Der SC Freiburg hadert mit Videobeweis (Foto: Imago, EIBNER/Joachim Hahne)

Bundesliga | SC Freiburg Der SC Freiburg hadert mit Videobeweis

Nach dem 0:0 auf Schalke regte sich Freiburgs Trainer Christian Streich über den Video-Assistenten auf. Der Videobeweis habe dem SC Freiburg abermals den Sieg gekostet.

Nach der erneuten Entscheidung gegen den SC Freiburg verfluchte Christian Streich die Einführung des Videobeweises. "Klar, wir leben in einem Technologie-Zeitalter. Aber ich bin altmodisch. Ich hätte es lieber so wie früher", meinte der 53 Jahre alte Trainer. Wie eine Woche zuvor hatten die Fernsehbilder am Samstag beim 0:0 bei Schalke 04 entscheidenden Einfluss - erneut nicht zugunsten der Breisgauer.

Es lief die 81. Minute, als Schiedsrichter Frank Willenborg den Freiburgern einen Handelfmeter und damit die große Chance zum Sieg zusprach. Nach Intervention der Video-Assistenten Harm Osmers und Tobias Reichel und eigenem Studium der TV-Bilder nahm der Unparteiische den Strafstoß aber wieder zurück. Schalkes Omar Mascarell war bei einer Rettungsgrätsche nahe der Außenlinie der Ball an den Arm gesprungen.

Streich meint, der Video-Assistent hätte nicht eingreifen dürfen

"Ich finde nicht, dass man da in der Szene Elfmeter pfeifen muss", räumte Streich ein. Der entscheidende Punkt war für ihn aber, dass sich seiner Ansicht nach laut Regelwerk niemand in Köln hätte einschalten dürfen, weil es "keine klare Fehlentscheidung" war. Schiedsrichter-Experte Markus Merk pflichtete ihm bei. Er sei "erstaunt, dass der Video-Assistent eingegriffen" habe, meinte er bei Sky. "Es ist Fakt, dass es keine klare Fehlentscheidung war."

Eine Woche zuvor hatte der Videobeweis den Freiburger Sieg gegen den VfL Wolfsburg verhindert. In der Nachspielzeit war Philipp Lienharts Kopfballtreffer zum 4:3 wegen einer Abseitsstellung wieder aberkannt worden. "Jetzt wieder so eine Entscheidung, das ist ein bisschen viel halt", sagte Streich. Linksverteidiger Christian Günter, der in der Nachspielzeit vom Platz gestellt worden war, meinte: "Da fühlt man sich jetzt im Nachhinein ein Stück weit benachteiligt."

Mike Frantz fällt auf unbestimmte Zeit aus

Auch mit der Gelb-Roten Karte für Günter konnte sich Streich nicht anfreunden. Den Platzverweis fand der Trainer "unverständlich" und "verrückt". Am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg wird der Stammspieler den Badenern fehlen.

Ob Mittelfeldspieler Mike Frantz bis dahin wieder fit ist, war am Sonntag noch unklar. Der Kapitän war nach dem rüden Foul von Rotsünder Suat Serdar zur Halbzeit ausgewechselt worden. Frantz wird mit einer Kniescheiben-Prellung auf unbestimmte Zeit ausfallen. Eine Alternative ist dagegen wieder Amir Abrashi. Der Defensivspieler kam nach seinem Kreuzbandriss und fast ein Jahr nach seinem letzten Bundesliga-Einsatz auf Schalke erstmals wieder in der Startelf zum Einsatz. Abrashi ersetzte den verletzten Robin Koch.

Freiburg noch immer ohne Sieg in der Rückrunde

Auch nach fünf Spielen wartet die Elf von Streich nun noch auf einen Rückrundensieg. Dennoch war das Remis hilfreich. Weil der VfB Stuttgart und Hannover 96 erneut verloren, wuchs der Abstand auf die Abstiegsränge um einen Zähler an. Als Tabellen-13. mit neun Punkten Vorsprung auf den VfB auf dem Relegationsrang empfängt der Sport-Club am kommenden Wochenende den Erstliga-15. Augsburg. "Irgendwann gewinnen wir vielleicht auch noch gegen die Schiris", meinte Günter schmunzelnd.

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