SC-Freiburg-Torwart Alexander Scholow pariert einen Schuss im Spiel gegen den FC Bayern München (Foto: Imago, imago images / Beautiful Sports)

Bundesliga | SC Freiburg Alexander Schwolow: Über Kuhfladen zum Klassekeeper des SC Freiburg

Seit 2015 ist Alexander Schwolow der Stammtorhüter des SC Freiburg. In dieser Zeit entwickelte er sich zu einem der besten Torhüter der Bundesliga. Am Sonntag (21:45 Uhr) ist er Studiogast bei Sport im Dritten.

Die Geschichte hält sich hartnäckig: Als jugendlicher Tormann sei Alexander Schwolow beim Zusatztraining im heimatlichen Berndroth im Rhein-Lahn-Kreis sogar auf einer Weide zwischen Kuhfladen umhergeflogen.

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Ganz so unappetitlich war es dann zwar doch nicht, aber immerhin so ähnlich. Fakt ist, dass Alexander Schwolows Familie in dörflicher Idylle auf einem ehemaligen Bauernhof in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen nördlich von Wiesbaden wohnt. Fakt ist auch, dass der kleine Alex damals beim Training rund ums Haus den Fußball auch das eine oder andere Mal im Slalom aus der benachbarten Kuhweide holen musste. Als Torstangen hatte sich Alexander Schwolow übrigens die Zaunpfosten der Wiese geborgt.

Drittbester Bundesliga-Spieler in der Kicker-Rangliste

Das sagt viel aus über den frühen Ehrgeiz des jungen Mannes, der sich in den vergangenen vier Jahren im Tor des SC Freiburg zu einem der besten Torhüter der Bundesliga entwickelte. Ein Keeper mit katzenartigen Reflexen, der sich aktuell in der Rangliste des Fußball-Magazins Kicker immerhin auf Rang drei der bestbenoteten Spieler dieser Bundesliga-Saison befindet. "Wir sind sehr zufrieden, wie seine Entwicklung in den letzten Jahren gelaufen ist", bestätigt auch Freiburgs langjähriger Torhütertrainer Andreas Kronenberg im Gespräch mit SWR Sport. "Als Torwarttrainer kann man sich nur freuen, wenn man mit Schwolli zusammenarbeiten kann, was die Einstellung angeht", meint Kronenberg.

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Mit gerade mal 16 Jahren war Alexander Schwolow damals ausgezogen, um als Torhüter die Fußball-Welt zu erobern. Über die Zwischenstationen Jugendspielgemeinschaft Einrich und SV Wehen-Wiesbaden landete der hochtalentierte Nachwuchskeeper schließlich in der Fußballschule des SC Freiburg. Dort war zu jener Zeit ein Mann der Leiter des Internats, der heute sein Cheftrainer ist: Christian Streich. "Er war dort der prägende Charakter", wurde Alexander Schwolow Jahre später in der Süddeutschen Zeitung zitiert. In der berühmten Fußballschule des Sport-Clubs war zuvor mit Oliver Baumann auch einer seiner Vorgänger zum Klassekeeper gereift.

Schwolow ist seit dieser Saison im Mannschaftsrat

In Freiburg machte Alexander Schwolow sein Abitur und entwickelte sich über die wichtige Zwischenstation Arminia Bielefeld (3. Liga) zur Nummer eins im Breisgau. Nach dem Abstieg der Freiburger 2015 war "Schwolli" an die Dreisam zurückgekehrt. Er rückte für den zu Borussia Dortmund gewechselten Roman Bürki in den Kasten und verließ ihn seither nicht mehr. 132 Ligaspiele absolvierte Alexander Schwolow bislang für den SC Freiburg. Auch ihm und seinen zahlreichen Paraden war es in der aktuellen Saison zu verdanken, dass Freiburg auch in der nächsten Saison Bundesliga spielt.

Auffallend ist dabei vor allem die Konstanz des Freiburger Keepers. Fehler, die zu Gegentoren führen, sind extrem selten. Alexander Schwolows Bedeutung für den SC Freiburg dokumentiert sich inzwischen auch darin, dass er seit dieser Saison dem Mannschaftsrat angehört. "Es gibt immer Dinge, die man noch verbessern kann. Wichtig ist, dass er jeden Tag diesen Arbeitsethos mit hierher bringt. Dann wird es auch noch eine Marge nach oben gehen".

Schwolows Bundesliga-Debüt 2014 gegen Hannover

Mit dem Spiel in Hannover am kommenden Samstag, schließt sich für Alexander Schwolow übrigens ein Kreis. Im Mai 2014 feierte er gegen Hannover 96 als junger Ersatztorhüter sein Bundesliga-Debüt im Tor des SC Freiburg. Mittlerweile ist der 26-Jährige längst etabliert.

Zu seiner alten Heimat im Rhein-Lahn-Kreis hält Alexander Schwolow übrigens nach wie vor engen Kontakt. Insbesondere zum Kreisligisten FC "Linde" Berndroth, wo viele seiner früheren Mitspieler aus der Jugend noch immer dem Ball hinterherjagen und ihrem "Schwolli" jeden Samstag mächtig die Daumen drücken.

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