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1996 wird Deutschland in England, dem Mutterland des Fußballs, Europameister, nachdem es den Gastgeber zuvor aus dem Turnier geworfen hat. 25 Jahre danach will die deutsche Nationalmannschaft die Geschichte wiederholen. Hoffnung macht, wie schon 1996, ein Spieler, der im Südwesten geboren ist und den keiner so richtig auf der Rechnung hat.

Als Oliver Bierhoff 1996 mit dem ersten Golden Goal der EM-Geschichte das Finale entschied, hätte er gar nicht auf dem Feld stehen, geschweige denn überhaupt beim Turnier dabei sein sollen. Dass Bierhoff dennoch dabei war, verdankte er der Legende nach Monika Vogts. Die soll ihrem Mann, dem damaligen Bundestrainer Berti Vogts, eingeredet haben, den gebürtigen Karlsruher zu nominieren.

Eine Einwechslung mit Folgen

Bierhoff war damals Neuling in der deutschen Mannschaft. Obwohl Vogts' Team 1996 von Anfang an vom Verletzungspech verfolgt war und sich die Kadersituation so dramatisch zuspitze, dass selbst die Ersatztorhüter Oliver Kahn und Oliver Reck Feldspielertrikots für den Notfall erhielten, war für Bierhoff kaum Platz. Bis zum Endspiel gegen Tschechien in Wembley spielte er gerade einmal 92 Minuten. Und in diesem Finale brachte ihn Vogts erst gegen Ende der zweiten Halbzeit, beim Stand von 1:0 für Tschechien. Eine folgenschwere Einwechslung...

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Unter vertrauten Vorzeichen

Als Bierhoff Deutschland 1996 zur Europameisterschaft schoss, war der heutige Nationalspieler Jamal Musiala noch nicht geboren. Wer Löw nun zur Nominierung von Musiala geraten hat, ist nicht verbrieft. Klar ist aber: Nicht viele hatten das Talent aus München im Aufgebot der Nationalmannschaft erwartet. Dennoch könnte, wie mit Bierhoff damals, mit Musiala ein Spieler entscheidend sein, mit dem im Vorfeld kaum jemand gerechnet hatte.

Nachsitzen mit den großen Jungs

Musiala wurde 2003 in Stuttgart geboren und wuchs in Fulda auf, ehe er mit der Familie nach England zog, wo er die U-Nationalmannschaften der Three Lions durchlief. 2019 wechselte er nach München. Beim FC Bayern traf das Ausnahmetalent auf FCK- und Nationalmannschaftslegende Miroslav Klose, der den Weg Musialas zu den Profis zuerst als U17-Trainer und später als Co-Trainer unter Hansi Flick eng begleitete. Nach dem Training absolvierte Klose mit Musiala regelmäßig noch Extra-Schichten, um an dessen Torabschluss zu arbeiten. Nachsitzen mit den großen Jungs.

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Wieder eine Einwechslung mit Folgen?

Als Musiala gegen Ungarn - für einige überraschend - eingewechselt wurde, spielte er frech, sorglos und war am fürs Weiterkommen entscheidenden Tor beteiligt. Vielleicht ist er es, der die lahmende deutsche Offensive in diesem Turnier wiederbeleben kann. In Serge Gnabry hätte er jedenfalls, wie Bierhoff damals mit Klinsmann, einen Stuttgarter Vorlagengeber.

Es ist alles dafür angerichtet, dass sich Geschichte in Wembley wiederholen kann. Aber fest steht lediglich, dass Oliver Bierhoff diesmal auf der Bank bleiben wird.

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