GAZI-Stadion der Stuttgarter Kickers (Foto: IMAGO, IMAGO/Sportfoto Rudel)

Fußball | Regionalliga

Stuttgarter Kickers: Pokalparty gegen die SGE auf der Waldau?

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Julia Metzner

Frei nach dem Motto "daheim ist es am Schönsten" wollen die Stuttgarter Kickers ihr Zweitrundenspiel im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt im Stadion auf der Waldau austragen.

Es ist ziemlich fußballromantisch, dieses Vorhaben. Warum aber auch nicht? Hat doch auch etwas, im ältesten Stadion Deutschlands, in dem noch Fußball gespielt wird, der großen Eintracht aus Frankfurt zu trotzen. "Wir wollen das zu Hause genießen", sagt Sportdirektor Marc Stein gegenüber SWR Sport. Ein Genuss, der möglicherweise niedrigere Einnahmen bedeutet: Maximal 11.400 verkaufte Tickets, statt möglicher 47.500 Karten im großen Neckarstadion. Während andere den Finanzaspekt in den Vordergrund stellen, schränkt Stein ein: "Man muss unter der Woche, mit diesen vielen Spielen zur Zeit, erstmal ein großes Stadion voll bekommen." Nur ein Grund für den Umzugs-Verzicht: "Wir wollen mit unseren Fans daheim ein Pokalfest feiern", unterstreicht Stein nochmal.

2014 waren die Kickers aus finanziellen Gründen auch für ihr DFB-Pokalspiel ins "große" Stadion umgezogen, zum Nachbarn VfB Stuttgart an den Neckar. Außer Geld hat es nichts gebracht, die Kickers verloren mit 1:4 gegen Borussia Dortmund.

"Gefährdungsanalyse": ein normaler Prozess im Vorfeld

Noch steht nicht endgültig fest, ob die Partie wirklich in Degerloch stattfinden wird. Bei einer so genannten "Gefährdungsanalyse" sitzen Verein, Polizei, Ordnungskräfte und die Stadt Stuttgart an einem Tisch und wägen gemeinsam ab. Dabei geht es zum Beispiel um Sicherheitsbedenken, ob die Fanlager der beiden Klubs verfeindet sind, wie viele Einsatzkräfte benötigt werden und wie viele am Spieltag gestellt werden können. Das seien "Abwägungen wie im Bundesliga-Alltag üblich", sagt Stephan Widmann, Pressesprecher der Stuttgarter Polizei. Bei den Kickers sieht man dem Ergebnis gelassen entgegen. Einen Alternativplan gibt es dementsprechend nicht.

Fanansturm aus Frankfurt?

Während manch einer in Stuttgart schon jetzt großen Respekt vor der Wucht der Frankfurter Fans hat, winken Insider ab. "Wir reden hier von der zweiten Runde des DFB-Pokals, da reisen möglicherweise ein paar mehr an, als es Tickets gibt. Aber Massen, wie im Europapokal, werden das nicht sein." In der letzten Saison hatten zehntausende Frankfurter ihre Eintracht quer durch Europa begleitet und auch die Innenstädte fest in ihrer Hand. Findet die Partie im Stadion der Stuttgarter Kickers statt, gehen nur gut 1.100 Karten an die Gästefans.

Das gute Omen als Argument

Im bislang einzigen Pokalduell der beiden gewannen die Kickers im eigenen Stadion mit 3:1. Auch damals waren die Schwaben der Underdog, als Zweitligist gegen die Bundesliga-Mannschaft um Thomas Berthold oder Charly Körbel. Es war das Viertelfinale 1987. Der Rest ist Geschichte: die Stuttgarter Kickers zogen im gleichen Jahr ins Pokalfinale ein (1:3 gegen den Hamburger SV). Ein besseres Argument, 35 Jahre später die Eintracht daheim in Degerloch zu empfangen, gibt es kaum. Und dann könnte auch die Hoffnung von Kickers Sportchef Marc Stein wahr werden: das Pokalspiel als Initialzündung für erneut viele große Spiele auf der Waldau.

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Julia Metzner

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