David Raum präsentierte sich beim Länderspiel gegen Israel in toller Form (Foto: imago images, Imago)

Nationalmannschaft | Länderspiel in Sinsheim

Hoffenheims David Raum - auch im Nationalteam auf der Überholspur

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Es war ein Länderspiel in seinem "Wohnzimmer": Beim 2:0 von Deutschland über Israel in Sinsheim überragte David Raum von der TSG Hoffenheim auf der linken Seite auch im Nationaltrikot.

David Raum hatte in "seinem" Stadion in Sinsheim eigentlich nur das Trikot gewechselt. Statt des tiefblauen Jerseys der TSG Hoffenheim hatte sich der Linksverteidiger diesmal das weiße Leibchen mit dem schwarzen Bundesadler übergezogen.

Ansonsten war alles deckungsgleich: Der 23-jährige Kraftprotz beackerte wie in der Bundesliga auch im Länderspiel gegen Israel die linke Spielfeldseite, als gäbe es keine Gegenspieler. Immer die Linie rauf und runter, immer den Ball fordernd, flankend und Eckball-schlagend. Für viele Fans und Experten eine mehr als überzeugende Leistung. "Hier in meinem Wohnzimmer zu spielen, volle Hütte, super Stimmung, es war ein schöner Fußballabend", zeigte sich David Raum nach dem Abpfiff mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht. "Ich habe einfach probiert meine Stärken auf den Platz zu bringen, der Mannschaft zu helfen", beschrieb er nach Spielende seine Leistung selbst, "freut mich, wenn das gelungen ist".

Der heimliche Spielmacher über die linke Seite

Und ob das gelungen war. David Raum rannte 64 Minuten lang auf die Überholspur (ehe er von Freiburgs Christian Günter abgelöst wurde), avancierte mit seiner Präsenz und zahlreichen gelungen Zuspielen in die Spitze nicht nur zum Energiespender und Impulsgeber, sondern fast schon zu einer Art heimlicher Spielmacher des deutschen Teams über die linke Außenbahn. Seine scharfe Hereingabe nach 18 Minuten verfehlte Timo Werner nur um Zehenbreite, mit seiner ersten Ecke von rechts bereitete er das Kopfballtor von Kai Havertz zum 1:0 passgenau vor.

Prima Zusammenspiel mit Freiburgs Nico Schlotterbeck

Der gebürtige Franke, der Sprinter-König dieser Bundesliga-Saison mit den meisten Flanken aller Spieler, interpretierte auch in seinem vierten Länderspiel im Deutschland-Trikot wie selbstverständlich seine Rolle unglaublich offensiv, bewegte sich als Linksverteidiger beinahe wie ein Linksaußen. Nach hinten in der Viererkette wunderbar abgesichert vom Freiburger Debütanten und Linksfuß Nico Schlotterbeck, der David Raum den Rücken freihielt und mit seinen Aufbaupässen regelmäßig in Szene setzte.

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So ist David Raum ein klarer WM-Kandidat

Spätestens seit Samstagabend ist das Hoffenheimer "Raum-Wunder" ein klarer Kandidat für die WM Ende des Jahres in Katar. David Raum könnte mit seiner Art und Stärke die jahrelange Problemposition der Nationalmannschaft hinten links aktuell und auch perspektivisch neu beleben. Er bleibt jedenfalls klar und fokussiert: "So ein WM-Jahr ist immer etwas Besonderes, wir werden uns so gut wie möglich vorbereiten, in jedem Spiel Höchstleistung bringen und uns als Mannschaft weiterentwickeln".

Prima Stimmung in der ausverkauften Sinsheimer Arena

Dafür sind Tests in der mit 25.600 stimmungsvollen Fans in der ausverkauften Sinsheimer Arena wie geschaffen: "Man darf Israel nicht unterschätzen, wir wollten ein gutes Spiel abliefern, uns gut präsentieren und viele Chancen herausarbeiten", so David Raum in der Zusammenfassung des Geschehens auf dem Rasen, "wir wollten auch im Gegenpressing wenig zulassen, das haben wir geschafft. Insgesamt können wir zufrieden sein, klar hätte es das eine oder andere Tor mehr sein können für die Fans, aber es war trotzdem eine super Stimmung und ein schöner Fußballabend".

Jetzt folgt der Klassiker gegen "Oranje"

Volle Zustimmung. Und die nächste Herausforderung für David Raum und Deutschland folgt schon am Dienstag (20:45 Uhr) mit dem Klassiker gegen die Niederlande in Amsterdam: "Deutschland gegen Holland ist ein schönes Spiel. Wir werden uns gut vorbereiten und versuchen, uns auswärts gut zu präsentieren". Bleibt dabei nicht nur der Hoffenheimer Linksverteidiger weiter auf der Überholspur, dann sollte das auch gelingen.

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