In der Hinrunde hat Dominique Heintz (hier im Duell mit Sebastian Hallér von Eintracht Frankfurt) die Abwehr des SC Freiburg stabilisiert und den Abgan von Caglar Söyüncü kompensiert (Foto: Imago, Jan Huebner)

Fußball | Bundesliga SC-Freiburg-Verteidiger Dominique Heintz im Porträt

Dominique Heintz wurde im Sommer geholt, um die Abwehr des SC Freiburg zu stabilisieren. Doch der Pfälzer, den alle nur "Heintzi" nennen, hat noch ganz andere Ziele.

Wenn Dominique Heintz durch sein Heimatdorf Kirrweiler geht, sagt kaum jemand "Hallo Herr Heintz!" Vielmehr rufen sie ihren wohl prominentesten Bürger "Heintzi". Etwas mehr als 2.000 Einwohner hat Kirrweiler, das zwischen Neustadt an der Weinstraße und Landau liegt. Es ist immer noch der Erstwohnsitz von Dominique Heintz, der dort aufwuchs und im ansässigen Fußballverein SV Herta Kirrweiler seine ersten fußballerischen Raffinessen lernte.

Dominique Heintz ist bis heute Mitglied in diesem Verein und wird es wohl auch immer bleiben. "Heintzi", wie ihn übrigens auch seine Freiburger Mitspieler und das Trainerteam rund um Christian Streich nennen, ist ein enorm sympathischer, bodenständiger und tief verwurzelter Fußballprofi. 2017 heiratete er in Kirrweiler seine Jugendfreundin Laura, die wie er aus der Südpfalz stammt. Nach seiner Karriere wird Dominique Heintz ziemlich sicher in seine alte Heimat zurückkehren.

Dominique Heintz begann als Stürmer

Dennoch ist er einer, den es rauszieht, wenn es um Fußball geht. Schon im Alter von sieben Jahren spielte er beim großen 1. FC Kaiserslautern vor. Er überzeugte die dortigen Jugendtrainer sofort. Von da an hieß es für Vater Christoph, der zu dieser Zeit meist nachts in einer Fleischerei arbeitete, den Sohnemann nachmittags zum Training nach Kaiserslautern zu fahren - eine Stunde hin und eine Stunde wieder zurück. Schon bald waren es vier Trainingseinheiten pro Woche.

Doch das Engagement des Vaters und des Sohnes zahlten sich aus: Dominique Heintz wurde ein Stürmer mit vielen Qualitäten und erzielte in seiner Jugendzeit bei den Roten Teufeln 500 Tore. Der Zufall wollte es, dass er in der C-Jugend als Innenverteidiger eingesetzt wurde und es so gut machte, dass er diese Position bis heute behielt.

Sie nennen ihn "Heintzi"

Am 21. September 2011 unterschrieb "Heintzi" seinen ersten Profivertrag beim 1. FC Kaiserslautern. Sein Bundesliga-Debüt gab er im Mai 2012 beim Auswärtsspiel in Hannover. Nach 64 Spielen für den FCK wechselte er 2015 zum 1. FC Köln. Er wollte den nächsten Schritt gehen, sich weiter entwickeln. Am 4. Spieltag gelang ihm im Spiel gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Bundesliga-Tor - per Kopf. Das erste von insgesamt vier Bundesliga-Toren. Drei Jahre spielte er am Geisbockheim, 94 Bundesliga-Spiele für den FC - drei Jahre lang verpasste der bullige 1,90-Meter-Mann nahezu kein Spiel. Nach dem Abstieg Kölns wechselte er per Ausstiegsklausel zum SC Freiburg.

"In unserem ersten Gespräch hat er damals gesagt, er will nach Freiburg, weil er sich hier weiter entwickeln möchte. Ein ganz toller Junge, der unheimlich viel annimmt und immer an sich arbeitet", erzählt Freiburgs Trainer Christian Streich. Auch in der Mannschaft ist "Heintzi" sehr beliebt. "Ein richtig guter Typ, mit dem man viel Spass haben kann. Nur, dass er mal Stürmer war, davon sieht man heute nichts mehr; da kann er bei uns ruhig mal was zeigen", scherzt Mitspieler Pascal Stenzel.

Der SC Freiburg hat Schalke und die Eintracht ausgestochen

Vor seinem Wechsel nach Freiburg waren auch Schalke und Frankfurt an Dominique Heintz interessiert. Finanziell sicherlich lukrativer als bei den Breisgauern. Doch Dominique Heintz entschied sich für den Sport Club, denn Geld ist wichtig aber für ihn eben nicht alles. Dominique Heintz setzt seine eigenen Prioritäten. Er denkt und handelt absolut professionell und stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft. Er ist kein Showman mit Gucci-Täschchen, sondern einer, der unauffällig seinen Weg gehen möchte.

Und der ist für den 25-Jährigen noch lange nicht beendet. Weiter dazulernen will er, sich stetig verbessern. Um vielleicht irgendwann sein großes Ziel zu erreichen: Einmal mit der A-Nationalmannschaft bei einem Länderspiel auflaufen. Warum nicht? Der SC Freiburg diente schon vielen als Sprungbrett in die Nationalmannschaft. Vielleicht gelingt es ja auch "Heintzi".

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