Mario Gomez (li.) und Nils Petersen (Foto: SWR)

Nationalmannschaft | WM 2018 Petersen und Gomez stechen Wagner aus

Bundestrainer Joachim Löw hat am Dienstag den vorläufigen WM-Kader nominiert. Er verzichtet auf Stürmer Sandro Wagner und setzt stattdessen auf Mario Gomez und Nils Petersen.

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) etwas überraschend auf Stürmer Sandro Wagner. Stattdessen setzt Löw nach SWR-Informationen auf Wagners Konkurrenten Mario Gomez vom VfB Stuttgart und Nils Petersen vom SC Freiburg im vorläufigen WM-Kader. "Die Nominierung ist eine sehr große Ehre für mich. Ich habe damit nicht wirklich gerechnet und bin sehr dankbar. Die Chance dabei sein zu können, ist die Krönung der Saison", sagte der 29-Jährige.

Bis spielte Petersen nur für die deutsche Olympia-Auswahl. Doch seit dem Turnier in Brasilien hat Petersen im deutschen Fußball einen herausragend guten Ruf. Der Mittelstürmer stand zwar nur einmal in der Startelf. Mit sechs Toren wurde er aber dennoch Torschützenkönig. Zudem ist der mannschaftsdienliche Profi ein Vorbild für viele junge Profis geworden - in Rio und in Freiburg. "Von ihm erhoffe ich mir einiges", sagte Löw am Dienstag. "Nils Petersen hat noch nicht so viel internationale Erfahrung. Aber ich glaube, er wächst mit seinen Aufgaben."

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Löw setzt auf Petersen als Joker

Petersen ist der Typ Fußballer, der immer alles gibt und nie murrt - auch dann nicht, wenn er nach dem Abstieg in die 2. Liga in Freiburg bleibt, dort 21 Tore schießt und im ersten Jahr Bundesliga dann oft nur als Joker ins Spiel kommt, weil der Platz in der Startelf zumeist an Florian Niederlechner ging.

Was machte Petersen? Neun seiner zehn Saisontore erzielte er nach Einwechslungen, stellte damit eine Bestmarke ein und eine neue auf. Gerade die Joker-Qualitäten hob Löw nun hervor. Mit inzwischen 20 Toren nach Einwechslung hält er den Bundesliga-Rekord. "Wir kennen seine Qualität. Wenn der Gegner müde wird und es mehr Räume gibt, kann er sie nochmal besser ausspielen", erklärte Trainer Christian Streich damals seine Vorliebe für Petersen als Joker.

Sandro Wagner ist nicht nominiert

Bayern-Angreifer Wagner (30) hatte zuletzt betont, es wäre "Wahnsinn", wenn er nicht mit nach Russland fahren würde. Nach seiner starken Rückrunde mit acht Toren in 14 Spielen für den deutschen Meister hatte der Confed-Cup-Sieger fest mit dem Turnier geplant. Gomez (32) kam für den VfB Stuttgart in der zweiten Halbserie wie Wagner auf acht Treffer (16 Spiele). Dass Wagner nicht im vorläufigen WM-Kader auftaucht, hat viele überrascht.

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Sebastian Rudy ebenfalls im Kader

Mit dabei ist dagegen Wagners Münchner Teamkollege Sebastian Rudy. Der 28-Jährige stand bei den Bayern unter Trainer Jupp Heynckes eher in der zweiten Reihe, bestritt aber in der Rückrunde immerhin acht seiner 13 Bundesliga-Spiele über 90 Minuten (ein Tor). Löw schätzt Rudy, weil dieser vielseitig verwendbar und ein Ersatz für Rechtsverteidiger Joshua Kimmich ist.

Löw und Bierhoff haben ihre Verträge verlängert

Auf der Presse-Konferenz hat DFB-Präsident Reinhard Grindel bekanngegeben, dass Bundestrainer Joachim Löw und Team-Manager Oliver Bierhoff dem DFB noch eine Weile erhalten bleiben. Der Bundestrainer hat seinen Vertrag beim DFB um zwei weitere Jahre bis 2022 verlängert. Bislang war der 58-Jährige, der seit 2006 im Amt ist, bis 2020 gebunden. Wie Löw verlängerte auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff mit dem Verband. Der Schöpfer der neuen DFB-Akademie bleibt sogar bis 2024.

Löw hatte den Posten vor zwölf Jahren nach der Heim-WM von Jürgen Klinsmann übernommen, dessen Assistent er seit 2004 war. 2014 in Brasilien führte er das Nationalteam zum vierten Weltmeistertitel.

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