Lucas Höler im Freudentaumel mit seinem Mannschaftskollegen Christian Günter. (Foto: Imago, Imago)

Fußball | Bundesliga Freiburgs Lucas Höler: Step by Step in Richtung Champions League

Lucas Höler stand die letzten vier Pflichtspiele in der Startelf des SC Freiburg. Dabei holten die Freiburger acht Punkte. Derzeit sind sie Vierter. Das würde sogar die Qualifikation für die Champions League bedeuten. Höler schreibt weiter an seiner Erfolgsgeschichte.

In der vergangenen Saison war Lucas Höler ein Ergänzungsspieler beim SC Freiburg. Zwar kam er auf insgesamt 26 Bundesliga-Einsätze. Allerdings hatte er nur einmal über die vollen 90 Minuten gespielt. Das Ergebnis: vier Tore. Für einen Mittelstürmer zu wenig. So wartete Höler seit seinem Wechsel vom SV Sandhausen im Winter 2018 weiter auf seinen Durchbruch beim SC Freiburg. Dazu kam starke Konkurrenz in den eigenen Reihen. Wie Luca Waldschmidt, nach seiner Top-Leistung bei der U21-EM und der ersten Einladung für die A-Nationalmannschaft.

Knoten bei SC Freiburgs Lucas Höler geplatzt

Zum Saisonstart saß er noch auf der Bank und musste 78 Minuten lang zusehen, wie sich seine Team-Kollegen gegen Mainz 05 abmühten. Doch mit Höler kam die Wende. Das 1:0 machte er selbst, das 2:0 legte er seinem Sturm-Kollegen Nils Petersen auf. Seitdem läuft es bei dem 25-Jährigen. Nach einer weiteren Vorlage gegen Paderborn und einem Treffer gegen Augsburg hat Höler schon jetzt genauso viele Scorer-Punkte, wie in der gesamten letzten Saison. In den vergangenen vier Ligaspielen stand er von Beginn an auf dem Platz. Auch deswegen steht der SC Freiburg aktuell auf einem Champions-League-Platz. Bereits nach dem 5. Spieltag gegen Augsburg (1:1) freute sich Höler über die gute Tabellenposition, blieb jedoch realistisch: "Wir wissen, dass wir am Ende der Saison nicht ganz oben stehen werden."

Dauer

Lucas Höler: Ein untypischer Profi

Lucas Höler ist nicht der klassische Profi, der den Weg über ein Nachwuchsleistungszentrum nahm. Der Mann, der in Achim, in der Nähe von Bremen groß wurde, ging einen heutzutage eher ungewöhnlichen Weg. Aus der Jugend des Blumenthaler SV (Bremen-Liga) wechselte er in die Regionalliga Nord zum VfB Oldenburg. Von dort ging sein Weg weiter in die 3. Liga zur zweiten Mannschaft von Mainz 05. Danach wechselte Höler zum SV Sandhausen, wo er in der 2. Bundesliga den SC Freiburg auf sich aufmerksam machte. Jahr für Jahr kletterte er nach oben.

Lucas Höler - die Karriere des untypischen Profis

Lucas Höler beim Vfb Oldenburg (Foto: Imago, Imago)
Seine Anfänge in der ersten Mannschaft machte Lucas Höler beim VfB Oldenburg in der Regionalliga Nord. Dort absolvierte er insgesamt 38 Spiele und erzielte zwölf Tore. sechs weitere legte er vor. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2014/2015 wechselte Höler in die 2. Mannschaft von Mainz 05 und stellte sich in der 3. Liga unter Beweis. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Über beide Spielzeiten lief der Stürmer insgesamt 63 Mal für die Mainzer auf und erzielte 21 Tore. Aufgrund guter Leistungen ging es im Anschluss erneut eine Spielklasse höher. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Beim SV Sandhausen machte der Mann aus Achim (Bremen) ebenfalls auf sich aufmerksam und weckte schließlich auch das Interesse der Vereine aus der höchsten deutschen Liga. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
In Freiburg war von Beginn an Höchstleistung gefragt. Als ehrgeiziger Teamplayer war Höler dieser Aufgabe gewachsen und Trainer Christian Streich belohnte ihn folgerichtig mit 31 Einsätzen in der ersten Bundesliga-Saison . Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Auch in der 2. Spielzeit (18/19) setzte Freiburg regelmäßig auf den "untypischen Profi" - dieses Mal nur als Ergänzungsspieler. Ein persönliches Highlight war sein Ausgleichstreffer beim 1-1 gegen den FC Bayern München. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen
Ein Jahr später zeigt Lucas Höler vor allem die bis dato fehlende Sicherheit. Vier Scorerpunkte in sieben Bundesligaspielen sorgen für regelmäßige Startelfeinsätze. Imago Imago Bild in Detailansicht öffnen

Höler ist einer, der nie aufgibt, stets an sich arbeitet und immer besser werden will. Dieser Ehrgeiz hat ihn von der Bremer Provinz in die Bundesliga gebracht. Er passt gut in das Freiburger System. Lucas Höler ist laufstark, hat ein gutes taktisches Verständnis und ist immer voll motiviert. Ein Teamplayer, kein Miesepeter, kein Egoist. Zu Beginn seiner Freiburger Zeit fehlte es ihm manchmal noch an der Ruhe vor dem Tor, doch auch in diesem Punkt hat er einiges dazugewonnen.

Robin Koch, der jüngst sein Debüt für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegeben hat, äußert sich positiv über seinen Teamkollegen: "Er ist ein ganz entspannter Typ." Koch sei sehr gut mit ihm befreundet, da er sich "auf und neben dem Platz" auf ihn verlassen könne. Und weiter: "Vor seiner Entwicklung in den letzten zwei Jahren habe ich größten Respekt."

Dauer

Voraussichtlich gegen Union Berlin in der Startelf

Am Samstag (15:30 Uhr) steht das Duell gegen den 1. FC Union Berlin an. Dass Freiburg zu diesem Auswärtsspiel gegen den Konkurrent um den Klassenerhalt als Tabellenvierter anreisen wird, hätte vor der Saison vermutlich kein SC-Anhänger erwartet. Ob Höler wieder in der Startelf steht, ist offen - Cheftrainer Christian Streich will sich da grundsätzlich nicht in die Karten schauen lassen. Fest steht aber, dass der Stürmer in seinen vergangenen Startelf-Einsätzen das Vertrauen von Christian Streich rechtfertigen konnte. Die Zeit als Ergänzungspieler ist auf jeden Fall vorbei.

STAND