Christian Streich emotional wie gewohnt. (Foto: Imago, imago images / Moritz Müller)

Bundesliga | SC Freiburg "Ein Mann, der den Fußball liebt und lebt"

Ein Highlight im Breisgau: Der FC Bayern trifft auf einen SC Freiburg, der auf Nils Petersen verzichten muss. Der Respekt der Münchner ist dennoch hoch. Das liegt vor allem an SC-Trainer Christian Streich.

Bei Niko Kovac kommt Christian Streich sehr gut an. Der Trainer des FC Bayern München hat große Sympathien für seinen Kollegen vom SC Freiburg und sagt das vor dem Duell am Samstag (15.30 Uhr) im Schwarzwald-Stadion auch ganz offen. "Ein Mann, der den Fußball liebt und lebt", meinte Kovac am Donnerstag. Streich sage, was er denkt, und beeindrucke mit dem Inhalt seiner Aussagen. "Das ist ein Mann mit Lebenserfahrung", urteilte Kovac.

Themen abseits des Fußballs - das begrüßen Streichs Spieler

Das schätzen auch seine Spieler. "Dass wir in unserer Kabine häufiger mal über Themen abseits des Fußballs sprechen, kannte ich so bisher noch nicht», sagte der 22 Jahre alte Neuzugang Luca Waldschmidt dem "Südkurier" (Donnerstag). "Grundsätzlich spricht er vor allem Themen an, die zum Leben dazugehören. Wir Fußballer stehen ja leider nicht immer unbedingt dafür, dass wir solch übergeordnete Dinge auf dem Schirm haben. Der Austausch mit ihm ist echt fruchtbar."

Dauer

Der 53 Jahre alte Streich ist der dienstälteste Trainer der Bundesliga. Aber auch nach mehr als sieben Jahren schafft er es jede Woche aufs Neue, seine Mannschaft dazu zu motivieren, mehr zu rennen, als der Gegner - das werden auch die Bayern am Samstag wieder merken. Schon beim 1:1 im Hinspiel klaute der kleine Sport-Club dem großen Rekordmeister einen Punkt und steht auf Rang elf mit inzwischen elf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz sehr gut da.

"Am liebsten würde er wohl selbst mitspielen"

Dominique Heintz über Christian Streich

"Am liebsten würde er wohl selbst mitspielen, so wie er draußen die Bewegungen mitmacht", mutmaßte Innenverteidiger Dominique Heintz, für den der Trainer eine wichtige Rolle bei seinem Wechsel von Köln nach Freiburg spielte. "Wir brauchen das als Mannschaft, die kämpft, beißt und in der jeder für den anderen läuft." In den vergangenen sieben Spielen, von denen die Freiburger nur eins verloren haben, überzeugte die Mannschaft aber nicht nur durch leidenschaftlichen Einsatzwillen, sondern auch spielerisch.

Petersen fehlt zu "99,9 Prozent"

Wie Kapitän Mike Frantz verriet, gab es eine teaminterne Sitzung, bei der es um die Rückkehr zum Kurzpassspiel ging. "Wir haben einen sehr guten Nenner gefunden, das sieht man jetzt auch auf dem Platz", bestätigte Mittelfeldspieler Janik Haberer. "Wir wollen die Ideen der Trainer umsetzen, aber sie berücksichtigen auch, in welchem System und mit welcher Spielidee wir uns am wohlsten fühlen." Vize-Kapitän Nils Petersen, der wegen einer Oberschenkelverletzung aus dem Training nach Angaben von Streich zu "99,9 Prozent" keine Option ist für die Partie, hat in dieser Hinsicht sogar eine Veränderung beim Chefcoach festgestellt.

"Leidenschaftliche, intelligente Arbeit gegen den Ball"

Streich, der einst gerüchteweise schon mal Thema als Trainer des FC Bayern war, habe "früher mehr allein entschieden", erzählte er zuletzt dem "kicker". Streich setzt sich nicht nur in seinen politischen Statements für Demokratie ein, sondern baut auch im Verein auf diese Werte. "Leidenschaftliche, intelligente Arbeit gegen den Ball, das ist unser großes Ziel am Samstag", sagte Streich. "Es ist wichtig, selbst Ballbesitzphasen zu haben, um Luft zu holen, Ruhe zu kriegen und damit auch der Gegner laufen muss."

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