Stéphanie Frappart und Karoline Wacker tragen beide blaue Schiedsrichterinnen-Trikots und beobachten das Spielgeschehen. (Foto: IMAGO, ZUMA wire, foto2press, Patrick Bauser)

WM in Katar

Stéphanie Frappart pfeift WM-Spiel: Wacker freut sich für Kollegin

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Joel Lischka

Stéphanie Frappart pfeift als erste Frau ein WM-Spiel der Männer. Vor der Partie Deutschland gegen Costa Rica haben wir mit ihrer Kollegin Karoline Wacker gesprochen.

Fußballdeutschland richtet morgen seine Augen auf das Al Bayt Stadium. Dort steigt für das DFB-Team gegen Costa Rica das entscheidende Spiel im Kampf ums WM-Achtelfinale. Aber nicht nur die Fußballer werden Aufsehen erregen. Die FIFA hat Stéphanie Frappart als Schiedsrichterin für das Spiel angesetzt. Damit sorgt die Französin für ein Novum: Noch nie hat eine Frau ein WM-Spiel gepfiffen.

Auch Karoline Wacker lässt sich das Spiel nicht entgehen. Die 31-Jährige von den Sportfreunden Großerlach aus dem Rems-Murr-Kreis ist selbst FIFA-Schiedsrichterin und zeigt sich begeistert von der Entscheidung des Weltverbands. "Ich freue mich! Das zeigt die Wertschätzung ihr gegenüber." Zwar kennt sie die Französin nicht persönlich, jedoch weiß Wacker, was Stéphanie Frappart auszeichnet: "Sie liest das Spiel gut und hat fehlerfreie Leistungen gezeigt. Sie arbeitet wahnsinnig viel und verfügt über eine sehr gute Physis."

Frappart pfeift auch Champions League

Auf höchstem Niveau ist es wichtig, das Tempo auch körperlich mitgehen zu können. Das ist für Frappart kein Problem und über Erfahrung im Spitzenfußball verfügt sie auch. Seit 2019 pfeift sie in der französischen Ligue 1 und war im Dezember 2020 die erste Frau, die ein Champions-League-Spiel der Männer leitete. Dazu kommen mehrere Einsätze in der Europa League und die Finals des UEFA Super Cups 2019 sowie des französischen Pokals 2022.

Mit Endspielen kennt sich auch Karoline Wacker aus. Im Mai 2022 pfiff sie das DFB-Pokalfinale der Frauen zwischen dem VfL Wolfsburg und Turbine Potsdam. Insgesamt leitete die Finanzbeamtin aus Lehrensteinsfeld 74 Frauen-Bundesliga-Spiele und 28 Partien in der 2. Frauen-Bundesliga. Zudem pfeift sie in der Regionalliga Südwest und kann dabei einen kleinen Unterschied zwischen Frauen und Männern feststellen. "Die Entscheidungs-Frequentierung ist bei Männern höher als bei Frauen, es gibt mehr Fouls." In der Spielleitung gebe es keine Unterschiede. Da komme es immer auf die Spielertypen an. Manche seien leichter zu führen, manche weniger.

Auf Nachfrage, ob Wacker selbst wie Frappart auf der größten Fußballbühne pfeifen will, sagt sie: "Ich definiere mich nicht über Ziele. Das bin ich nicht. Alles andere lasse ich auf mich zukommen."

Karoline Wacker trägt ein rotes Schiedsrichterinnen-Trikot und zeigt der Wolfsburgerin Lynn Wilms die gelbe Karte. (Foto: IMAGO, Lobeca)
Karoline Wacker pfiff das DFB-Pokalfinale 2022 zwischen dem VfL Wolfsburg und Turbine Potsdam. Lobeca

Mediales Interesse steigt

Neben der Ansetzung Frapparts freut sich die in Murrhardt geborene Wacker über das gestiegene mediale Interesse am Frauenfußball. "Der Hype hat seit der Europameisterschaft zugenommen." Das Finalspiel der EM 2021 zwischen Deutschland und England verfolgten fast 18 Millionen Zuschauer am Fernseher. Auch auf die Frauen-Bundesliga wirkt sich das gestiegene Interesse aus. Wacker verweist auf das Spiel vom 26. November zwischen dem SC Freiburg und dem SV Werder Bremen. Dort gewannen die Freiburgerinnen vor mehr als 20.000 Fans im Weserstadion mit 2:1. Die Frauen-Bundesliga gibt sich selbstbewusst, dass dieser Trend anhält und die Veranstalter mehr Partien in den großen Arenen ansetzen.

In einem großen Stadion findet auch das Spiel Deutschland gegen Costa Rica am Donnerstag um 20 Uhr statt. Karoline Wacker wird die Begegnung "natürlich auch aus Schiedsrichter-Sicht anschauen". Allgemein ist sie mit dem Niveau der Unparteiischen bei der Weltmeisterschaft zufrieden. An diese Leistungen will auch Stéphanie Frappart anknüpfen, wenn ihr die große Fußballwelt am Donnerstag zusieht.

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Joel Lischka

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