Leonie Maier ist Ersatzspielerin der deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen und hält sich für einen möglichen Einsatz bei der EM in England fit.  (Foto: IMAGO, MAGO / Eibner)

Fußball-EM in England

Nationalspielerin auf Abruf: Leonie Maier ist "fit und einsatzbereit"

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Für die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen läuft es bislang rund bei der EM in England. Drei Siege aus drei Spielen lautet die makellose Bilanz. Am Donnerstag wartet Österreich im Viertelfinale. Mitfiebern wird dann auch wieder die Stuttgarterin Leonie Maier, die sich als mögliche Nachrückerin fit hält.

Die Sommerpause ist vorbei und Leonie Maier zurück in Liverpool. Seit einem Jahr kickt die gebürtige Stuttgarterin beim FC Everton in der höchsten englischen Spielklasse, der Women's Super League. Seit dem Trainingsstart vor einer Woche ist also wieder Schwitzen angesagt. Fit ist die 29-Jährige aber schon jetzt. Denn Leonie Maier ist Ersatzspielerin der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in England.

EM in England: Leonie Maier wäre "einsatzbereit, falls der Anruf kommen sollte"

"Ich fühle mich fit und bin einsatzbereit, falls der Anruf kommen sollte", erzählt Maier im Gespräch mit SWR Sport in Hinblick auf ihre spezielle Rolle bei dieser EM. Seit 2013 ist die Verteidigerin Nationalspielerin, war bei Welt- und Europameisterschaften und den Olympischen Spielen dabei. In diesem Jahr hat es für den finalen Kader nicht gereicht. Neben Spielerinnen wie den Hoffenheimerinnen Martina Tufekovic und Chantal Hagel steht sie "auf Abruf". Heißt: Sollte eine Spielerin ausfallen, könnte sie nachrücken. Daran, dass es wirklich soweit kommt, glaubt Maier aber eher nicht. "Wir sind gut aufgestellt und ich wünsche natürlich keiner Spielerin, dass noch mehr Coronafälle dazukommen", sagt die Schwäbin und spielt dabei auf die Infektion von Torjägerin Lea Schüller an. Nach einer Woche durfte die Bayern-Stürmerin heute wieder raus aus der Isolation und hofft auf einen Einsatz im Viertelfinale am Donnerstag gegen Österreich.

Maier zählt Deutschland zu den Favoriten auf den EM-Titel

Leonie Maier wird die Partie wohl nur als Zuschauerin verfolgen, drückt dem deutschen Team aber trotzdem alle Daumen. "Ich bin natürlich immer noch ein großer Fan, auch wenn ich dieses Mal leider nicht dabei sein kann", sagt Maier und ergänzt: "Was sie bis jetzt gezeigt haben, macht einfach Spaß. Mit ihrer "frechen und mutigen" Spielweise haben die deutschen Frauen einen perfekten Start ins Turnier hingelegt. Drei Siege aus drei Spielen lautet die makellose Bilanz. Besonders der 2:0-Erfolg gegen die hochgehandelten Spanierinnen im zweiten Gruppenspiel macht Mut. "Ich traue ihnen für die EM alles zu und bin stolz auf meine Mannschaft", sagt die 29-Jährige. Deutschland gehört für Maier neben Frankreich, Spanien, Holland und England zu den absoluten Favoriten auf den Titel.

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Maier schwärmt von Englands Begeisterung für den Frauen-Fußball

Es wäre der erste Titel für das deutsche Team nach dem Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro. Beim 2:1-Finalsieg gegen Schweden stand Leonie Maier damals 90 Minuten auf dem Platz. So hautnah ist sie dieses Jahr zwar nicht dabei, EM-Stimmung kommt bei Maier in Liverpool aber trotzdem auf. "Es macht einfach Spaß, hier direkt vor Ort zu sein und die ganze Atmosphäre mitzunehmen. Man merkt einfach, dass England den Fußball liebt und dass alle begeistert sind von der Frauen-EM in diesem Jahr." Diese Begeisterung spiegelt sich in hohen Fernsehquoten und Zuschauerrekorden in den Stadien wider. In dieser Hinsicht müsse Deutschland noch nachlegen und den Frauen-Fußball in vielerlei Hinsicht professionalisieren, fordert Maier.

Maier freut sich über die Frauenmannschaft beim VfB Stuttgart

Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung sieht Leonie Maier aber bei ihrem Lieblingsverein. "Natürlich schlägt mein Herz nach wie vor für den VfB und mich hat es mega gefreut, dass der VfB - was auch schon längst überfällig war - eine Frauenmannschaft gegründet hat", sagt die Stuttgarterin. "Das war schon immer mein Traum gewesen, irgendwann mal für den VfB auflaufen zu können mit dem Brustring. Ob es von der Zeit noch reicht, ich bin ja auch nicht mehr die Allerjüngste, werden wir mal sehen", erzählt Maier schmunzelnd. Aktuell sei das Karriereende aber noch kein Thema. Jetzt muss sie sich ja ohnehin noch fit halten, sollte doch noch ein Anruf kommen.

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