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Es gibt ja den Spruch, dass es in Deutschland nicht nur den einen Bundestrainer gibt, sondern Millionen – und alle wissen alles besser als der eigentliche Mann auf der Trainerbank. Da der DFB aber nicht auf Schwarm-Intelligenz vertraut, sondern auf nur einen Fachmann setzt, wird jetzt gesucht und spekuliert. Warum aber lange suchen, wenn die nächstliegende Lösung eine richtig gute ist - meint SWR Sportredakteur Achim Scheu.

Wenn Jürgen Klopp nicht will und Hansi Flick nicht darf, Lothar Matthäus nicht ernsthaft in Frage kommt? Dann nehmt doch einfach Stefan Kuntz. Er wäre nicht die vierte Wahl, er wäre eine richtig gute. Der Saarländer Stefan Kuntz, aktueller U21-Nationaltrainer mit Kaiserslauterer Vergangenheit, ist einer, der die Kommunikation sucht. Kuntz ist so ein bisschen die kleine Ausgabe von Jürgen Klopp, ein Menschenfänger, einer der fröhlich, sympathisch rüber kommt, der immer gut gelaunt wirkt, aber intern auch mal auf den Putz klopft. Kuntz ist das Gegenteil von Joachim Löw, der ja sehr oft so ein bisschen verschlossen, zurückhaltend, in sich gekehrt wirkt.

Vom Vorstandsboss zum Bundestrainer

Stefan Kuntz ist bei uns im Südwesten ein alter Bekannter. Als Spieler Pokalsieger und Deutscher Meister als Kapitän des 1.FC Kaiserslautern in den 1990ern. Später dann Vorstand beim FCK. Der kleine Knick in der Vita: Am Ende wurde er dort im April 2016 mehr oder weniger unschön vom Betzenberg gejagt. Wiederum typisch für Kuntz: Kurz darauf wurde er Trainer der U21, mit der er unter anderem Europameister wurde. Salopp formuliert: Stefan Kuntz ist immer "die Treppe rauf gefallen" - nie abgestürzt. Ging irgendwo eine Tür zu, tat sich die nächste schon für ihn auf. Er hat zu seiner Funktionärszeit in Kaiserslautern mal betont, dass der Trainer-Job gar nicht so richtig was für ihn sei, er sich selbst eher in der Funktionärstätigkeit sähe. Das hat sich offensichtlich verändert. Aus dem ehemaligen Vorstandsboss Stefan Kuntz wird vielleicht bald der Bundestrainer Stefan Kuntz.

Kuntz bringt Erfahrung mit

Stefan Kuntz ist erfahren genug für den Job. Er war Spieler, Trainer, kennt die Branche, weiß wovon er redet, ist medienerfahren. Er ist zudem als Trainer der U21 in der Nachwuchsarbeit voll drin, kennt die Talente, die dann in Zukunft zu A-Nationalspielern werden. Er kann den von Löw begonnenen Umbruch fortsetzen. Er ist im Verband und in der Liga bestens vernetzt.

Fazit: Ich traue ihm den Job als Bundestrainer zu. Mein Tipp an DFB-Direktor Oliver Bierhoff: Warum in der Ferne suchen, wenn die beste Lösung schon nur ein paar Büros weiter in der DFB-Zentrale sitzt.

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