Thomas Hitzlsperger (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | EM 2021

Hitzlsperger: "Fehler der UEFA sind ein großer Glücksfall"

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Thomas Hitzlsperger, Vorstandschef des VfB Stuttgart, hat die Entscheidung der UEFA, das Münchner Stadion nicht in Regenbogenfarben zu beleuchten, stark kritisiert. Trotzdem sieht er in den Fehlern der UEFA eine Chance.

"Es ist ein bisschen traurig, wie die UEFA sich verhalten hat in den letzten Tagen und trotzdem ist es wahrscheinlich ein großer Glücksfall gewesen, dass sie Fehler begangen haben, weil das hat es erst ermöglicht, dass man tagelang jetzt über das Regenbogen-Symbol gesprochen hat, auch wofür es steht. Und was auf der Welt überhaupt passiert", sagte Hitzlsperger in den Tagesthemen. Man habe gerade in Deutschland starke Zeichen und Signale gesetzt. Die UEFA müsse jetzt reagieren.

UEFA hat laut Hitzlsperger Arenabeleuchtung schon vorher abgelehnt

Nicht erst vor dem letzten Gruppenspiel der DFB-Elf, sondern bereits im Mai habe die UEFA laut Hitzlsperger eine Regenbogen-Beleuchtung des Münchner EM-Stadions abgelehnt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) habe damals angeregt, die Arena an einem spielfreien Tag in Regenbogenfarben zu beleuchten. "Die UEFA hat dieses abgelehnt, einfach mit dem Verweis unter anderem auf die Kurzfristigkeit der Anfrage", sagte Hitzlsperger im ZDF. "Und ein paar Wochen später sagen sie, man könnte doch auch einen anderen Spieltag wählen. Und das passt dann nicht mehr zusammen", sagte Hitzlsperger, derzeit Vorstandschef des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart.

UEFA laufe Diskussion hinterher

In dieser Woche hatte die UEFA einen Antrag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) abgelehnt, die Arena im letzten Gruppenspiel der DFB-Elf gegen Ungarn in Regenbogenfarben zu erleuchten. Sie hatte dies damit begründet, dass der Antrag politisch motiviert sei. Hintergrund der Debatte ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt, das kürzlich vom ungarischen Gesetz gebilligt worden war.

Die Regenbogenflagge steht als Symbol für die Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Hitzlsperger erwartet auch vom DFB klarere Positionierung

Hitzlsperger ergänzte, dass das UEFA-Verbot möglicherweise sogar gut für die Debatte war. "Die Diskussion, die entstanden ist aufgrund dessen, ist so viel größer und geht über so viele Tage, dass die UEFA, glaube ich, enorm unterschätzt hat, was sie damit angerichtet hat." Sie habe sich selbst in ein schlechtes Licht gerückt und viele Fußballfans mobilisiert. "Die Fans haben heutzutage einen größeren Anspruch", sagte er im ZDF. Verbände müssten sich klar positionieren. Auch vom DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch erwarte er künftig eine klarere und emotionalere Positionierung in Sachen Gleichberechtigung, Menschenrechte und Vielfalt.

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