Auch gegen Island ohne Gegentor - DFB Elf gewinnt mit 4:0 (Foto: imago images, Imago/ Matthias Koch)

Nationalmannschaft | Meinung

Optimale Ausbeute für Hansi Flick: Auf dem Weg zur WM lauern kaum noch Gefahren

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Drei Spiele, neun Punkte, null Gegentore - nach holprigem Start gegen Liechtenstein und dem überzeugenden 6:0 gegen Armenien endet die erste kleine Länderspielserie für Hansi Flick mit einem ungefährdeten 4:0-Erfolg gegen Island. Stefan Kersthold aus der SWR-Sportredaktion sieht die deutsche Nationalmannschaft auf einem guten Weg, wenn auch noch nicht alles rund läuft.

Nach dem Armenien-Spiel, dem überraschend deutlichen und auch in dieser Höhe verdienten 6:0, hatte ich die Frage gestellt, ob sich die DFB Jungs gegen Island in der Liechtenstein- oder aber in der Armenien-Form präsentieren würden. Meine Antwort nach dem 4:0 in Reykjavik: irgendwo dazwischen, allerdings mit sehr starker Tendenz zum Stuttgarter Auftritt gegen Armenien. Wobei die eigene Leistung natürlich, wie immer, auch etwas mit dem Gegner zu tun hat. Dass die Tabellenführung der Armenier nach vier Spieltagen eher zufällig zustande kam, bewies gestern das 1:1 zu Hause gegen Liechtenstein - was wiederum das deutliche 6:0 der deutschen Elf etwas relativiert.

So einfach kann Fußball sein

Was Hansi Flick seiner Mannschaft gegen Island erneut vermittelt hat: Gas geben von der ersten Minute an. Und so gab es bereits nach 60 Sekunden die erste Chance und, drei Minuten später, den ersten Treffer. Kimmich, Sané, Gnabry - Tor. So einfach kann Fußball sein. Ein einstudierter Standard sorgte dann für das 2:0 durch Rüdiger. Was aber auch bereits in der ersten Halbzeit auffällig war: Der fahrlässige Umgang mit weiteren Chancen und das die nicht immer sattelfeste Abwehr einige gute Möglichkeiten der Isländer nicht verhindern konnte.

Antonio Rüdiger treffsicher zum 2:0 Zwischenstand gegen Island (Foto: imago images, Imago/ Matthias Koch)
Antonio Rüdiger treffsicher zum 2:0 Zwischenstand gegen Island Imago/ Matthias Koch

Chancenverwertung ausbaufähig

Im zweiten Durchgang das gleiche Bild: Die DFB Elf dominant mit zahlreichen Hockkarätern. So verpassten es Werner gleich mehrmals und der eingewechselte Havertz, die Führung frühzeitig auszubauen. Pluspunkte konnte der zuletzt oft kritisierte Sané sammeln, der sich mit seinem Treffer zum 3:0 wie schon gegen Liechtenstein in die Torschützenliste einreihen konnte. Und weil kurz vor dem Ende Werner dann doch noch sein Tor machte, hieß es nach 90 Minuten 4:0.

Ein souveräner und ungefährdeter Sieg, der aber nicht darüber hinwegtäuscht, dass auch die harmlosen Isländer die ein oder andere Möglichkeit hatten. Chancen, die von stärkeren Gegnern in aller Regel auch genutzt werden. Ob Rumänien und Nordmazedonien, die nächsten Aufgaben in der WM-Qualifikation, zu diesen stärkeren Gegnern gehören, wird sich zeigen. Ruft die DFB-Elf ihre Leistung ab, sollten diese Kontrahenten keine Stolpersteine darstellen.

Spätestens bei der WM Endrunde aber sollte auch die noch nicht sattelfeste Abwehr stehen. Hier hat der Bundestrainer noch etwas Arbeit vor sich - aber auch noch etwas Zeit zum Experimentieren. Alles in allem kann Hansi Flick mit den ersten drei Länderspielen zufrieden sein. Neun Punkte, 12:0 Tore, zumindest auf dem Weg zur WM nach Katar im nächsten Jahr dürften kaum noch Gefahren lauern.

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