Große Enttäuschung nach der 1:2 WM-Auftaktniederlage bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Japan.  (Foto: IMAGO, Image/Ulmer/Teamfoto)

Nationalmannschaft | Glosse

Wenn Gianni Infantino über das deutsche Team lacht und Uli Hoeneß auf die Bühne steigt

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Detlev Lindner

Die Niederlage gegen Japan tut weh. Deutschland spielt trotz aller Hoffnung wieder nicht in WM-Form. Dabei haben wir Fans darauf gehofft, dass jetzt alles viel besser wird und wir wieder wie 2014 losgelöst auf den Tischen tanzen können. Stattdessen gibt's bei Sportreporter Detlev Lindner viele schlechte Gedanken.

Es ist der Freitag nach dem Ausscheiden unserer deutschen WM-Jungs.

Auch gegen Costa Rica hat es nicht zu einem Sieg gereicht. Das Unentschieden ist der einzige Punkt, den Deutschland in den Gruppen-Partien gegen Japan, Spanien und eben Costa Rica geholt hat. Eine Blamage! Nach diesem 1:1 gegen den 31. der Fifa-Weltrangliste ist Gianni Infantino von den Fernsehkameras auf der VIP-Tribüne eingefangen worden. Der Präsident des Fußball-Weltverbandes schwenkte kurz nach dem Schlusspfiff eine deutsche Fahne und hielt sich mit der anderen Hand den Mund bedeckt. Ganz nach dem Motto: "Ich sag jetzt nichts mehr zu dem deutschen Fußball." Ich vermute, der Mann hat dazu auch noch verdeckt gelächelt.

Uli Hoeneß meldet sich

In München ist Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß auf dem Marienplatz auf eine selbstgezimmerte Bühne gesprungen und hat seinem Unmut über das erfolglose DFB-Team Luft gemacht. In seinem knapp zweistündigen, emotionalen Monolog bot sich der 70-Jährige als Bundestrainer an und machte gestenreich klar, dass sogar der VfB Stuttgart bei dieser WM besser gespielt hätte als die deutschen Nationalkicker. Hoeneß konnte schließlich von einer Sondereinheit der Polizei laut schimpfend von der Bühne geleitet werden.

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Max Kruse bietet Ablenkungsabend an

Der bei Wolfsburg aussortierte Max Kruse macht in den sozialen Medien klar, dass er Uli Hoeneß als Bundestrainer unterstützen würde. Laut dem Ex-Freiburger wäre er bereit, dann auch wieder in der Nationalmannschaft als Führungsspieler im Sturmzentrum zu agieren. Kruse gibt sich auch als Teamplayer, äußert Mitleid mit den WM-Versagern und lädt alle deutschen Spieler zu einem Poker-Wochenende zu sich nach Hause ein. Laut dem 33-Jährigen solle so "verloren gegangenes Selbstvertrauen wieder aufgebaut werden. "

Mats Hummels kennt keine Gnade

In seiner abschließenden WM-Analyse geht Dortmunds Mats Hummels in die Vollen. Der zu Hause zurückgelassene Ex-Nationale kritisiert vor allem die "Hüftsteife, unkonzentrierte und taktisch ungeschulte Defensive". Der "unbedingte Einsatzwille" und der "letzte Glaube an den Sieg" haben der deutschen Mannschaft bei dieser WM gefehlt, schimpft Hummels, der sich bereit erklärt, 2026 bei der WM in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten wieder als Abwehrchef zu agieren.

Protestkundgebungen

Als der DFB-Tross an diesem Freitag in Frankfurt landet, wird er von zehn Fans empfangen. Die Spieler geben bereitwillig Autogramme. Vor dem Flughafen protestieren zehntausende von aufgebrachten Anhängern für die Auflösung der deutschen Männer-Nationalmannschaft. Die Menge spricht sich für eine weitere Förderung des Frauen-Fußballs in Deutschland aus. Auch die Polizei schließt sich den Forderungen der Demonstranten an.

Gedankenwelt

Es tut gut, sich seine schlechten Gedanken aus dem Kopf zu schreiben. Plötzlich gibt es dort wieder Platz für positive Bilder. Mir wird klar: Es kann ja auch noch alles richtig gut werden. Etwa am Sonntag, wenn Deutschland die Spanier in ihrem zweiten Gruppenspiel mit 7:0 vom Platz fegt. Dann habe ich die dunklen Gedanken nie gedacht!

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Detlev Lindner

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