Uwe Wolf, Trainer VfR Aalen (Foto: imago images, imago images/Pressefoto Baumann)

Fußball | Regionalliga

Noch emotional oder schon aggressiv? Aalens Trainer Uwe Wolf im Fokus

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Wie emotional darf ein Trainer sein? Wann hat er sich nicht mehr im Griff? Eine Frage, die nach dem 2:1-Erfolg des VfR Aalen beim VfB Stuttgart II jetzt vor dem Sportgericht der Regionalliga Südwest besprochen wird.

Natürlich gehören Emotionen zum Fußball dazu. Und erst recht in einem württembergischen Derby. Aber beim Spiel VfB Stuttgart II gegen den VfR Aalen fand neben der Leidenschaft auf dem Platz eine nicht ganz unbeachtete Auseinandersetzung neben dem Spielfeld statt. Weil sich Aalens Trainer Uwe Wolf auf die Provokationen der VfB-Fans einließ.

Der Aalener Coach, 90 Minuten am provozieren. Schade, dass ihm das unsere Jungs nicht auf dem Platz heimzahlen konnten. Und schwach vom Schiri, dass er ihn nicht des Feldes verwies. O-Ton eines Aalen-Fans: "Zum schämen, der Typ gehört in die Klapse". #VfB #VfBU21 https://t.co/8JeaG9ha8P

"Er hat da schnell drauf reagiert und dann hat sich das gegenseitig hochgeschaukelt, auch wenn er gelegentlich versucht hat zu beschwichtigen", berichtet ein Fan, der live dabei war. Im Gazi-Stadion seien die Fans direkt hinter der Trainerbank, erklärt er seine gute Sicht auf die Dinge: "Es eskalierte schon nach der 1:0 Führung der Aalener, als Uwe Wolf unschöne Gesten in Richtung der VfB-Fans machte." Im Video eines anderen VfB-Anhängers, der dies nach Spielende filmte und bei Twitter veröffentlichte, sind zudem beleidigende Gesten Richtung Publikum zu sehen.

"Emotionen gehören zum Fußball. Das sind die schönsten Siege, wenn man beleidigt wird."

Sportgerichtsverfahren eingeleitet

Nach einer knappen Stunde Spielzeit hatte Uwe Wolf wegen seines Verhaltens die Gelbe Karte gesehen, verbunden mit der Warnung von Schiedsrichter Daniel Greef, ihn auf die Tribüne zu schicken. Dazu kam es nicht. Jetzt aber muss Wolf zum Vorwurf "unsportliches Verhalten" Stellung beziehen. Ein Sprecher der verantwortlichen Geschäftsleitung der Regionalliga bestätigte dem SWR, dass inzwischen ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet worden sei. Vom VfR Aalen war auf SWR-Anfrage bis zum Nachmittag keine Stellungnahme zu erhalten. Während des Spiels hatte der eher besonnene Aalener Geschäftsführer Guiseppe Lepore mehrfach versucht, seinen Trainer zu beruhigen. Geholfen hat es wenig: Der zweite Sieg der Aalener in Folge, das 2:1 in Stuttgart, ist nur noch eine Randnotiz.

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