Christian Streich feiert den Punkt-Gewinn seines SC Freiburg gegen den FC Bayern München (Foto: Imago, imago images / DeFodi)

Bundesliga | SC Freiburg Darum bleibt Christian Streich dem SC Freiburg treu

Christian Streich ist seit mehr als sieben Jahren Trainer beim SC Freiburg. Und es ist nicht nur der sportliche Erfolg, der den 53-Jährigen im Breisgau hält.

Christian Streich lebt und liebt den SC Freiburg. Kein aktueller Trainer ist so sehr mit seinem Klub verbunden, wie der 53-Jährige aus Weil am Rhein. Seit 1995 arbeitet Streich beim Sport-Club - erst als Jugendtrainer, dann als Co-Trainer und seit 2011 als Chef-Coach. Den Breisgau wird er auch so schnell nicht mehr verlassen. Selbst, wenn ihm das Bundesliga-Geschäft irgendwann zu bunt werden sollte: "Dann gehe ich nach Buchenbach und mache dort den Trainer; da kann ich sogar noch mitkicken. Da bekäme ich schon ein paar Leute zusammen", meint Streich.

Streich hat den SC Freiburg zurück in die Bundesliga und zweimal sogar in den Europapokal geführt. Nach dem hart erkämpften 1:1 gegen den großen FC Bayern München scheint der Klassenerhalt auch in der laufenden Saison nur noch Formsache zu sein.

Streich genießt die Ruhe beim SC Freiburg

Doch es sind nicht nur die sportlichen Erfolge, die Streich im Breisgau halten. "Welcher Bundesliga-Trainer kann schon daheim wohnen?", fragte er am Sonntagabend bei "Sport im Dritten". Die meisten sind ja ständig auf der Rolle - zwei Jahre hier, zwei Jahre dort. Und die Lebensqualität in Freiburg ist auch nicht so schlecht", meint Streich.

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Zudem schätzt Streich das angenehme Arbeitsklima beim SC Freiburg: "Der Verein ist so aufgestellt, dass nicht sofort die Pfeile aus jeder Ecke fliegen, wenn du dreimal verloren hast. Ich bin kein Trainer, der das aushalten würde." Darum hat er im Februar erneut seinen Vertrag verlängert.

Der "Handwerker" Streich wird in Freiburg verehrt

Doch Streich liebt nicht nur Freiburg. Auch die Freiburger lieben "ihren" Christian Streich. Vermutlich, weil er im Mega-Business Bundesliga nie die Bodenhaftung verloren hat. Streich ist ein "Selfmade-Man". Mit 19 lernte er Industriekaufmann, holte sechs Jahre später das Abitur nach und studierte anschließend Sport, Geschichte und Germanistik auf Lehramt. Und bei aller Eitelkeit, die auch Streich nicht abstreitet, betrachtet er den Sport, wie ein Handwerker sein Metier. "Vielleicht kann ich eine Mannschaft ein wenig besser machen, als das ein Schreiner kann. Dafür kann ich keinen Tisch bauen. Aber das ist es dann auch."

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Streich der Besser-Macher

Dass dieser Handwerker Mannschaften besser machen kann, hat Streich beim SC Freiburg hinlänglich bewiesen. Doch Streich kann nicht nur Mannschaften entwickeln, er kann auch einzelne Spieler besser machen. Unter seiner Anleitung haben sich unter anderem Dennis Aogo, Ömer Toprak, Daniel Schwaab und Oliver Baumann zu veritablen Bundesliga-Spielern entwickelt. Matthias Ginter hat es sogar zum Weltmeister geschafft. Und dass Vincenzo Grifo nach seiner Rückkehr unter Christian Streich wieder aufblüht, ist sicherlich auch kein Zufall. So werden sie beim SC Freiburg noch viel Freunde mit Christian Streich haben - und Christian Streich mit dem SC Freiburg.

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