Angreifer Timo Werner ist einer der Leistungsträgerm in der deutschen Nationalmannschaft (Foto: picture-alliance / dpa)

Fußball | Nationalmannschaft Timo Werner - Deutschlands Stürmer Nummer 1

Der gebürtige Stuttgarter Timo Werner ist erst 22 Jahre alt und trotzdem schon unverzichtbar für die deutsche Nationalmannschaft. Und das wohl auf Jahre hinaus. Denn Konkurrenz auf der Mittelstürmerposition ist nicht in Sicht.

Wie groß die Stürmer-Not von Bundestrainer Joachim Löw ist, zeigt sich an der Nominierung von Mark Uth. Der 27-Jährige hat in dieser Saison noch kein Tor erzielt, trotzdem berief der Bundestrainer den Ex-Hoffenheimer ins Aufgebot für die Nations-League. Spätestens nachdem Mario Gomez seinen Rücktritt erklärt hat, stellt sich der Mittelsturm beim DFB quasi von selbst auf: Auch in den Spielen gegen die Fußball-Schwergewichte Niederlande und Frankreich ruhen die Hoffnungen wieder auf den schmalen Schultern von Timo Werner.

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"Er macht das, was dem Gegner extrem weh tut und schwer zu verteidigen ist“, schwärmt Jogi Löw. "Er hat diesen brutalen Zug zum Tor und diese Schnelligkeit."

Werner ist froh, fest zum Kreis der Nationalmannschaft zu gehören. Er hat ein gutes Gefühl für den Umbruch nach der WM, der von DFB-Coach Löw moderiert wird.

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Wunderkind Werner

Bereits jetzt hat Timo Werner zahlreiche Rekorde geknackt: Er ist der jüngste Fußballer, der 100 Bundesligaspiele absolvierte. Er war mit 17 Jahren der jüngste VfB-Profi und -Torschütze und führte den DFB als Torschützenkönig zum Sieg im Confed Cup 2017.

Inzwischen liegt sein Marktwert bei knapp 60 Millionen Euro. Doch die Lobgesänge halten sich in Grenzen. Werner, eigentlich ein bescheidender, introvertierter Typ, polarisiert. Und weiß wohl selbst nicht warum.

Spott von Ex-VfB-Trainer Zorniger

Unvergessen, wie ihn der damalige VfB-Trainer Alexander Zorniger nach einer harmlosen Jubelgeste öffentlich verspottete. "Er war noch so mit Küsschen-Verteilen beschäftigt, dass der Fokus noch nicht darauf lag, ihn reinzumachen", ätzte Zorniger 2015 und äffte den 19-Jährigen nach. Vor drei Jahren war das. Und Werner der mit Abstand beste VfB-Spieler in diesem Spiel, vielleicht in der ganzen Saison.

Buhmann der Nation

Noch heftiger traf es Werner ein Jahr später, als er wegen einer Schwalbe im Trikot von RB Leipzig viele gegen sich aufbrachte. In den Stadien beschimpften und verhöhnten ihn gegnerische Fans. Selbst bei der Darts-WM in London bepöbelte ihn das dortige Publikum.

Werner suchte die Hilfe eines Psychologen, wie er später zugab. "Er hat mir gesagt, dass ich alle Menschen, die mich nicht mögen, mit einer einzigen Aktion zum Schweigen bringen kann: mit einem Tor nämlich."

Andere junge Spieler wären daran vielleicht zerbrochen, Werner hat seine Geschichte stärker gemacht: In Leipzig spielt er aktuell wieder eine starke Saison, traf zuletzt gegen Nürnberg zwei Mal. "Alle denken, dass ich der entscheidende Mann in einem Spiel sein kann, und daran werde ich gemessen. Damit kann ich allerdings gut umgehen. Auf dem Feld spüre ich keinen Druck", so Werner.

Auf diese Kaltschnäuzigkeit hofft jetzt auch der Bundestrainer. Nachdem Werner bei der WM in Russland torlos blieb, will er jetzt beim DFB neu durchstarten. 30 Versuche braucht die Nationalmannschaft derzeit für einen Torerfolg. Es wird Zeit, dass Werner diese Statistik aufbessert. Am besten schon am Samstag im Duell gegen die Niederlande.

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