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Dass es statt sechs jetzt nur noch zwei Absteiger aus der Regionalliga Südwest geben soll, sorgt bei den Oberligisten für großes Unverständnis - denn sie dürfen nicht aufsteigen. Die Meinung dazu von Stefan Kersthold aus der SWR-Sportredaktion.

Manchmal bin ich sehr froh, dass ich mich damals für die Ausbildung zum Redakteur entschieden habe. Als Journalist kann ich neutral über Sachverhalte berichten und muss in aller Regel keine unpopulären Entscheidungen treffen. So wie unlängst die Mitglieder der Gesellschafterversammlung und der Spielkommission der Regionalliga Südwest.

Juristischer Marathon könnte bevorstehen Nicht-Aufstiegsregelung für Regionalliga Südwest: Kickers und Trier prüfen Schritte

Das Chaos rund um den Aufstieg in die Regionalliga Südwest ist bereinigt. Zumindest vorerst. Denn die betroffenen Vereine könnten juristisch dagegen vorgehen.  mehr...

Dort wurde entschieden, dass es statt der ursprünglich festgelegten sechs nur zwei Absteiger aus der vierthöchsten Spielklasse geben wird. Großes Aufatmen natürlich bei den Teams der Regionalliga (die in dieser Saison aus 22 Klubs besteht), die noch gefährdet waren. Doch während bei Schott Mainz, in Großaspach, Walldorf und Pirmasens und auch bei Hoffenheim II und der TSG Balingen die Planungen für eine weitere Regionalligasaison anlaufen können, ist der Frust bei den Oberliga Spitzenteams aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, dem Saarland und Hessen groß - über ein weiteres Jahr in der Fünftklassigkeit.

Schwierige Entscheidung

Natürlich kann ich die Argumentation der Entscheidung ein Stück weit nachvollziehen. Sechs Absteiger nach einer kräftezehrenden Saison mit am Ende 42 Spielen? Und aus der Oberliga hätten, so wie bei Eintracht Trier im Südwesten, acht Partien zum Aufstieg gereicht? Das lässt sich nur schwer vermitteln.

Schwammig formulierter Passus

Andererseits, und auch das ist Tatsache, hatten alle Regionalligisten vor der Saison der Abstiegsregel zugestimmt, während der Passus zum Thema Aufstieg aus der Oberliga etwas schwammiger formuliert war. Hier heißt es, dass "in aller Regel" mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert werden müssen. Und genau auf diesen Zusatz dürften sich die Stuttgarter Kickers, der SGV Freiberg aus Baden Württemberg sowie Eintracht Trier und Wormatia Worms aus Rheinland-Pfalz berufen, wenn sie juristische Schritte ankündigen. Denn eines dürfte klar sein, in aller Regel befinden wir uns auch nicht in einer Corona Pandemie.

Was mir zum Schluss noch einfällt - neben Journalist hätte es vielleicht doch noch eine, wenn auch mit Sicherheit stressigere, aber auch lukrativere Berufsalternative gegeben: Anwalt mit Schwerpunkt Sportrecht.

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