Dominique Heintz (Foto: Imago, Fleig / Eibner-Pressefoto;)

Bundesliga | SC Freiburg Kleine Zeitenwende im Breisgau

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Nachdem Jahr für Jahr Leistungsträger abgegeben werden mussten, hat der SC Freiburg vor dieser Saison mit seinen Transfers zumindest auf dem Papier an Qualität gewonnen.

Jahr für Jahr ereilt den SC Freiburg das gleiche Schicksal. Nach einer guten bis sehr guten Bundesliga-Saison klopfen größere Klubs bei den Leistungsträgern an – und für eine stolze Ablösesumme müssen die Breisgauer ihre Besten ziehen lassen. So geschehen bei Maximilian Philipp, Matthias Ginter und Roman Bürki (alle Dortmund), Vincenzo Grifo (Mönchengladbach), Oliver Baumann (Hoffenheim), Daniel Caligiuri (Wolfsburg) oder auch Papiss Demba Cissé (Newcastle). Diese Liste ließe sich lange weiterführen.

Vor der neuen Saison ist die Situation einen andere: Abgesehen von Innenverteidiger Marc Oliver Kempf, denn es ablösefrei nach Stuttgart zog, verließen nur altgediente Spieler im höheren Fußballer-Alter den Verein. Dem gegenüber stehen vier Neue, für die die Freiburger für ihre Verhältnisse viel Geld in die Hand nahmen. Eine Zeitenwende im Breisgau also?

Hoffnung auf Qualitätsgewinn

"Wir wollen ja Fußball spielen und das war letztes Jahr nur bedingt möglich", sagt Trainer Christian Streich. "Ich hoffe, dass wir mit den Neuen mehr spielerische Qualität bekommen haben und dass sie gesund bleiben. Man sieht, dass sie kicken können."

Ganz oben steht, was die Ablöse angeht, Luca Waldschmidt. Der 22-Jährige kommt für fünf Millionen Euro von Absteiger Hamburger SV, für den er in 21 Spielen einmal traf. Im Breisgau hofft der Mittelstürmer, der auch auf den Flügeln einsetzbar ist, auf mehr Einsatzzeiten. Waldschmidt gilt als guter Vorbereiter, der auch gerne selbst den Abschluss sucht. Nach Admir Mehmedi, der 2014 für sechs Millionen Euro aus Kiew kam, ist er der zweitteuerste Zugang in der SC-Geschichte.

Heintz fühlt sich schon heimisch

Ebenfalls von einem Absteiger kommt Innenverteidiger Dominique Heintz. Für den gebürtigen Pfälzer überwiesen die Freiburger drei Millionen Euro an den 1. FC Köln. Drei Jahre lang war Heintz dort Stammspieler. Beim SC soll er mit seinem starken linken Fuß und der guten Spieleröffnung Kempf ersetzen und die anfällige Defensive stabilisieren. Von den Neuen hat er wohl die besten Chancen auf viele Einsätze.

Da ist es wichtig, dass sich der Ex-Lauterer in Freiburg schon jetzt angekommen fühlt:

"Freiburg ist für mich mit dank der Berge und dem Schwarzwald mit zuhause vergleichbar. Mein Hund freut sich schon jetzt darauf, immer in den Wald rauszugehen. Ich bin selbst in der Natur groß geworden und fühle mich hier sehr wohl."

Dominique Heinzt

Streich ist bereits von dem 24-Jährigen überzeugt: "Er kämpft um einen Platz in der Anfangsformation gegen Frankfurt, arbeitet gut und ist fleißig. Er hat einen guten Spielaufbau und eine gute Spielidee."

Freiburger Harmonie

Auch Jérôme Gondorf hat sich schnell in Freiburg zurechtgefunden. "Das ging hier mit Abstand am schnellsten in meiner Karriere", sagt der 30-Jährige, der für 1,3 Millionen Euro aus Bremen kam. "Die Jungs sind alle sehr herzlich und bodenständig. Man hat das Gefühl, dass man zwischenmenschlich wirklich mit jedem auf einer Wellenlänge ist." Der gebürtige Karlsruher wurde als Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Offensive und hat 83 Bundesligaspiele vorzuweisen. Streich schätzt an ihm seine Kreativität und seinen Charakter.

Das Quartett der Neuen komplettiert Torwart Mark Flekken. Der 25-Jährige wechselte für 800.000 Euro vom MSV Duisburg in den Breisgau und muss sich zunächst hinter Stammkeeper Alexander Schwolow anstellen.

Gutes Gefühl bei allen Neuen

Nach den ersten Wochen mit den Neuen im Team zieht Sportvostand Jochen Saier ein positives Zwischenfazit:

"Wenn ich sehe, wie alle miteinander umgehen, ist das ein sehr eingeschworener Haufen. Man hat das Gefühl, die Neuen sind schon ewig hier und sofort richtig mit dabei. Das fühlt sich gut an."

Ganz abgeschlossen ist die Kaderplanung des SC aber noch nicht. Vor allem offensiv werden noch Verstärkungen gesucht. Doch schon jetzt ist die Stimmung sehr positiv und das Team wirkt gewachsen. Fast alle Leistungsträger sind geblieben und die Neuen sind vielversprechend – eine kleine Zeitenwende beim SC Freiburg.

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