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Joachim Löw machte Deutschland 2014 zum Fußball-Weltmeister. Jetzt hat der Bundestrainer offenbar viele Sympathien verspielt. Hält der DFB an ihm fest? ARD-Fußballexperte Tom Bartels ist überzeugt, dass Löw immer noch der Richtige ist.

Das 0:6-Desaster in Spanien in der Nations League war ein unerwarteter Tiefpunkt in der deutschen Länderspielgeschichte. Aber ist diese Blamage auch ein Grund, den Bundestrainer in Frage zu stellen? Ist es überhaupt möglich, die Leistung von Joachim Löw in Corona-Zeiten richtig zu bewerten? Tom Bartels, ARD-Fußball Experte, sagt nein.

"Jogi Löws Leistung auf das 0:6 gegen Spanien zu reduzieren, ist maximal unfair"

Tom Bartels, ARD Fußballexperte

Bartels meint, dass Löw im Corona-Jahr 2020 keine echte Chance hatte, den Umbruch beziehungsweise die Neu-Ausrichtung der Nationalelf voranzutreiben. "Löw konnte nur verwalten, die Spieler mussten ein irres Pensum abspulen und bei der Nationalmannschaft regenerieren. Sie zu trainieren und zu formen war praktisch nicht drin." Löw müsse sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, dass er nach dem Confed-Cup Gewinn 2017 den jungen Spielern nicht mehr Vertrauen geschenkt habe.

Brennt Löw noch wie beim WM-Triumph 2014?

Bartels, der Löw schon lange begleitet, glaubt, dass der Bundestrainer in den Medien zur Zeit ungerecht behandelt wird. Er traut Löw nach wie vor zu, Deutschland zu einer erfolgreichen EM zu führen. Löw könne das leisten, wenn die Voraussetzungen stimmten.

"Löw kann immer noch ein Feuer entfachen"

Tom Bartels, ARD Fußballexperte

Wer könnte den Job machen außer Löw? Der DFB habe fast keine Alternative, so Bartels. Die Top-Kandidaten Jürgen Klopp und Hansi Flick seien nicht aus ihren Vereinen wegzulocken, weil sie zu erfolgreich seien. Einzig Ralf Rangnick wäre für Bartels eine Option. Aber ARD-Mann Bartels hält diese Diskussion über mögliche Nachfolger für unfair und überflüssig.

"Ich gehe davon aus, dass Jogi Löw noch mindestens bis zur EM 2021 weiter macht."

Tom Bartels, ARD Fußballexperte

Am 4. Dezember soll über die Zukunft des Bundestrainers entschieden werden. Bartels geht davon aus, dass der Weltmeister-Trainer von 2014 weiter macht. Bartels hofft, dass wir 2021 wieder einen energiegeladenen Bundestrainer erleben.

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