Vincenzo Grifo (Foto: picture-alliance / dpa, dpa)

Bundesliga | SC Freiburg Funktioniert Grifo nur in Freiburg?

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Nach nur sechs Monaten verlässt Vincenzo Grifo die TSG Hoffenheim wieder und kehrt auf Leihbasis zum SC Freiburg zurück. Findet er dort endlich wieder zu alter Form?

Er ist schon wieder mittendrin, so "als wäre ich nie weggewesen", schwärmt Vincenzo Grifo über seine Rückkehr in den Breisgau. Und so brauchte der Fußballprofi bei seinem ersten Training keine Eingewöhnungszeit, um beim SC Freiburg - eineinhalb Jahre nach seinem Weggang - sofort wieder anzukommen. Viele altbekannte Kollegen tummelten sich auf dem Platz, die ihn zuvor schon in den Sozialen Netzwerken freundlichst begrüßt hatten: Florian Niederlechner, Mike Frantz, Amir Abrashi und viele andere.

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Vincenzo Grifo will endlich wieder das tun, was er am liebsten tut: Fußballspielen. "Für mich geht es darum, auf dem Platz zu stehen. Und es war mein Wunsch, wieder nach Freiburg zu kommen", so der 25-jährige Mittelfeldspieler. Grifos Rückkehr in den Breisgau, zumindest bis Saisonende, könnte für alle Seiten zur Win-Win-Situation werden. Einerseits gibt es dringend benötigte Spielpraxis für den hochbegabten Spieler, andererseits eine fußballerische Verstärkung für den SC Freiburg. "Wir freuen uns, dass Vincenzo Grifo sich trotz zahlreicher Möglichkeiten klar für den Schritt zu uns entscheiden hat", freut sich auch SC-Sportvorstand Jochen Saier über die Rückkehr des "verlorenen Sohnes". Und auch die Hoffenheimer profitieren am Ende finanziell vom Leihgeschäft, zumal Vincenzo Grifo im Kraichgau sportlich nie richtig in die Gänge kam.

Dauer

Und so drängt sich an dieser Stelle unweigerlich die Frage auf, ob Vincenzo Grifo nur in Freiburg seinem Talent entsprechend funktioniert? Schließlich zündete der begnadete Fußballer und Freistoßkünstler nach seinem Weggang vom Sportclub weder in seinem Jahr in Mönchengladbach (17 Spiele), noch in der Vorrunde in Hoffenheim (nur sieben Bundesligaeinsätze, ein Tor): "Vince ist ein hochveranlagter Spieler, der nach einer für ihn komplizierten Saison in Gladbach in den ersten sechs Monaten noch nicht die Rolle einnehmen konnte, die er von sich selbst erwartet", bilanziert 1899-Direktor Alexander Rosen Grifos Vorrunde im Kraichgau.

2018 kam die Nominierung für die italienische Nationalmannschaft

Beim SC Freiburg dagegen hatte der gebürtige Pforzheimer seine sportlich bislang erfolgreichste Zeit. Von 2015 bis 2017 hatte Vincenzo Grifo in 64 Spielen satte 23 Tore erzielt und 27 Vorlagen gegeben, den SC Freiburg zurück in die Bundesliga geschossen. Trainer Christian Streich hatte den Dribbelkünstler und Ballvirtuosen vor allem auch läuferisch in die richtigen Bahnen gelenkt. Die Folge: Grifo wurde von der halben Bundesliga umschwärmt, wechselte schließlich für geschätzte sechs Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach und anschließend nach Hoffenheim.

Im Kraichgau gab es dennoch ein persönliches Highlight für Vincenzo Grifo. Im November wurde er erstmals für die italienische Nationalmannschaft nominiert. "Ein Lebenstraum ist wahr geworden", begeisterte sich der Sohn eines Sizilianers und einer apulischen Mutter am 2. Dezember als Studiogast in der SWR-Sendung Sport im Dritten, "ich bin unglaublich stolz auf mich". Im TSG-Trikot hingegen konnte er kaum Akzente setzen.

Jetzt also die Rückkehr nach Freiburg, zurück zu seinem großen Förderer Christian Streich. Vorerst aber nur bis Saisonende, ohne Kaufoption: "Wir kennen seine Qualitäten, er kennt unser Umfeld. Daher wird er keine lange Anlaufphase benötigen", glaubt SC-Sportvorstand Jochen Saier. Es wird sich zeigen, ob Vincenzo Grifo in der Bundesliga tatsächlich nur in Freiburg funktioniert.

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