DFB-Präsident Bernd Neuendorf (Foto: IMAGO, Kirchner-Media)

Fußball-WM | Nationalmannschaft

DFB-Präsident Neuendorf: "Ich bin gegen einen WM-Boykott"

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Felix Mansel

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Bernd Neuendorf spricht mit SWR Sport über die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in Katar.

Seit dem 11. März diesen Jahres ist Bernd Neuendorf in seinem Amt als DFB-Präsident und von Beginn an muss er sich den unangenehmen Fragen zur WM 2022 im Wüstenstaat Katar stellen. Der 61-Jährige freut sich auf das sportliche Großereignis und gleichzeitig sieht er die Verantwortung für den DFB und die deutsche Nationalmannschaft. Dennoch ist es seiner Meinung nach zu viel verlangt, die Fußballer in die Pflicht zu nehmen. Diese sollten sich jetzt auf das Sportliche konzentrieren.

"Wenn die WM beginnt, steht das Sportliche im Mittelpunkt. Aber wir müssen klar sein in der Positionierung, wenn es um gesellschaftliche und politische Verhältnisse in Katar geht."

Menschenrechtsverletzungen auf Katars WM-Baustellen

Laut dem Fußball-Weltverband FIFA sollen drei Arbeiter auf Stadionbaustellen ums Leben gekommen sein. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht dagegen von tausenden Todesopfern aus. Neuendorf spricht sich für Entschädigungsleistungen für die Familien verstorbener Arbeiter aus. "Ich habe dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino meine Erwartungen deutlich formuliert. Die FIFA hat eine Verantwortung und der muss sie gerecht werden", sagt er.

"Menschenrechte einzufordern ist nie überzogen."

Vergabe bei zukünftigen Turnieren soll kritischer werden

Neuendorf, der sich selbst als Pragmatiker bezeichnet, will den Blick nach vorne richten. "Die Entscheidung von 2010 (WM-Vergabe nach Katar, Anm. d. Red.) kann man nicht mehr rückgängig machen", aber bei der Vergabe zukünftiger Turniere müsse man kritischer und aufmerksamer in Hinblick auf Menschenrechte und Nachhaltigkeit vorgehen. Die WM zu boykottieren hält er für den falschen Weg, stattdessen wirbt er für einen offenen Diskurs.

"Ich bin gegen einen Boykott."

Am 31. Oktober wird Bernd Neuendorf mit Bundesinnenministerin Nancy Feser nach Katar reisen, um dort mit dem Gastgeber über Menschenrechte im Land zu sprechen. Bereits drei Wochen später beginnt die WM 2022 - es wird wohl die bisher umstrittenste Fußball-Weltmeisterschaft, die die Welt gesehen haben wird.

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