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Während Joshua Kimmich, Timo Werner und Co. nach dem EM-Achtelfinal-Aus gegen England schon im Urlaub sind, liegt bei vielen deutschen Spielern der Fokus bereits auf dem nächsten Turnier: den Olympischen Spiele in Tokio. Fünf Südwest-Athleten sind dabei.

Es ist geschafft! Kapitän Arne Maier läuft mit dem EM-Pokal vor seine Mannschaft und streckt diesen in die Höhe. Neben ihm liegen sich die Mitspieler in den Armen. Niklas Dorsch wedelt mit einem Deutschland-Handtuch wild vor sich her. Während die Spieler eng umschlungen nach dem den Pokal greifen, steht Stefan Kuntz mit ausgebreiteten Armen und goldener Medaille um den Hals einige Meter hinter der jubelnden Mannschaft. Inmitten der Feiernden wirkt der Trainer ausgeglichen und reflektiert.

Zum zweiten Mal U21-Europameister

Vier Wochen ist es her, dass Trainer Stefan Kuntz zum zweiten Mal mit der deutschen U21-Nationalmannschaft Europameister wurde. Auch - oder gerade - weil es Kuntz gelang, in wenigen Tagen eine Einheit auf und neben dem Platz zu formen. Bereits 2017, zwei Jahre nach seinem Amtsantritt, führte Kuntz den Nachwuchs zum Titel.

Im Gegensatz zu den mauen Darbietungen der A-Nationalmannschaft, die schlussendlich im Achtelfinal-Aus gegen England mündeten, überzeugte die U21 während der Europameisterschaft als geschlossene Einheit.

Teamgeist, Laufbereitschaft und Einsatzwille, gepaart mit einer hohen Qualität im Torabschluss, bildeten das Fundament für den Erfolg. Und an der Seitenlinie fungierte Kuntz als stiller Moderator, der mit seiner Ausstrahlung und seiner lockeren Art für die Balance innerhalb Mannschaft sorgte.

Imago  Sven Simon (Foto: Imago, Imago / Sven Simon )
Bundestrainer Stefan Kuntz gewann die U21-EM in Slowenien Imago Imago / Sven Simon

Kuntz erreichte immer das U21-Finale

Seit seinem Amtsantritt 2016 erreichte Kuntz in jedem U21-Turnier das Finale. Nicht nur deswegen galt der Ex-Kaiserslauterer neben Hansi Flick als einer der heißesten Anwärter für den Posten des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw.

Bei den Olympischen Spielen will Kuntz die Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Für das Turnier in Tokio, das für die deutsche Fußballnationalmannschaft am 22. Juli beginnt, hat Kuntz am Montag seinen Kader bekanntgegeben. Dabei hat er einigen Akteuren aus seinem EM-Team eine Länderspiel-Pause gegönnt, da das Olympische Turnier mit der Vorbereitung auf den Bundesliga-Start Mitte August kollidiert.

Kuntz nominiert vier Südwest-Athleten für Olympia

Ein paar Südwest-Athleten sind trotzdem dabei: Florian Müller, der im Sommer von Mainz 05 zum VfB Stuttgart gewechselt ist, wird in Tokio das Tor hüten. "Ich freue mich sehr über die Nominierung und danke den Verantwortlichen des DFB für das Vertrauen", ließ der 23-Jährige über den Twitter-Account des VfB Stuttgart verlauten.

Florian #Müller zur Nominierung: „Ich freue mich sehr über die Nominierung und danke den Verantwortlichen des #DFB für das Vertrauen. Gleichzeitig danke ich den Verantwortlichen des #VfB dafür, dass sie mir die Teilnahme an den Olympischen Spielen ermöglichen." (1/2) #Olympia https://t.co/LzAGhL9uV9

Mit Raum und Schlotterbeck zur Olympia-Medaille

Aus Hoffenheim fährt David Raum mit nach Tokio. "Ich bin sehr stolz auf die Nominierung", ließ sich der 23-jährige Linksverteidiger auf der Vereinshomepage zitieren. "Teil des deutschen Olympia-Teams zu sein, ist nicht nur eine große Ehre, sondern auch ein einmaliges Erlebnis." In Tokio treffen Müller und Raum auf den ehemaligen Hoffenheimer Nadiem Amiri und Niklas Dorsch, der bis Sommer 2020 für den 1. FC Heidenheim aktiv war.

Ursprünglich sollte der Heidenheimer Niklas Dorsch im deutschen Olympia-Mittelfeld die Fäden ziehen. Weil der 23-Jährige lieber die komplette Vorbereitung mit seinem neuen Klub FC Augsburg absolvieren wollte, hat Kuntz am Freitag Keven Schlotterbeck vom SC Freiburg nachnominiert.

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Kuntz lässt seine Zukunft beim DFB offen

Kuntz will an das gute Olympia-Turnier vor vier Jahren anknüpfen. Bei den Olympischen Spielen 2016 scheiterte die deutsche Nationalmannschaft erst im Elfmeterschießen im Finale gegen Brasilien. Danach übernahm Kuntz das Amt von U21-Trainer von Horst Hrubesch.

Während die A-Nationalmannschaft seitdem von einer Krise in die nächste schlitterte, waren die Auftritte der U21 unter der Leitung von Stefan Kuntz von Erfolg geprägt. Genau diese Nachwuchsjahrgänge bilden das Fundament für das kommende Turnier in Tokio und auch für die kommenden Jahre in der A-Nationalmannschaft.

Die Zukunft von Stefan Kuntz ist trotz DFB-Vertrags bis 2023 noch ungewiss. Laut eigener Aussage will sich der 58-Jährige erst nach den Olympischen Spielen dazu Gedanken machen. Wie er selbst sagt "in Ruhe und mit etwas Abstand." Eben ganz im Stile von Stefan Kuntz.

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