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Nach einer wochenlangen Schlammschlacht versinkt der DFB im eigenen Sumpf. Präsident Fritz Keller stellt sein Amt zur Verfügung, Kontrahent Friedrich Curtius wird seinen Posten aufgeben. Keine Zukunft haben Vizepräsident Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge. Es war höchste Zeit, meint SWR Sport Redakteur Florian Winkler.

Endlich! Endlich scheint diese Mischung aus Schlammschlacht, Intrigen und Machtkämpfen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ein Ende zu haben. Der Sumpf wurde für Keller, Koch und Co. zu tief. Der Zeitpunkt aber, für Klarheit oder Klärung der Konflikte zu sorgen war längst überschritten. Wer eigentlich Schuld hat, an diesem ganzen Verbands-Irrsinn, ist mittlerweile völlig irrelevant. Über Wochen und sogar Monate zog sich ein mit gegenseitigen Vorwürfen und verbalen Entgleisungen gespicktes Schmierentheater. Fußball-Deutschland schaute zu, schüttelte anfangs den Kopf, "wieder mal Zoff beim DFB, kennt man ja". Aber mit zunehmender Dauer kamen Frust und Wut dazu.

Ruf des DFB geschädigt

Diese Funktionäre beschädigen den Ruf des Verbandes, stellen ihren Machtanspruch und ihren eigenen Status, über alles und jeden. Die Werte, die der DFB eigentlich vertritt, wie Respekt, Toleranz oder Fairplay - aktuell reine Fassade. Die Rücktrittswelle gibt die Chance für einen Neuanfang! Trotzdem bleibt der fade Beigeschmack - wieder einmal schafft es der größte Sportverband der Welt nicht für Kontinuität auf dem Präsidentenposten zu sorgen.

Fußball | DFB Die Amtszeit von DFB-Präsident Fritz Keller in der Chronik

Fritz Keller hatte 2019 mit vielen Hoffnungen das Amt des Präsidenten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) übernommen. Doch jetzt kam alles anders.  mehr...

Fritz Keller, als Erneuerer angetreten, war nach seinem Nazi-Vergleich gegenüber Rainer Koch für die Fußball-Familie nicht mehr tragbar. Der Vizepräsident wiederum spielt im Hintergrund den Strippenzieher, welche Rolle er trotz Verzicht auf das Amt bei der nächsten Wahl zukünftig spielen wird bleibt unklar.

Mit neuen Köpfen allein ist es nicht getan

Nun wird bereits der vierte DFB-Chef innerhalb von zehn Jahren gesucht. Und das zeigt ganz klar: Mit neuen Köpfen allein ist es nicht getan. Der DFB muss sich komplett neu aufstellen. Sonst scheitern Hoffnungsträger - Weltmeister Philipp Lahm wird ja immer wieder genannt - erneut an den alten, verkrusteten Strukturen und den Seilschaften im Verband. Es darf in der Zentrale des deutschen Fußballs nicht mehr um Eitelkeiten und Macht gehen, sondern wieder rein um Fußball.

Die To-Do-Liste ist lang: Da wäre noch ein Bundestrainer-Job final zu besetzen, eine Heim-EM 2024 zu planen und auch die Folgen der Corona-Krise im Amateur-Fußball anzupacken. DIE Gelegenheit also das ramponierte Image aufzupolieren. Es wird höchste Zeit!

Fußball | DFB Fritz Keller stellt Amt des DFB-Präsidenten zur Verfügung

Fritz Keller wird sein Amt als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht am kommenden Montag zur Verfügung stellen. Das teilte der DFB am Abend mit. Zudem kündigte fast die gesamte DFB-Spitze Rücktritte an.  mehr...

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"Weiteren Schaden vom DFB abwenden" Landes- und Regionalverbände fordern Amtsenthebung von DFB-Präsident Fritz Keller

Die Präsidenten der Regional- und Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) haben ihre Rücktrittsaufforderung an den Verbandschef eindringlich erneuert und fordern parallel das DFB-Präsidium zur Amtsenthebung des 64-Jährigen auf. Das teilte der DFB am Freitagabend mit.  mehr...

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