Mit einem Doppelpack hat Ralf Kohl den SC Freiburg im April 1994 zu einem Sieg gegen den VfB Stuttgart geschossen (Foto: SWR, SWR)

Bundesliga | SC Freiburg Wie Kanzler Kohl den SC Freiburg im Derby beim VfB Stuttgart rettete

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In der ersten Bundesliga-Saison des SC Freiburg lief es lange Zeit nicht sonderlich gut für die Breisgauer. Doch im Saison-Endspurt führte eine Kanzler-Entscheidung zum Klassenerhalt.

Es war die Zeit, als die "Friends" Rachel, Monica, Phoebe, Joey, Chandler und Ross das erste Mal auf Sendung gingen. Kurt Cobain erschütterte Millionen Fans mit seinem Selbstmord, "Der König der Löwen" lief im Kino und die Jugendlichen daddelten auf ihrem Mega-Drive als der SC Freiburg in seiner ersten Bundesliga-Saison gegen den Abstieg kämpfte.

Es lief nicht gerade rund für die von Volker Finke trainierten Breisgauer. Drei Spieltage vor Schluss lagen Jörg Schmadtke, Martin Spanring und Co. zwei Punkte hinter dem 1. FC Nürnberg auf einem Abstiegsplatz. Bundeskanzler Helmut Kohl befand sich mitten im Wahlkampf; doch es war nicht Helmut Kohl, der den SC Freiburg im Derby gegen den VfB Stuttgart in Richtung Klassenerhalt schoss - es war sein Namensvetter Ralf.

Kanzler Kohl im Doppelpack

Und im Gegensatz zu Helmut musste Ralf nicht um sein Amt bangen: Er hatte den "Kanzler" sicher - spätestens seit jenem 23. April 1994. Denn mit einem Doppelpack (14. & 82.) schoss "Kanzler" Kohl den VfB Stuttgart in jenem richtungsweisenden Spiel fast im Alleingang ab. Die weiteren Tore beim 4:0-Sieg im Gottlieb-Daimler-Stadion machte Rodolfo Esteban Cardoso (51. & 70.).

Freiburg schaffte den Klassenerhalt am letzten Spieltag

Der VfB Stuttgart hatte seinerseits noch UEFA-Cup-Ambitionen, doch das Team von Jürgen Röber war an diesem Tag nicht imstande, dem SC Freiburg etwas entgegenzusetzen - die Schwaben verpassten schließlich auch ihr Saisonziel.

Dem SC Freiburg hingegen gelang die Wende im Endspurt. Nach zwei weiteren Siegen (1:0 gegen den VfB Leipzig & 2:0 beim MSV Duisburg) rettete sich die Finke-Elf am letzten Spieltag. Ralf Kohl blieb noch weitere acht Jahre "Kanzler" in Freiburg, spielte 2001 noch ein Jahr für die zweite Manschaft und wechselte dann zum Freiburger FC. Sein Namensvetter Helmut blieb übrigens nicht ganz so lange im Amt: Er wurde 1998 nach 16 Jahren abgewählt. Es kann halt nur einen "ewigen Kanzler" Kohl geben.

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