Die Kurve bei der Zweitliga-Partie 1. FC Nürnberg gegen SC Paderborn "spricht" eine deutliche Sprache. (Foto: IMAGO, Zink)

Fußball | WM in Katar

WM in Katar: Zuschauen oder abschalten? Trainer-Meinungen aus der Bundesliga

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Thomas Bareiß

Wie kaum ein Turnier vorher steht die Fußball-WM in Katar in der Kritik. SWR Sport hat bei den Trainern der Bundesligisten aus dem Südwesten nachgefragt, wie sie die Weltmeisterschaft sehen.

Die Weltmeisterschaft vom 20. November bis 18. Dezember findet erstmals zur Adventszeit statt. Grund sind die vor allem im Sommer hohen Temperaturen im Wüstenstaat. Das hat zur Folge, dass sämtliche teilnehmende Nationen ihren jeweiligen Spielplan anpassen mussten. Viel mehr entzündet sich die Kritik aber an der vor Ort herrschenden Menschenrechtslage und den Bedingungen für ausländische Arbeiter in Katar. In Katar ist zudem Homosexualität gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft.

Christian Streich kritisiert die "Machthaber" im Fußball

Trainer Christian Streich vom Tabellen-Zweiten SC Freiburg hat kurz vor Beginn der WM die Endrunden-Vergabe nach Katar und die internationalen Fußball-Verantwortlichen heftig kritisiert. „Es gab eine Choreographie im Stadion mit den Kritikpunkten an der WM und alle stimmen“, sagte Streich nach dem 4:1 am Sonntag im Heimspiel gegen Union Berlin: „Das Problem im Fußball ist, dass die Leute, die im Fußball die Macht haben, nicht den Fußball lieben sondern andere Dinge.“ Die Freiburg-Anhänger hatten in der Kurve einen Banner mit der Aufschrift "Boycott Qatar" ausgerollt. Christian Streich weiß noch nicht wann, und ob er die WM-Spiele überhaupt schauen wird: "Ich genieße es jetzt erst mal, keinen Fußball zu haben. Ich freu' mich total."

Der "Privatmann" André Breitenreiter lässt die WM links liegen

Cheftrainer André Breitenreiter von der TSG 1899 Hoffenheim wird sich die WM sehr dosiert anschauen. "Die Vorrunde gucke ich mir, glaube ich, gar nicht an. Vielleicht gucke ich danach mal ein Spiel an, insbesondere wenn unsere Mannschaft spielt", so der 49-Jährige. Andererseits erklärte er, dass es sein Job als Bundesliga-Chefcoach sei, nach Trends zu schauen. "Aber als privater Mensch muss ich Ihnen sagen, ist es mir fast egal, weil mich diese WM so gut wie gar nicht interessiert." Breitenreiter hält es für "völlig daneben, dass die WM in Katar stattfindet".

Er akzeptiere und respektiere aber jeden Fußballer, der dort in den sportlichen Wettkampf gehe. Die verbale Entgleisung des katarischen WM-Botschafters Khalid Salman, der Homosexualität als "geistigen Schaden" bezeichnet hatte, entrüstet auch Breitenreiter: "Das ist ja der Wahnsinn."

Michael Wimmer will sich unter anderem über die VfB-Spieler informieren

Michael Wimmer - Interimstrainer vom VfB Stuttgart - will sich bei der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft besonders auf die Spiele der deutschen Nationalelf und die Profis des schwäbischen Bundesligisten konzentrieren. "Ich werde die Spiele schon gucken - vor allem die der deutschen Mannschaft", sagte der 42-Jährige über das umstrittene Wüsten-Winter-Event in Katar. Die Partien der Japaner mit den Stuttgartern Wataru Endo und Hiroki Ito würden für ihn genauso zum "Pflichtprogramm" gehören wie die Spiele der Kroaten mit VfB-Verteidiger Borna Sosa. "Wenn es die Zeit zulässt, schaut man auch ein paar Spiele mehr. Sonst kann man zuhause auch mal ein bisschen abschalten", sagte Wimmer.

Bo Svensson hat noch keinen WM-Plan

Bei Bo Svensson ist die Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar verhalten. Der Coach des FSV Mainz 05 weiß noch nicht, wie und in welchem Umfang er das Turnier im Fernsehen verfolgen wird. "Es ist nicht so eine normale Freude auf die Weltmeisterschaft, weil es alles anders als normal ist dieses Jahr. Ich werde sehen, wie es wird, wenn es anfängt, wie die Stimmung in den Stadien ist und wie die Berichte von dort sind. Mal sehen, wie sich alles entwickelt", sagte der 43 Jahre alte Däne. Laut Svensson geht es vielen, mit denen er gesprochen hat, ähnlich.

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Thomas Bareiß

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