Der ehemalige SC-Freiburg-Trainer Volker Finke wurde für sein Lebenswerk geehrt (Foto: SWR)

Bundesliga | SC Freiburg Volker Finke: "Der deutsche Fußball muss weg von der Selbstherrlichkeit"

Erst kürzlich wurde Volker Finke, Ex-Trainer des SC Freiburg, mit dem Ehrenpreis "Lebenswerk" des DFB ausgezeichnet. Der 71-Jährige macht sich Sorgen um die Qualität des deutschen Fußballs.

Sorgenfalten zeigen sich auf der Stirn von Volker Finke, wenn er über die aktuelle Situation des deutschen Fußballs sinniert. Im Interview mit der "Badischen Zeitung" erzählt der Fußballlehrer, was ihm zu schaffen macht. Er plädiere dafür, "nach dem schlechten Abschneiden der Bundesliga in den europäischen Wettbewerben in den zurückliegenden Jahren und dem peinlichen Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der WM in Russland, wieder etwas genauer hinzugucken. Weg von der Selbstherrlichkeit, die der deutsche Fußball ein Stück weit repräsentiert." Man solle sich fragen, wie die Arbeit in den Vereinen sei und "was wir von der nächsten Generation der Spieler" erwarteten.

Großes Lob für Christian Streich

Deutlich entspannter gibt sich Finke, wenn er die aktuelle Situation des SC Freiburg betrachtet. Der Fußballlehrer, der in Freiburg lebt, sieht mit Freude, dass es um die Mannschaft herum noch immer Personen wie Cheftrainer Christian Streich bis hin zu Busfahrer Stefan Spohn gebe, die für Kontinuität stünden. "Ich muss sagen, dass der Fußball in dieser Spielzeit ein besserer ist als in der Saison zuvor. Man muss ja auch immer die Umstände sehen. Ich finde, Christian Streich und sein Stab leisten gute Arbeit."

Volker Finke war von 1991 bis 2007 Trainer des SC Freiburg. Diese 16 Jahre bedeuten bis heute die längste Amtszeit eines Coachs im deutschen Profi-Fußball. Unter Finke wurden in Freiburg insbesondere im Bereich der Nachwuchsförderung viele Innovationen eingeführt, von denen später der gesamte deutsche Fußball profitiert hat. Die Mannschaft Finkes wurde seinerzeit als "Breisgau-Brasilianer" bezeichnet - so attraktiv war damals die Spielweise des Teams. "Vieles von dem, was wir damals in Freiburg gemacht haben, ist in der Bundesliga mittlerweile selbstverständlich, es ist zum Standard geworden", freut sich Finke.

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