisgauern eine Niederlage im Mai 2015.

Acht Siege, sieben Unentschieden und vier Niederlagen stehen in den Geschichtsbüchern von Hannover 96 in Bezug auf den SC Freiburg geschrieben. Momentan sind die Niedersachsen gegen den SC seit sechs Spielen ungeschlagen, so lange wie gegen keinen anderen Bundesligisten. Statistiken sind emotionslos. Doch eine Niederlage hängt den Freiburgern noch immer nach.

Es ist der 23. Mai 2015. Der letzte Bundesliga-Spieltag. Freiburg ist zu Gast bei Hannover 96. Der SC und die 96er stehen punktgleich auf den Tabellenplätzen 14 und 15. Ein Punkt dahinter der VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Der HSV und Paderborn auf den Abstiegsplätzen 17 und 18. Ein Unentschieden würde dem SC zum Klassenverbleib reichen. Doch es kommt alles anders.

Sieg gegen die Bayern am 33. Spieltag

Der SC Freiburg hatte am 33. Spieltag den FC Bayern zu Hause mit 2:1 geschlagen, die Euphorie und der Glaube an den Klassenverbleib waren deshalb riesig. Der Sport-Club fährt mit dementsprechend breiter Brust gen Norden. Zumal die anderen Mannschaften ja schließlich auch erst einmal punkten müssen. 

Nach drei Minuten nimmt das Drama seinen Lauf. Hannover geht durch Hiroshi Kiyotake in Führung. Nur eine Minute später liegt Stuttgart gegen Paderborn mit 0:1 hinten. Also alles gut, denn auch beim HSV, der zu Hause den Tabellenfünften Schalke empfängt, steht es noch 0:0. Doch dabei bleibt es nicht. Der VfB Stuttgart dreht durch die Tore von Daniel Didavi und Daniel Ginczek das Spiel, siegt mit 2:1 und bleibt dadurch in der Liga. Hamburg dreht gegen willenlose Schalker auf und siegt mit 2:0 und rettet sich auf den Relegationsplatz - wieder einmal.

Schlotterbeine und Pech

Und Freiburg? Hat Schlotterbeine und Pech. Hannovers damaliger Torwart Ron-Robert Zieler klärt stark gegen Admir Mehmedi und hält den knappen Vorsprung. In der 84. Minute dann die Entscheidung. Ein unglückliches Eigentor von Freiburgs Innenverteidiger Pavel Krmas. Hannover 96 führt mit 2:0 und ist gerettet. Und der SC? Er kämpft, kommt durch den eingewechselten Nils Petersen in der Nachspielzeit noch auf 1:2 heran. Doch mehr geht nicht. Der SC Freiburg verliert, und wegen der Ergebnisse auf den anderen Plätzen steigt der Sport-Club als Tabellensiebzehnter direkt aus der Bundesliga ab.

Es ist für Freiburg wahrscheinlich der emotional schlimmste Abstieg aus der höchsten Spielklasse, denn damit hatte zuvor keiner mehr gerechnet. Ein Unentschieden der Hamburger gegen Schalke und der Sport-Club hätte zumindest die Relegation erreicht. Auch ein Unentschieden oder eine Niederlage des VfB Stuttgart hätte dem SC Freiburg trotz einer Niederlage in Hannover gereicht. Doch so war der bittere Gang ins Fußball-Unterhaus besiegelt.

Hannover gegen Freiburg - dieses Mal am 33. Spieltag

Am Samstag stehen sich beide Mannschaften am vorletzten Spieltag gegenüber. Wieder empfängt Hannover 96 den SC Freiburg. Der Gastgeber kämpft als Tabellenletzter mit wenig Hoffnung ums nackte Überleben. Freiburg ist - zum Glück aus Sicht der Breisgauer - bereits gerettet. Wer weiß, was 2019 passiert wäre, wenn auch der SC Freiburg kurz vor dem Saisonende noch Punkte für den Klassenverbleib hätte sammeln müssen. Christian Streich jedenfalls ist froh darüber, denn was vor vier Jahren in Hannover passierte, lässt ihn bis heute nicht kalt.

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