Die Regionalliga Südwest ist gespalten (Foto: SWR)

Fußball | Regionalliga

Regionalliga Südwest: "Die Nerven liegen bei einigen Klubs blank"

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Die Regionalliga Südwest ist tief gespalten. Sind die Klubs in der vierten Liga Amateure oder Profis? Das ist zurzeit die entscheidende Frage. Denn Profis dürfen während des Shutdowns Fußball spielen, Amateure nicht. Das Problem: In der Regionalliga Südwest spielen Teams aus vier Bundesländern und dort gelten unterschiedliche Regeln.

Während des Teil-Lockdowns gibt es in der Regionalliga Südwest einen Spielstopp. Der Grund liegt in Rheinland-Pfalz. Dort dürfen die Regionalliga-Klubs laut Landesverordnung zurzeit weder trainieren noch spielen. Denn Rheinland-Pfalz sieht die vierte Liga als Amateurliga, anders als die Landesregierungen in Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland.

Das sorgt für Streit. Die Kickers Offenbach werfen den kleineren Vereinen vor, den Fußball nur als Hobby zu betreiben und fordern die DFB-Verantwortlichen auf, bei der rheinland-pfälzische Politik auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu drängen. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest, DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann, sagte bei SWR Sport in Rheinland-Pfalz: "Von Eskalation sind wir ein Stück weit entfernt. Aber trotzdem ist die Lage tatsächlich angespannt."

Rheinland-pfälzische Vereine befürworten Spielstopp

Einige Vereine in der Regionalliga finden die Entscheidung der Landesregierung richtig. Bei Schott Mainz spielen beispielsweise Studenten und normale Arbeitnehmer. Neun der 22 Regionalliga-Klubs sind der Auffassung, dass die Gesundheit ihrer Spieler vorgehen sollte und haben unter Federführung von Steinbach Haiger in einem offenen Brief für eine sofortige Winterpause und den Wiederbeginn am 29. Januar plädiert.

Generell liege die Interessenlage bei einigen der 22 Regionalliga-Vereine sehr weit auseinander, sagte Zimmermann. "Das ist in der Regionalliga aber nichts Ungewöhnliches."

"Die Vereine kommen seit Jahrzehnten nicht zusammen"

Sportfunktionär Zimmermann, der schon 2012 die Kommission zur Einführung der Fußball-Regionalliga Südwest leitete, sieht die Probleme relativ gelassen: "Die Profi- und Amateurvereine in der Regionalliga bekommt man seit Jahrzehnten nicht zusammen. Es ist aber eine Übergangsliga und die wird es im Fußball immer geben müssen. Dazu kommt die Corona-Problematik und deshalb liegen die Nerven jetzt einfach blank."

Die Grundproblematik aber werde bleiben, sagte Zimmermann: "Es ist leider so, eine professionelle Struktur in einem Klub sorgt nicht unbedingt immer für sportlichen Erfolg. Und andererseits gibt es immer wieder Amateurvereine, die so erfolgreich sind, dass sie dieses Niveau erreichen."

Vielleicht bald wieder Regionalliga-Fußball im Südwesten

Es sei nicht auszuschließen, dass die Regionalliga-Vereine auch in Rheinland-Pfalz bald wieder spielen dürften, betonte Zimmermann: "In Baden-Württemberg war die Entscheidung ja auch nicht von Anfang an klar. Wir haben natürlich versucht, unsere Kontakte in die Politik spielen zu lassen. Aber am Ende des Tages entscheidet das halt die Politik."

Sollten die Regionalliga-Klubs auch in Rheinland-Pfalz als Profivereine eingestuft werden, würde der Spielbetrieb wahrscheinlich wieder fortgesetzt werden, sagte Zimmermann: "Das ist rechtlich relativ banal. Wir haben mit den Klubs Zulassungverträge für die Regionalliga Südwest. Und außerdem ist die Ausübung der Arbeitstätigkeit ja auch grundrechtlich geschützt. Insofern, wenn alle Ampeln auf grün stehen, was die formalen Voraussetzung anbelangt, dann gibt es vermutlich keinen Grund zu sagen, wir spielen nicht."

Dann stelle sich vor allem noch die Frage nach den Tests, sagte Zimmermann. Da müsse noch einiges geklärt werden: "Muss man testen aus grundsätzlichen Erwägungen? Kommt man an die Tests ran? Gibt es Testkapazitäten, welche Kosten entstehen und wer bezahlt das dann am Ende des Tages."

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