Christian Streich (li.) und Mike Frantz vom SC Freiburg (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga Die wechselhafte Saison des SC Freiburg

Für Trainer Christian Streich und seinen SC Freiburg geht es in der Bundesliga Jahr für Jahr um den Klassenerhalt. Eine Mission, die in diesem Jahr frühzeitig gelang. Dennoch hinterlassen die letzten Wochen eine faden Beigeschmack.

Christian Streich ist seit nun mehr sieben Jahren im Amt. Vom verflixten siebenten Jahr wird man nach dieser Saison zwar nicht reden müssen, wohl aber von einer im Vergleich eher schwachen Spielzeit. Sie endete nicht mit dem Abstieg, weil es andere Vereine gab, die zwar von den Möglichkeiten besser aufgestellt sind. Sie machten aber aus diesen Möglichkeiten weniger.

Vor vier Jahren stiegen die Breisgauer mit 34 Punkten ab. Diese Saison hielt der SC die Klasse mit 33 Punkten am 32. Spieltag. "Hannover ist nicht schlechter als wir, viele von den Spielern hätten wir in Freiburg nicht gekriegt, die hätten wir nicht zahlen können, die sind nicht so schlecht, die dort kicken und die steigen ab", sagte Streich nach der jüngsten 0:3-Pleite seiner Mannschaft.

Dauer

Hinrunde gut, Rückrunde mau

Die Hinrunde war sehenswert und die Punkteausbeute stimmte. Dazu kamen gute, manchmal gar unerwartete Ergebnisse wie das 3:0 gegen RB Leipzig. In der Rückrunde spielten die Breisgauer eher schwach, vor allem in Hannover am vorletzten Spieltag. Ein Spiel, das Christian Streich noch lange beschäftigen wird: "Ich habe Spieler gesehen am Samstag auf dem Platz, die haben 150, 200 Bundesligaspiele. Die haben Dinge gemacht auf dem Platz, taktisch, wo ich gedacht habe das glaube ich nicht." Die Spannung war weg und die Leistung plötzlich auch.

Dauer

Zu viele Gegentore, zu wenig eigene Treffer

Die lange Niederlagenserie hat Spuren hinterlassen. Die Leistung stimmte in manchen Spielen. Dennoch gelang es den Freiburgern nicht, ihre legendär hohe Laufbereitschaft in stetige Erfolge umzusetzen. Die Defensive war nicht sicher genug, der SC bekam mehr Gegentore als der Ligaschnitt. Offensiv ging in der Rückrunde klar zu wenig. Das Mittelfeld bereitete nicht genug vor, die Stürmer ließen oft die Konsequenz im Abschluss vermissen.

Das liegt aber nicht nur an der Qualität des Personals. Vielen Ausfälle sorgten in allen Mannschaftsteilen für wenig Konstanz. Freiburg verlor die für Coach Streich so wichtige Balance: "Wir konnten keine Kontinuität erzeugen, dass man einfach mal öfters mit der gleichen oder fast gleichen Aufstellung spielt über viele Wochen. Wir hatten es mal kurzzeitig und da lief es dann auch super." Wäre der SC nicht so stark bei Standards gewesen, sie hätten die Saison wohl nicht über dem Strich abgeschlossen.

Dauer

Erfahrung statt Jugend

Was Freiburg in der Vergangenheit oft ausmachte, ist diese Saison nicht zum Tragen gekommen. Es wurden zu wenig Talente eingesetzt. Nur ein Spieler unter 21 Jahren, der junge Nico Schlotterbeck, der wie sein älterer Bruder Keven seine Sache im Team gut machte. Doch im Ligavergleich ist Freiburg damit Letzter.

Fehleranalyse

Es war kein verflixtes siebentes Jahr für Christian Streich als Cheftrainer beim SC Freiburg. Aber es war auch keines, an das er sich besonders gerne erinnern wird. Er ist bereits in der Fehleranalyse: Physiotherapie, Athletiktraining, Trainingssteuerung, alles wird genau bewertet. Sogar die Zähne der Spieler werden geprüft, denn hier können Entzündungsherde verborgen liegen. Die lange Verletztenliste dieser Saison soll sich nicht wiederholen.

Streich wird mit seinem Team mit Leidenschaft und Fußballkompetenz diese Saison schonungslos analysieren. Das achte Jahr soll besser werden.

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