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Es bleibt dabei: Die Regionalliga Südwest darf ab dem 11. Dezember wieder spielen. Das hat das Landgericht Mannheim entschieden.

Damit lehnte das Gericht die Klage der sechs Regionalligisten TSV Schott Mainz, Bahlinger SC, Astoria Walldorf, FC Gießen, TSV Steinbach und Eintracht Stadtallendorf ab. Sie wollten per einstweiliger Verfügung den Restart am 11.Dezember noch in letzter Sekunde stoppen.

Argumentation setzt sich nicht durch

Die sechs Teams hatten einen Antrag aus Erlass einer einstweiligen Verfügung eingereicht. Ihre Begründung: Es sei für die Klubs aufgrund der aktuellen Corona-Lage unzumutbar noch vor Weihnachten wieder zu spielen. Der Gesundheitsschutz aller Beteiligten sei damit nicht gewährleistet. Vier von sechs Vereinen hatten Vertreter nach Mannheim zur Urteilsverkündung entsandt. Ohne Erfolg - das Gericht folgte der Argumentation der Vereine nicht. Die Regionalliga habe mit ihrer Entscheidung für den Restart am 11. Dezember eine vertretbare Abwägung vorgenommen.

Streitpunkt Hygienekonzept

In der Anhörung hatten die sechs Vereine auch das Hygienekonzept der Liga bemängelt. Ein ligaübergreifendes Konzept sei nicht vorhanden. Die Verantwortlichen der Regionalliga verwiesen auf ihr Rahmenkonzept, das jetzt noch um Schnelltests vor jedem Spiel ergänzt wurde. Details müsse jeder Verein selbst festlegen. Das Gericht sah dieses Rahmenkonzept als vertretbar an.

Regionalliga Südwest äußert sich zu Urteil

Die Verantwortlichen der Regionalliga Südwest waren während der Verhandlung per Video zugeschaltet und äußerten sich anschließend per Pressemitteilung dazu, wie die Schnelltests zukünftig praktiziert werden sollen.

"Vor dem Hintergrund der Wiederaufnahme des Spielbetriebs werden vor den Spielen Testungen von Spielern und Teamoffiziellen durchgeführt. Hierzu wurden den Vereinen in den vergangenen Tagen detaillierte Schulungen an mehreren Standorten bezüglich der Anwendung der Tests angeboten", so die Liga in ihrem Statement.

Unterschiedliche Reaktionen aus den Klubs

Till Pleuger vom TSV Schott Mainz zeigte sich "enttäuscht" vom Urteil. "Die Liga hat die Autonomie zu entscheiden, ob der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird", stellte der geschäftsführende Vorstand gegenüber dem SWR fest.

Zufriedenheit herrscht dagegen beim SSV Ulm, dass es bald weitergeht mit dem Regionalliga-Fußball. Der Sportliche Leiter des SSV, Stephan Baierle, begrüßte das Urteil und zeigte sich "etwas verwundert" darüber, dass sich die klagenden Vereine über die Sportgerichtsbarkeit hinwegsetzen wollten.

Am Mainzer Bruchweg nahm man das Urteil ebenfalls sehr positiv auf. "Wir freuen uns auf die Weiterführung der Saison, in der sich unsere Berufssportler und Profis in Ausbildung in der U23 nun auch wieder im Wettkampf messen dürfen", so der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FSV Mainz 05, Volker Kersting.

Wie geht es nun weiter?

Die Kläger haben die Möglichkeit gegen die Entscheidung Rechtsmittel beim Oberlandesgericht einzulegen. Aber alles deutet darauf hin, dass am Wochenende wieder Tore fallen. Die im November ausgefallenen Spieltage sollen in Form von englischen Wochen nachgeholt werden. Wie der Spielplan konkret aussieht, steht noch nicht fest.

Klage vor dem Landgericht eher ungewöhnlich

Die sechs Vereine haben sich nach eigenen Aussagen mit ihrer Klage bewusst an ein ziviles Gericht und nicht an die Fußball-Verbandsgerichtsbarkeit gewandt. Der Klägeranwalt Patrick Oliver Jockel begründete das mit der zeitlichen Dringlichkeit. Außerdem sei es gut, wenn ein Gericht außerhalb des Fußballkosmos auf den Fall schaue. "Fußballvereine klagen nur selten vor Zivilgerichten", meint SWR-Rechtsredakteur Bernd Wolf. "Das lässt die Vermutung zu, dass sich die Vereine am Zivilgericht größere Chancen auf Erfolg versprochen haben.“ Doch dazu kam es nicht.

Fußball | Regionalliga Restart der Regionalliga: Ein falsches Signal

Sechs Klubs hatten vor dem Landgericht Mannheim per einstweiliger Verfügung gegen den Restart der Regionalliga Südwest geklagt, darunter auch Schott Mainz, Astoria Walldorf und der Bahlinger SC. Die Klage wurde abgewiesen. Ein falsches Signal, kommentiert SWR Sport Redakteur Christoph Pietsch.  mehr...

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