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Fußball | Bundesliga Der SC Freiburg gegen Bayern München - erfolgreiche SC-Historie

Die Bilanz des SC Freiburg gegen den FC Bayern sieht aus Breisgauer Sicht nicht allzu gut aus. Dabei hat der Sportclub schon bewiesen, wie man die Münchner schlagen kann.

In insgesamt 38 Bundesliga-Spielen gegen den deutschen Rekordmeister ging der SC Freiburg nur viermal als Sieger vom Platz. Der FCB konnte indes 27 Partien für sich entscheiden. 2017 verlor der SC innerhalb von zehn Monaten drei Mal gegen die Münchner. Diesen Samstag (15.30 Uhr) startet das Team von Trainer Christian Streich einen erneuten Versuch, den Bayern ein Bein zu stellen.

Freiburg immer in der Außenseiterrolle

Das Schöne daran ist: Selbst wenn Spiele gegen den FCB oft ziemlich unschön für die Freiburger endeten, ist danach im Schwarzwald die Stimmung vielleicht gedrückt - großartig kritisiert oder gemeckert wird aber nicht. Wieso auch? Den Fans und den Verantwortlichen beim Sportclub ist immer klar, dass sie gegen die Startruppe des FC Bayern als Außenseiter antreten. Zum Vergleich: Der aktuelle Marktwert des SC wird auf knapp 60 Millionen Euro geschätzt - der von den Münchnern bei knapp 700 Millionen Euro. Am Wochenende stellt sich somit erneut die Frage, ob Geld eben doch Tore schießt - oder die Leidenschaft, wie es die Freiburger schon vier Mal in der Bundesliga gegen den Rekordmeister bewiesen haben.

1993: Uwe Wassmer schießt Freiburg im Alleingang zum Sieg

Schon früher wurde die Partie SC Freiburg gegen Bayern München gerne mit David gegen Goliath verglichen. Das erste Bundesliga-Spiel beider Teams im August 1993 endete mit einem 3:1 Heimsieg der Bayern. Knapp vier Monate später drehten die Breisgauer um Dreifach-Torschütze und Tagesheld Uwe Wassmer den Spieß um - am Ende hieß es 3:1 für Freiburg. Vor einiger Zeit blickte der Match-Held in der SWR-Sendung "Sport im Dritten" zurück.

Auch heute erinnert man sich noch gerne an einen vermeintlich übermächtigen Gegner, trainiert von Erich Ribbeck, und die drei Tore des eher unbekannten Freiburgers Wassmer. Das Team der Bayern war vollgepackt mit Stars wie Thomas Helmer, Christian Ziege oder Weltfußballer Lothar Matthäus, der nach dem Spiel stinksauer war.

1994: Volker Finkes Sieger-Taktik: Raumdeckung und Demut

Nur ein Jahr später gab es den nächsten Geniestreich der Freiburger. Unter Trainer Volker Finke feierten sie mit dem 5:1-Heimsieg den bis heute höchsten Erfolg gegen Bayern München. "Wir müssen von Anfang an dagegenhalten und die Bayern müssen uns unterschätzen“, sagte Coach Finke vor dem Spiel. Zudem verriet er nachträglich auf der Pressekonferenz, wie er seine Jungs in der Halbzeitpause zusätzlich motivieren konnte. Den Fußball hatte er damals mit seinen Anweisungen sicherlich nicht neu erfunden, aber es hat trotzdem funktioniert. Mit effizienter Raumdeckung, auskontern und viel Engagement auf dem Rasen.

1996: Mangelndes Stellungsspiel wurde ausgenutzt

Der nächste Sieg des SC Freiburg gegen den FCB war davon geprägt, die Fehler der Münchner auszunutzen. Die Paraderolle dafür besetzte der Niederländer Harry Decheiver, der nach einem 0:1-Rückstand die falsche Abstimmung der bayrischen Abwehr eiskalt ausnutze und zwei Tore erzielte, womit der Stürmer einen großen Anteil am 3:1-Sieg hatte.

2015: Sieg und wenig später Abstieg

Der bislang letzte Sieg der Freiburger gegen Bayern München liegt nun schon knapp vier Jahre zurück. Im Mai 2015 konnten sie gegen den deutschen Meister mit 2:1 gewinnen, stiegen allerdings eine Woche später trotzdem ab. Nun können Streich und seine Mannschaft wieder beweisen, dass die Bayern mit der richtigen Taktik durchaus schlagbar sind. Und sollten sie gegen München verlieren, dann ist sowieso keiner sauer in Freiburg. Weswegen auch?  

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