Nico Schlotterbeck im Training des DFB-Teams (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / GES/Markus Gilliar | Markus Gilliar)

Fußball | Nationalmannschaft

Nico Schlotterbeck: Von der schwäbischen Provinz bis in die Nationalmannschaft

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Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg hat es erneut in den DFB-Kader von Bundestrainer Hansi Flick geschafft. Ein Aufstieg, der die Wahrnehmung in der schwäbischen Heimat verändert hat.

Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg kommt zurzeit nicht mehr aus dem Schmunzeln heraus. Der 1,91 Meter große Defensivspieler, ausgebildet bei den Stuttgarter Kickers und beim KSC, ist endgültig angekommen bei den Großen im DFB. "Die Jungs haben uns sehr gut aufgenommen", lobt Schlotterbeck das Betriebsklima in der Nationalmannschaft, für die ihn Bundestrainer Hansi Flick nun schon zum zweiten Mal nominiert hat. "Davon träumt man als kleines Kind", schwärmt der Innenverteidiger mit der umsichtigen Zweikampfführung und dem cleveren Aufbauspiel. Beim Blick zurück auf die vielen Stunden in der Kindheit, die er mit seinem älteren Bruder Keven kickend im heimischen Garten verbracht hat, stutzt Schlotterbeck: "Das ist schon ein bisschen surreal gerade."

Schlotterbeck und Raum – zwei Gesichter der neuen Generation

Im Vergleich zur U21 sieht der Freiburger einen "anderen Fußball", die Qualität im Training der A-Mannschaft sei ungleich höher. Trotzdem fühlt sich Schlotterbeck "pudelwohl" im Kreis der neuen Kollegen. Und natürlich sind ihm auch hier nicht alle völlig fremd, schließlich hat er sich mit Manuel Neuer, Leon Goretzka oder Marco Reus schon in der Bundesliga duelliert.

Außerdem finden sich im Kader für die Länderspiele gegen Rumänien (2:1 in Hamburg, Schlotterbeck ohne Einsatz) und Nordmazedonien (11.10., 20:45 Uhr in Skopje) einige Wegbegleiter, mit denen sich der Verteidiger vor wenigen Monaten in Slowenien zum U21-Europameister krönte. Dazu zählt auch der Hoffenheimer David Raum, der seinen Nebenmann in der Viererkette liebevoll "Schlotti" nennt. Beide sind sich einig, dass die erfolgreiche Zeit bei der U21 mit Trainer Stefan Kuntz ein wichtiger Faktor auf dem Weg nach ganz oben war.

"Ich habe mir die Nominierung durch meine Leistung verdient."

Dort allerdings zählen die Erfolge der Vergangenheit nicht mehr. Es gilt sich neu zu beweisen, was für Schlotterbeck angesichts der großen Konkurrenz auf seiner Position Herausforderung genug ist. In der vergangenen Länderspielwoche bekam er dies zu spüren, als er ohne Einsatz wieder abreiste. Auch wenn sich der Freiburger bereitwillig hinter den international erprobten Kollegen wie Niklas Süle, Antonio Rüdiger oder Mats Hummels anstellt und von ihnen lernen möchte, konzentriert sich der 21-Jährige auf die eigenen Stärken. "Ich habe mir die Nominierung durch meine Leistung verdient", gibt sich der Defensivspieler selbstbewusst.

Schlotterbeck kennt sein Standing bei Flick

Es gehe nun erstmal darum, den Trainer von sich zu überzeugen, um sich langfristig in der Nationalmannschaft zu etablieren. Trotz aller Vorfreude weiß Schlotterbeck sein Standing im Team realistisch einzuschätzen, mit Bundestrainer Hansi Flick steht er im engen Austausch. "Der Trainer arbeitet sehr, sehr akribisch, verlangt viel von uns", berichtet Nico Schlotterbeck. Einen fordernden Trainer ist der großgewachsene Innenverteidiger mit Christian Streich in Freiburg gewöhnt. Dort eroberte er schnell einen Stammplatz als linker Part der Dreierkette, absolvierte seit Saisonbeginn alle sieben Bundesliga-Spiele über die volle Distanz. Die Rückkehr von der Leihstation Union Berlin in den Breisgau ist problemlos gelungen.

Nico Schlotterbeck lachend mit Thomas Müller und Florian Neuhaus (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / GES/Markus Gilliar | Markus Gilliar)
Nico Schlotterbeck fühlt sich wohl im DFB-Team picture alliance / GES/Markus Gilliar | Markus Gilliar

Vom Rems-Murr-Kreis bis in die Nationalmannschaft

Apropos Rückkehr: Eine solche gönnte sich Schlotterbeck zuletzt auch auf privater Ebene und schaute in seinem 15 Kilometer östlich von Stuttgart gelegenen Heimatort Weinstadt vorbei. Auch im Rems-Murr-Kreis ist der Erfolg des verlorenen Sohnes natürlich nicht verborgen geblieben, schließlich trat Schlotterbeck bei der örtlichen SG Weinstadt zum ersten Mal gegen den Ball, bevor es ihn im Alter von acht Jahren hinaus in die weite Welt des Fußballs zog. Knapp 14 Jahre später habe die Nationalmannschafts-Berufung doch für ein "bisschen mehr Aufmerksamkeit in der Heimat" gesorgt, erzählt Schlotterbeck. "Auf einmal erkennen dich die Leute", berichtet er lächelnd. Trotz der neuen Lokalprominenz bleibt Schlotterbeck aber auf dem Boden und will weiterhin "der Mensch sein, der ich immer war".

Auch mit Blick aufs Sportliche ein passendes Motto, schließlich gilt es für den Innenverteidiger die souveränen Leistungen im Club auch im Training der Nationalmannschaft zu bestätigen und sich so für seinen ersten Einsatz im DFB-Trikot zu empfehlen. Sollte Nico Schlotterbeck gegen Nordmazedonien sein Debüt feiern, würde sein Bekanntheitsgrad sicherlich nicht nur in Weinstadt erneut deutlich steigen.

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