Fußball-Lehrer Christian Streich startet mit dem SC Freiburg in seine achte Bundesliga-Saison.  (Foto: SWR, Eibner)

SC Freiburg | Teamcheck Mit fünf Neuen auf einen Streich ins Tabellen-Mittelfeld

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Nach dem Fast-Abstieg in der letzten Saison möchte der SC Freiburg eine Zeitenwende einleiten. Dabei helfen sollen vielversprechende Neuzugänge und bewährte Leistungsträger.

So lief die vergangene Saison

Das zweite Jahr in der Bundesliga nach dem Wiederaufstieg 2016 sollte sich für den SC Freiburg als echte Zitterpartie entpuppen. Schon am dritten Spieltag wurde der Abstiegskampf eingeläutet, der den Sportclub die gesamte Saison über begleiten sollte.

Nach einem kurzen Hoch zu Beginn der Rückrunde und dem zwischenzeitlichen 12. Rang schien die ersehnte Kehrtwende eingeleitet worden zu sein. Die folgende Punkte-Ausbeute von nur einem Zähler aus sieben Partien warf die Breisgauer aber zurück auf den Relegationsplatz. Erst am letzten Spieltag festigte der SC mit einem 2:0 über den FC Augsburg Tabellenplatz 15 und sicherte sich damit den Klassenerhalt.

Wer kommt, wer geht?

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren konnte Freiburg den Großteil seiner Leistungsträger in diesem Transfer-Sommer halten. Die Abgänge von Aleksandar Ignjovski (Magdeburg), Mats Möller Daehli (St. Pauli), Rafael Gikiewicz (Union Berlin), Vincent Sierro (St. Gallen), Lucas Hufnagel (Unterhaching), Mohamed Dräger (Paderborn), Karim Guédé (Sandhausen) Patric Klandt (Nürnberg) und Georg Niedermeier (Melbourne) sind für den Club wohl zu verkraften. Anders sieht es bei den beiden Abwehr-Hünen Marc Oliver Kempf und Caglar Söyüncü aus. Während es Kempf ablösefrei zum Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart zog, bescherte Söyüncü dem SC mit seinem Wechsel zu Leicester City einen warmen Geldregen. Kolportierte 21 Millionen Euro überwies der englische Überraschungs-Meister von 2016 für den türkischen Nationalspieler.

Den Qualitäts-Verlust in der Abwehrzentrale soll Dominique Heintz (1. FC Köln) abfangen. Luca Waldschmidt (Hamburger SV), Jérôme Gondorf (Werder Bremen) und Brandon Borrello (1. FC Kaiserslautern) verstärken dagegen die Offensive - nachdem Freiburg in der abgelaufenen Spielzeit mit nur 32 Treffern den zweitschwächsten Angriff der Liga stellte. Mark Flekken (MSC Duisburg) nimmt den Posten hinter der umworbenen Nummer Eins Alexander Schwolow ein.

Außerdem rücken Constantin Frommann, Keven Schlotterbeck und Chima Okoroji aus der zweiten Mannschaft in den Profikader.

Trainer

Seit dem 1. Januar 2012 leitet Christian Streich die Geschicke des SC Freiburg und erlebte seitdem zahlreiche Höhen und Tiefen. Dem Abstieg in der Saison 14/15 folgten der direkte Wiederaufstieg und die Play-offs für die Europa-League. In der vergangenen Spielzeit machte der SC dagegen erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt. Trotzdem ist Streich im Verein absoluter Sympathieträger und aus dem Breisgau nicht mehr wegzudenken.

Das liegt vor allem an der hervorragenden Arbeit des 53-Jährigen, die in der jüngeren Vergangenheit auch außerhalb Freiburgs für Schlagzeilen sorgte. Laut Medienberichten hatte sich sogar der FC Bayern mit Streich beschäftigt, als ein Nachfolger für Jupp Heynckes gesucht wurde. Auch mit dem Erbe von Joachim Löw als deutscher Nationaltrainer wurde Streich nach dem frühen Ausscheiden bei der WM 2018 in Russland in Verbindung gebracht.

Dauer

Gerüchte wie diese schmeicheln dem Fußball-Lehrer zwar, bringen ihn aber nicht aus der Fassung. Streich bleibt weiter auf den SC Freiburg fokussiert und hat für seine achte Saison im Breisgau ambitionierte Ziele.

Erwartungen an die kommende Saison

Mit dem Abstiegskampf will der SC Freiburg in der kommenden Spielzeit nichts mehr zu tun haben. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld soll es werden - mit genug Vorsprung auf die Abstiegsplätze. Und diese Ziele scheinen nicht unbegründet zu sein. Denn im Gegensatz zu den letzten Jahren konnten die Breisgauer fast alle Leistungsträger halten und die Qualität des jungen Kaders weiter aufwerten. Die Neuzugänge wurden gut in die Mannschaft integriert und versprechen mehr Erfahrung und Konstanz.

Den ersten Charakter-Test der Saison hat der SC Freiburg am Montag bestanden. Die Freiburger siegten im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus zwar erst im Elfmeterschießen, allerdings bewies die Mannschaft Moral, als Mike Frantz das Team erst in der Nachspielzeit in die Verlängerung rettete. Darauf können die Breisgauer in der neuen Saison aufbauen.

Mit dieser Mannschaft startet der SC Freiburg in die Saison 1819. (Foto: SWR, Eibner)
Mit dieser Mannschaft startet der SC Freiburg in die Saison 18/19. Eibner
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