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Nationalmannschaft | Meinung

Eine Premiere zum Vergessen – DFB-Elf enttäuscht beim Einstand von Bundestrainer Hansi Flick

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Es sollte ein Feuerwerk mit vielen Toren werden – das WM-Qualifikationsspiel gegen den krassen Außenseiter Liechtenstein. Doch am Ende gewann die DFB-Auswahl im schweizerischen St. Gallen nach müden 90 Minuten nur knapp mit 2:0. Eine Einschätzung zum Einstand von Hansi Flick von Stefan Kersthold.

Was für ein Abend im St. Gallener Kybunpark. Zwar hatte sich das Spielgeschehen bis zur 41. Minute fast ausschließlich in der Hälfte der Liechtensteiner abgespielt – am Ende wies die Statistik 15:0 Ecken, 751:129 gespielte Pässe und 85 Prozent Ballbesitz für das DFB-Team aus –, aber es stand zu diesem Zeitpunkt immer noch 0:0. Bis in dieser 41. Minute Timo Werner endlich die Führung für den hohen Favoriten erzielte. Zum ersten Mal ein etwas freundlicheres Gesicht bei Hansi Flick, dreimal klatscht der Bundestrainer höflich in die Hände, um wenig später nach dem Pausenpfiff, zumindest äußerlich, ratlos im Kabinengang zu verschwinden.

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Ich dachte zu diesem Zeitpunkt noch – okay, es gibt ja noch eine Halbzeit, und Hansi Flick wird mit Sicherheit die richtigen Worte finden, um seine Mannschaft gegen die Amateure aus Liechtenstein, die tatsächlich einen Akteur aus der sechsten Schweizer Liga im Kader hatten, in die Spur zu bringen. Doch weit gefehlt. Es wurde noch schlimmer.

Hansi Flick machte es nur noch schlimmer

Keine Dynamik, die deutsche Offensive, mit den beiden Außen Leroy Sané und Startelf-Debütant Jamal Musiala, sowie Kai Havertz hinter der Spitze Timo Werner, schaffte es nur höchst selten, hinter die Sechser-Abwehrkette der Nummer 189 der FIFA-Weltrangliste zu kommen. Im Mittelfeld gab es dazu mit Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan in der Zentrale überwiegend das leider seit längerem gewohnte Quergeschiebe. Dass Sané, nach einer zugegeben sehr schönen Einzelleistung, eine Viertelstunde vor dem Ende noch zum 2:0 Endstand traf, machte den Auftritt nicht viel besser. Genauso wenig wie die eigenwillige Aussage von Hansi Flick nach der Partie.

Auch der neue Bundestrainer hätte sich natürlich zu seinem Einstand einen anderen Auftritt und mehr Tore seiner Jungs gewünscht, meinte aber auch, dass solche Spiele manchmal besser zu analysieren sind, als ein 5, 6, 8 oder 10:0. Das mag aus Fußballlehrer-Sicht stimmen. Ich denke, und da bin ich mit Sicherheit nicht der Einzige, dass es gegen Gegner wie Liechtenstein durchaus etwas mehr sein darf. Der Vorteil und die Hoffnung: Gleich am Sonntag geht es weiter. In Stuttgart gegen Armenien.

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