STAND
REDAKTEUR/IN

Auch vier Jahre nach seinem Karriereende ist Miroslav Klose ein Fußball-Idol. So setzt ihn die FIFA zusammen mit anderen Fußball-Stars für eine Aufklärungs-Kampagne zur Corona-Pandemie ein. Am Sonntag ist der Weltmeister von 2014 zugeschaltet bei SWR Sport.

WM-Rekordtorschütze, erfolgreichster Torjäger der deutschen Nationalmannschaft, Weltmeister 2014 - die Karriere von Miroslav Klose lässt sich nur mit Superlativen beschreiben. Von der SG Blaubach-Diedelkopf startete er eine Weltkarriere - und ist dabei immer ein bodenständiger Typ geblieben.

Miroslav Klose trägt einen roten Umhang, hält einen Dreizack in der rechten Hand und sitzt in der Hocke zwischen vielen roten Plüschtierteufeln. An seiner linken Seite ist ein Teufel zu sehen. (Foto: Imago, Alternate)
Ein roter Teufel! Am 1. Juli 1999 wechselt Miroslav Klose zum ruhmreichen FCK. Zuvor spielt er von 1987 bis 1997 in der Jugend für die SG Blaubach-Diedelkopf, ehe er zwei Jahre lang für den FC Homburg 08 die Kickschuhe schnürt. In der zweiten Mannschaft der "Lautrer" überzeugt Klose und feiert am 15. April 2000 sein Bundesliga-Debüt. Imago Alternate Bild in Detailansicht öffnen
Das erste Bundesliga-Tor für seinen Klub erzielt er im Oktober 2000 gegen den SV Werder Bremen. Insgesamt gelingen Klose für die Roten Teufel 44 Treffer in 120 Bundesliga-Partien. Die er mit dem "Klose-Salto" feiert. In der Saison 2001/2002 verpasst Klose mit 16 Treffern hinter Marcio Amoroso von Borussia Dortmund und Martin Max vom TSV 1860 München die Torjägerkanone nur knapp (je 18 Tore). Imago WEREK Bild in Detailansicht öffnen
Klose ist bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea 2002 mit dabei. Beim 8:0-Sieg gegen Saudi-Arabien im ersten Spiel trifft er dreimal per Kopf. Insgesamt fünf Tore schießt Klose bei dem Turnier. Zum ganz großen Wurf reicht es allerdings nicht. Deutschland verliert das WM-Finale gegen Brasilien mit 0:2. Imago Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2004/2005 wagt der Mittelstürmer den nächsten Karriereschritt und wechselt zum amtierenden Meister Werder Bremen. Dort soll der kopfballstarke Klose den zu Schalke abgewanderten Torschützenkönig Ailton ersetzen. Legendär bleibt der "Nasenstüber" von Oliver Kahn am 7. Spieltag. Rot sieht die Torwart-Legende für sein Vergehen übrigens nicht. Imago Garcia Bild in Detailansicht öffnen
Miroslav Klose ist eines der Gesichter des Sommermärchens 2006. Das Team begeistert die Menschen und wird erst im Halbfinale vom späteren Weltmeister Italien gestoppt. Wieder trifft er fünf Mal und wird mit dem goldenen Schuh für den besten Torschützen des Turniers ausgezeichnet. Das gefällt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Imago Avanti Bild in Detailansicht öffnen
Nach Bremen geht es im Sommer 2007 zum FC Bayern. Mit dem Italiener Luca Toni versteht sich Klose prächtig. Im ersten Jahr erzielen die beiden Stürmer 34 Tore und verhelfen den Bayern zum Gewinn des Doubles. Zwei Jahre später wiederholt Klose das Double und erreicht mit dem Verein das Finale der Champions-League. Dort ist Inter Mailand zu stark. Imago Camera 4 Bild in Detailansicht öffnen
Der letzte Verein als Spieler für Klose wird 2011 Lazio Rom. Dort knipst er in fünf Saisons 63 Mal für die "Biancocelesti". Neben seinen Zwillingen Noah und Luan wird Miroslav Klose im Mai 2016 vor den frenetischen "Laziali" nach seinem letzten Spiel im Stadio Olimpico gebührend verabschiedet. Imago Gribaudi/ImagePhoto Bild in Detailansicht öffnen
Die Krönung gelingt Miroslav Klose aber zwei Jahre zuvor. Im Sommer 2014 wird er Fußball-Weltmeister in Brasilien. Beim 7:1-Sieg im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien steuert er einen Treffer bei und wird damit zum Rekordtorschützen bei Weltmeisterschaften. Es ist sein 71. und letzter Treffer im DFB-Dress. Imago Ulmer/Teamfoto Bild in Detailansicht öffnen
Mittlerweile hat der ehemalige Stürmer Klose die Seiten gewechselt. Ab November 2016 absolviert Klose ein Ausbildungsprogramm beim DFB. Dabei ist er Teil des Trainerteams um Bundestrainer Joachim Löw gewesen. Nach der Weltmeisterschaft 2018 endet seine Zeit beim DFB. Aktuell trainiert der heute 41-Jährige die U17 des FC Bayern München. Imago Sven Simon Bild in Detailansicht öffnen

Botschafter für die gute Sache

Seine Popularität ist ungebrochen. Kein Wunder, dass die FIFA ihn zusammen mit 27 anderen ehemaligen oder noch aktiven Fußball-Stars für eine Aufklärungs-Kampagne zur Corona-Pandemie einsetzt. Gemeinsam mit Lionel Messi, Gianluigi Bufffon und vielen anderen thematisiert er das richtige Verhalten in Corona-Zeiten, vom Händewaschen bis zum "Abstand halten".

Beispiellose Karriere

Im vergangenen Jahr ist eine Biografie von Miro Klose erschienen. Er selbst sagte dazu, dass eine Karriere wie seine, heute kaum noch möglich sei. Er hat eine Lehre zum Zimmermann absolviert und zunächst in der Bezirksliga gekickt. Über die Amateure des 1. FC Kaiserslautern schaffte er im Alter von 22 Jahren den Sprung zu den Profis des FCK. Die weiteren Stationen hießen Werder Bremen, FC Bayern München und Lazio Rom, wo er 2016 seine Karriere als Spieler beendete.

Sieger-Pokale und Fair-Play-Medaillen

Seine Titelsammlung ist beeindruckend: Zweimal gewann er das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal mit dem FC Bayern München, mit Lazio Rom holte er den italienischen Pokal. Seine größten Erfolge feierte er aber in der Nationalmannschaft. Nach 137 Länderspielen trat er nach dem WM-Titel 2014 auf dem Höhepunkt seiner Karriere zurück, auch hier hat das Timing optimal gepasst. Zum deutschen Vorzeige-Fußballer wurde Klose aber nicht nur durch seine sportlichen Großtaten. Er war immer auch Profi mit einem feinen Gespür für Fairness. Mal korrigierte er eine Elfmeter-Entscheidung des Schiedsrichters zu Gunsten des Gegners, mal gab er ein unsauberes, weil mit der Hand erzieltes, Tor zu. Und deshalb hängen neben seinen vielen Pokalen auch Fair-Play-Medaillen in der Vitrine.

Vom Jugend- zum Bundesligatrainer?

Inzwischen ist Klose Nachwuchstrainer beim FC Bayern München. Die U17-Mannnschaft des Rekordmeisters wird von ihm betreut. Typisch für Klose, nicht gleich im Profibereich als Trainer einzusteigen. Wie als Spieler fängt er klein an. Aber das muss ja nicht heißen, dass er nicht doch irgendwann als Trainer in der Bundesliga ankommt. Miroslav Klose weiß selbst am Besten, wann dafür die Zeit reif wäre.

STAND
REDAKTEUR/IN