Nadiem Amiri wurde von Joachim Löw für die Nationalmannschaft nominiert. (Foto: Imago, Imago)

Fußball | Nationalmannschaft Anruf ins Glück: Der kuriose Weg von Nadiem Amiri ins DFB-Team

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Joachim Löw wollte Nadiem Amiri in seinem Team. Das Problem: Er hatte keine aktuelle Telefon-Nummer. Also brauchte der Bundestrainer eine andere Lösung für den Ludwigshafener.

Der Bundestrainer hatte allen Grund sich zu wundern. Als er Nadiem Amiri anrufen wollte, um ihn für die Nationalmannschaft zu nominieren, suchte er vergeblich nach der Telefon-Nummer des gebürtigen Ludwigshafeners. Daraufhin schickte Co-Trainer Marcus Sorg dem Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen eine Nachricht: Er möge sich doch bitte beim Bundestrainer melden.

Dies tat der 22-Jährige. Am Telefon erfuhr der Offensiv-Spezialist dann von seiner ersten Nominierung für die A-Mannschaft. Bereits am Mittwoch könnte Amiri gegen Argentinien (20.45 Uhr in Dortmund) sein Debüt für die Nationalelf geben.

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Amiris gute alte Zeit

Einst kickte Amiri mit seinem fünf Jahre älteren Bruder, Nauwid, auf dem Bolzplatz in der Heimat. Der hatte schon früh das große Talent des kleinen Bruders erkannt - an der "außergewöhnlichen Ballführung und dem Instinkt, richtige Entscheidungen im richtigen Moment zu treffen", wie er im Gespräch mit SWR Sport sagt.

Auch André Schürrle stand in jungen Jahren für den Ludwigshafener SC auf dem Platz - im selben Team wie Nauwid. Nadiem fand es "immer schön, André bei den Spielen zu beobachten."

Ludwigshafen, Kaiserslautern, Mannheim und dann nach Hoffenheim

Amiri spielte in der Jugend für den Ludwigshafener SC, den 1. FC Kaiserslautern und Waldhof Mannheim. Danach ging der feine Techniker zur TSG Hoffenheim, spielte für die U17 und U19 und unterschrieb seinen ersten Profi-Vertrag bei den Kraichgauern. Seit diesem Sommer spielt der 1,80 Meter große Spielmacher bei Bayer 04 Leverkusen.

Amiris Weg zur Nationalmannschaft

Amiris Karriere im Nationalteam begann im November 2013 für die U18. Beim Debüt gegen die Niederlande erzielte er in der 80. Minute den Siegtreffer zum 2:1. Ein Jahr später lief der Sohn afghanischer Eltern, der sich jedoch schon sehr früh für die DFB-Elf entschied, auch für die U19 auf. Auf seinen ersten internationalen Titel musste Amiri jedoch eine Weile warten: Bei der U19-EM 2015 war bereits in der Vorrunde Schluss.

Zwei Jahre später lief es besser: 2017 wurde er mit der U21 in Polen Europameister. Bei der folgenden U21-EM stand er erneut im Finale. Doch sein Anschluss-Treffer gegen Spanien reichte nicht zum erneuten Triumph. Das Team von Trainer Stefan Kuntz verlor mit 1:2. Es war Amiris letzter Auftritt als Junioren-Nationalspieler.

Nun darf der Offensiv-Akteur in der ersten Mannschaft sein Können unter Beweis stellen. Sollte er den Bundestrainer überzeugen, speichert Löw Amiris Nummer vielleicht bald als Kurzwahl ab.

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