Die spanischen Spieler freuen sich über ein Tor, während Manuel Neuer sich die Stutzen richtet. (Foto: IMAGO, Agencia EFE)

Fußball | WM in Katar

FC Español Karlsruhe freut sich auf Deutschland-Spiel

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Joel Lischka

Am Sonntag spielt Deutschland bei der WM gegen Mitfavorit Spanien. Wir haben uns beim FC Español Karlsruhe vor dem Duell der beiden Schwergewichte im Fußball umgehört.

In (Fußball-)Deutschland ist Tristesse angesagt. Nicht nur wegen der Jahreszeit, auch wegen des enttäuschenden Auftritts der deutschen Nationalmannschaft im ersten WM-Spiel gegen Japan. Am Sonntag steht das zweite Gruppenspiel gegen die überzeugenden Spanier an.

Gespannt blickt auch Abel Fernandez vom FC Español Karlsruhe auf das Duell der Weltmeister von 2010 und 2014. Fernandez ist seit zwölf Jahren Vorstand des Amateurvereins, in der neben Spaniern auch viele deutsche Spieler kicken. "Wenn Spanien spielt, ob bei einer WM oder EM, gucken wir das immer gemeinsam an." Seine Liebe bei diesem Duell ist klar verteilt: "Spanien steht immer an erster Stelle." Aber wenn Deutschland gut abschneidet, freue er sich auch für seine deutschen Freunde.

Thomas Mueller, Julian Brandt und Armel Bella Kotchap klatschen zu den Fans und sehen enttäuscht aus. (Foto: IMAGO, Ulmer/Teamfoto)
Deutschland verlor das Auftaktspiel bei der WM in Katar gegen Japan mit 1:2. Ulmer/Teamfoto

Flick soll wechseln

Eine klare Meinung hat er auch zur Leistung der Deutschen gegen Japan. "Die Mannschaft hat einfach vergessen, das zweite oder dritte Tor zu machen." Am Ende habe Japan aber auch "glücklich" gewonnen. Dadurch sei der Druck gegen Spanien sehr groß für das DFB-Team. "Ich finde es auch schade, dass Deutschland gewinnen muss. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass beide weiterkommen."

Außerdem soll Bundestrainer Hansi Flick in der Abwehr umstellen. Die Abwehr sei laut Fernandez zu langsam. Gegen die schnellen Spanier werde die Verteidigung der Deutschen Probleme bekommen, wenn sie in der gleichen Besetzung wie gegen Japan spielen. Allgemein komme es den Spaniern entgegen, weil Deutschland mehr riskieren muss am Sonntag. "Spanien kann dann auf Konter spielen."

Spanien und Deutschland ähneln sich

Beim Blick auf die Spielsysteme der beiden Teams sieht Fernandez große Parallelen. Denn Deutschland habe in den letzten Jahren das "Spielsystem von Spanien kopiert". Beide Nationen spielen ohne klassische Neun und setzen viel auf Ballbesitz. Das "Tika-Taka beherrschen die Spanier sehr gut", sagt Fernandez zur Spielkultur der Iberer.

Das beeindruckende 7:0 im ersten Gruppenspiel gegen Costa Rica, solle man aber nicht zu hoch hängen. Die Costa Ricaner hätten sich "gar nicht mehr gewehrt". Dennoch ist Fernandez nach dem Kantersieg zuversichtlich: "Mit so einer Leistung wie gegen Costa Rica kommt Spanien unter die Top Vier."

0:6-Klatsche beim letzten Duell

Und eine gewisse Brisanz hat der Klassiker natürlich auch für Abel Fernandez. Das kommt noch aus früheren Zeiten, als die Spanier immer als Mitfavoriten auf die großen Titel galten, aber früh ausschieden: "Da sind wir unter Freunden brutal gefrotzelt worden." Das hat sich aber geändert, als die Spanier mit zwei EM-Siegen 2008 und 2012, sowie dem WM-Triumph 2010 drei große Titel in Serie gewannen. "Das ist ein bisschen Genugtuung für die alte Zeit." Bei der Europameisterschaft 2008 schlug Spanien Deutschland im Finale dank eines Treffers von Fernando Torres 1:0. Das gleiche Ergebnis setzte es im Halbfinale der WM 2010 als Carles Puyol kurz vor Schluss traf.

Fernando Torres trägt ein rotes Trikot und hat hält die spanische Flagge hoch. (Foto: IMAGO, Photo by Back Page)
Fernando Torres schoss das Siegtor im Finale der Europameisterschaft 2008. Photo by Back Page

Die letzte Partie zwischen Spanien und Deutschland ist noch vielen in Erinnerung geblieben: Damals ging das DFB-Team mit 0:6 beim Kräftemessen in der Nations League unter. Alles in allem sieht Fernandez die Partie am Sonntag als "klares Unentschieden-Spiel". Für die Deutschen wäre das nach der Auftakt-Niederlage vermutlich schon zu wenig, um noch eine reelle Chance auf das Achtelfinale zu haben.

Die Weltmeisterschaft kann also am Sonntag mit einer Niederlage aus deutscher Sicht bereits vorbei sein. Für den FC Español Karlsruhe und Abel Fernandez jedoch nicht. Bei ihm und seinen Vereinskollegen würde die Hoffnung auf den zweiten WM-Titel weiterleben.

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Joel Lischka

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