Pascal Stenzel (rechts) hat mit dem SC Freiburg II in der Regionalliga Spielpraxis für die undesliga gesammelt (Foto: SWR, EIBNER/Patrick_Seeger)

Bundesliga | SC Freiburg Freiburg agiert gegen den Trend

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Die Spitze ist der erste Platz, die oberste Spielklasse das gesteckte Ziel. In Zeiten, in denen Bundesligaclubs ihre zweite Mannschaft abschaffen, geht Freiburg allerdings einen gänzlich anderen Weg.

"Als Fußballer willst du spielen, so oft es geht", sagt Janik Haberer und trifft damit wohl den Nerv der meisten Fußballer. Spielen wollen sie alle, aber für die meisten gilt die Lust an der Leistung nur für die erste Mannschaft. Das mag bei dem einen oder anderen Bundesligisten eine machbare Einstellung sein, nicht aber beim Sportclub.

Demut und Respekt mahnt Christian Streich mit langen und eindringlichen Worten an - gerade jetzt, wo drei Spiele in einem kurzen Zeitraum anstehen, muss die Leistung stimmen und die Wiedereingliederung der länger Verletzten möglichst schnell und reibungslos funktionieren.

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Spielpraxis für die Rückkehrer

Spielpraxis, vor allem nach längeren Verletzungen, ist immanent wichtig. Dabei hilft der Unterbau in Freiburg, die zweite Mannschaft, wo im letzten Spiel Pascal Stenzel, Luca Waldschmidt und Mike Frantz zum Einsatz kamen. Christian Streich hat den Auftritt ganz genau verfolgt: "Das Wichtigste an der Sache war, dass sie alle drei gespielt haben. Und dann geht es um die Art und Weise, wie sie spielen. Das war gut, so spielt man."

In der Regionalliga ist das Niveau "ordentlich" befindet Christian Streich. "Da gehst du nicht hin und kickst mal ein bisschen und bist zwei Klassen besser als die anderen. Das ist überhaupt nicht so. Leistung hier zu bringen ist wichtig für die Tage und Wochen danach."

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Eine Frage des Respekts

Die Wichtigkeit der zweiten Mannschaft des SC ist allgegenwärtig. Auftritte der Profis bei den Amateuren ist nicht nur eine Frage der Praxis, der notwendigen Übung und Erlangung der Wettkampfhärte, es ist für Christian Streich auch eine Frage des Respekts. Respekt gegenüber dem Trainer und Respekt gegenüber dem Spieler der zweiten Mannschaft, der auf die Bank oder gar die Tribüne muss, weil der Bundesliga-Spieler wieder fit werden soll. Darauf achtet Streich ganz besonders.

"Die Spieler müssen verstehen, sie müssen diese Spiele nehmen, um Fußball spielen zu können. Du kannst nichts ersetzen mit einem Spiel. Kein Training ist so wie ein Spiel."

Freiburg agiert gegen den Trend

So hat unlängst Kapitän Mike Frantz den Trainer gebeten, zu spielen: in der zweiten Mannschaft. Der Kapitän geht voran, mit der ganzen Erfahrung seiner 32 Jahre und 185 Bundesliga-Spiele, denn auch ein erfahrener Spieler weiß, Praxis ist wichtig auch in der zweiten Mannschaft. "Das müssen sich auch die Jungen und alle anderen immer wieder vor Augen führen, wie man vorwärtskommt und nach oben kommt. Nur so. Anders geht es nicht", mahnt der Trainer.

In Zeiten, in denen einige Bundesligisten ihre zweite Mannschaft abschaffen, geht Freiburg einen gänzlich anderen Weg. Hier wird sie geschätzt, hier bietet sie Praxis und ist zugleich Gradmesser der Haltung, die ein Spieler in seinen Beruf miteinbringt. Haltung und Professionalität.

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